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Forts. u. Schluß (1850)
Entstehung
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Beiträge Zur Geschichte der Familie Maneß.

(Fortsetzung und Schluß.)

Vor einem Jahre sind die geneigten Leser unserer Blätter mit uns nach der freundlichen Manegg, derWiege zurcherischer Dichtkunst, gewandert und haben dort die nähere Bekanntschaft der Ritter gemacht, derenruhmvoller Name an jene reizende Höhe geknüpft ist. Heute führt unser Weg, in entgegengesetzter Richtung,an den Gestaden der Limmath dahin. In der fruchtreichen Ebene, die zwischen dem langen Rücken desUetliberges, der Sihl und der Limmath sich ausbreitet, liegt die alte Behausung der Manesse, die wirgegenwärtig aussuchen. Dicht am letztgenannten Flusse, da wo er zuerst den Fuß der Weinberge vonHöngg bespült, wo der Käferberg nach Westen vorspringend das Thal von Wipkingen gegen Zürich hin ab-schließt, blickt am linken Ufer aus dem Schatten herrlicher Bäume der mächtige H ardth urm hervor. Nichtüber eine weite Landschaft, in malerischer Abwechslung von Gebirg und Thal reich und erhaben, schweiftvon hier aus das Auge. Ein grüner Wiesenteppich, der unter Fruchtbaumen sich bis zum Horizonte ver-liert, die Wellen des vorbeirauschenden Flusses und drüben die steilen Weinberge, bekränzt von Wald, ge-stalten das einfache Bild, das uns umgibt; nur vom hohen Söller aus erblicken wir in der Ferne dieThürme der Vaterstadt, den Spiegel des Sees und den Saum der Alpcnkette. Zum stillen und einfachenLeben, das Landbau mehr als Jagd und ritterliche Geselligkeit beschäftigten, paßt die Lage und Art desalten ThurmeS. Der Glanz adeliger Feste, der mit den nahen Burgen des Albis auch Manegg verbandund verschönte, mag jenen seltener belebt haben. Dieses verschiedene Gepräge der Behausungen kehrt inder Geschichte ihrer Bewohner wieder. In den Kreisen des Adels, in ritterlicher Würde erblicken wir dieBesitzer von Manegg bis zu ihrem Erlöschen; in bescheidnerer Stellung diejenigen des Hardcs. Jene hat-ten schon zu Anfang des vierzehnten Jahrhunderts den Höhepunkt ihrer gesellschaftlichen Stellung erreicht;ihren Verfall vermochte selbst die kräftige Persönlichkeit des Siegers von Tättwyl nur aufzuschieben, nicht zuverhindern. Diese treten erst zu Ende des vierzehnten und in der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts be-deutender hervor. Mit dem Adel, den die Blutrache decimirte, den bei Sempach und Näfcls der Todesstoßtraf, waren auch die Ritter auf Manegg, einst obwohl in städtische Kreise-getreten die Freunde undGenossen jener herrschenden Geschlechter, allmälig untergegangen. Die bürgerliche Familie im Hard hatteindessen einen Keim des Wohlstandes bewahrt, der sich erst später entfalten sollte. Und heute noch steht aufdem Grunde ihres Hauses eine friedliche Wohnung, während bald die letzten Trümmer von Burg Maneggverschwinden.

Darum mag eine kurze Geschichte der einstigen Besitzer des HardthurmS als Ergänzung unserer vor-jährigen Erzählung nicht ohne Interesse für unsere Leser sein. Zudem erfüllen wir hiebei eine Pflicht derDankbarkeit. Auch diese Manesse haben an den Geschicken der Vaterstadt, wenn auch minder glänzenden,