Nachricht von der S'tadtbibliothek Jürich.
Als im Jahr 1842 ein um die Zürcherische Stadtbibliothek hochverdientes Mitglied ihres Konventesseine „Geschichte der Wasserkirche" zu veröffentlichen begann, war fast ein halbes Jahrhundert verflossen,seitdem die Bibliothek den Lesern ihrer Neujahrsblätter Kunde von sich selbst gegeben hatte.
Seit dem Blatte von 1729, mit welchem sie ihr erstes Säkularfcst gefeiert, hatte nur dasjenige von1892 in kurzen Zügen von ihr selbst gesprochen. Um so erfreulicher war es dem Konvente, daß durch jenesWerk, welches die Neujahrsstücke von 1842 — 18.48 bilden, eine lange verlassene Bahn wieder betreten unddie Gönner und Freunde unserer Stadtbibliothek mit ihren Schicksalen bis in eine nahe Vergangenheit ausebenso lehrreiche als anziehende Weise bekannt gemacht wurden.
Natürlich knüpft sich aber hieran der Gedanke, bei dieser Vergangenheit nicht stehen zu bleiben, sondernauch der Gegenwart Aufmerksamkeit zu schenken und von Zeit zu Zeit öffentlich Nachricht von unserer Samm-lung zu geben. Daö Beispiel anderer Anstalten und Vereine, welche der Stadtbibliothek in Herausgabevon Ncujahrsblättcrn seit ältester oder neuerer Zeit nachgefolgt sind, ermuntert sie hinwieder, denselben inder Sitte öffentlicher Berichterstattung nachzuahmen. Vielleicht dürfte auch die Hoffnung nicht ungegründetsein, ihr aus diesem Wege Interesse und Theilnahme bei vielen unserer werthen Mitbürger in noch höhcrmGrade, als bisher, zuzuwenden.
Zwar gestatten Zeit und Raum für den Augenblick nicht, mit unsern Nachrichten bis auf dcu Zeitpunktzurückzugehen, mit welchem die „Geschichte der Wasserkirche" schließt, oder eine umfassende Darstellung desjetzigen Bestandes unserer Sammlung zu entwerfen. Aber auch eine kurze, nur die nächstvcrflossene Zeit undeinzelne Gesichtspunkte heraushebende Kunde mag doch dem Leser nicht unwillkommen sein. Und einen ganzbesondern Beweggrund hat die Bibliothek, gerade jetzt eine Reihe solcher Nachrichten beginnen zn lassen.Das Jahr 1849 ist nämlich für sie an Bereicherungen der erfreulichsten Art so ausgezeichnet gewesen, daßes keinen günstigern Anfangspunkt unsers Vorhabens geben kann, so wie denn auch die nachfolgenden Zeilendem Konvente der Bibliothek als die erwünschteste Gelegenheit erscheinen, für die werthvollcn Geschenke,welche sie erhalten^, seinen Dank und seine Freude anszusprechen.
Im Jahr 1849 ist der Stadtbibliothek von vielen Seiten und auf mannigfache Weise höchst dankens-werthe Förderung zu Theil geworden. In dieser Beziehung muß zuerst erwähnt werden, daß die frühereSitte schöner Vermächtnisse an das Institut wieder in volle Uebung kam. Die Hülfsquellen der Bibliotheksind durch nachfolgende Legate aufs Erfreulichste vermehrt worden: