Druckschrift 
Forts. u. Schluß (1850)
Entstehung
Seite
42
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Die übrigen Manche.

Eine große vielleicht zn große Anzahl der Mitglieder der Familie Maneß haben wir bis hieherunsern Lesern vorgeführt; dennoch sind wir weit entfernt davon, alle bedeutenden Männer aufgezählt zu haben,welche jenen edcln Namen trugen. Noch sind manche solche, deren Erwähnung billig sich an die genanntenanreihen sollte. So dürsten wir z. B. des Magister Heinrich Maneß'^), Chorherrn an der Abteiund an der Stift Zürich (1272 1300), und des Priester Heinrich Maneß, Chorherrn an der Abtei(1261 1300?), gedenken, die beide eine höchst angesehene Stellung unter den damaligen Geistlichen Zürichseinnahmen. Oder auch der Bürgermeister I ohannes Maneß, der im Jahr 1393 nach Rudolf SchönsEntsetzung dessen Amt, zwar nur wenige Monate hindurch, bekleidete, dürfte unsere Aufmerksamkeit in Anspruchnehmen.'6») Allein wir eilen zum Schlüsse, indem wir einen kurzen Rückblick aus unsere Forschung werfenund einige Momente auch bei dem Ausgangspunkte unserer heutigen Darstellung verweilen.

Neberschaucu wir im Zusammenhange die lange Reihe der Manesse, so darf mit vollem Recht behauptetwerden , daß ihr Geschlecht nicht nur sehr lange Zeit hindurch das bedeutendste aller Zürcherischen Geschlechterwar, sondern daß es diesen Vorrang auch in einem Grade besessen und behauptet hat, wie schwerlich je eineandere Familie. Während eines vollen Jahrhunderts sehen wir man kann wohl sagen keine wichtigere Hand-lung in oder um Zürich, bei der nicht ein Maneß erschiene. Unsere Urkunden enthalten keinen Namen sohäufig wie diesen, und wenn ihn Rüdger der ältere der eigentlichen Geschichte bleibend einverleibt hat, sotritt er auch im engern Kreise und im Einzelnen allüberall hervor. Die glänzendste Zeit der Manesse wardie zweite Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts. Als die Pröbste Otto und Heinrich der Stift vorstandenund gleichzeitig die bedeutendsten Geistlichen beider Münster in ununterbrochener Reihenfolge und großer Zahlaus ihren Namensverwandten stammten, als Rüdger der ältere in den Kreisen des Adels als Freund undGönner der Kunst und zugleich an der Spitze des städtischen Rathes wirkte, Hugo der alte unter der Bür-gerschaft eine der angesehensten Stellen einnahm, da mochte in der That Zürich im Namen der Manessefast aufgehen. Aber auch dieser voll entfalteten Blüthe des cdeln Geschlechtes war ihre begrenzte Dauerabgemessen. Eine neue Zeit trat ein; emportreibende neue Elemente schufen allmälig das ganze Wesen derVaterstadt um, und obschon der alte Stamm auch im verjüngten Boden noch einige frische und lebenskräftigeSchosse trieb, so erlag er doch endlich dem Geschicke alles Sterblichen. Zwei Jahrhunderte nach dem erstenAuftreten ihres Namens sehen wir die letzten Maneß unbeachtet verschwinden!

Indem wir uns aber von ihnen trennen, fesselt unwillkürlich der Gegenstand unsers dießjährigen Bildes,

Der Magister H. M-, wohl zu unterscheiden von dem gleichzeitigenPriester" (saeercios) H. M. führte ein eigenesSiegel. Im Jahr 1289 zeigt dasselbe loval) den heiligen Michael im Profil, ein Buch in der ausgestreckten Rechten, eine Liliein der Linken, zu seinen Fußen den (vorwärts) gegen ihn aufblickenden Drachen; die Umschrift: «8. Zlsgri. Ileinrici lUanr. Lau.Durieen'»; 1298 ist im Siegel dieselbe Vorstellung, der Heilige jedoch en kaco, der Drache mit rückwärts gewandtem Kopfe gegenihn aufschauend; die Umschrift: »8. blnglstri Iloinr. blsnesso tlan. 'I'kuricen.»

In den Jahren 1353 1377 kömmt ein Johannes Maneß alsI. der krcmer oder als Zunftmeister" häufigvor. S ollte er der nachmalige Bürgermeister gewesen sein? (Bon diesem als solchem eristirt unsers Wissens nirgends eineurkundliche Spur. Bloß die sogen, oft unzuverlässigenRegimentsbücher" erwähnen ihn.) Johann M. B. Z. (vermutklich derZunftmeister) erscheint als Schiedsrichter in einem unter Bürgermeister Nüdger VII. abgehaltenen Gerichte am 23. April I3KK (Urk.Staatsa. Z.) und führt im Siegel den bekleideten Arm eines Mannes mit einem Beutel <oder dem Stößel eines Mörsers) in derFaust, die Umschrift: «8. Ivbis clcl älsnos». Ein anderer Johannes Maneß (am Stade? ans Dorf?) in den Jahren 132t!bis 1344 hat 1334 (im Herbstgedinge) ein Siegel, das in dreieckigem Schilde die beiden Ritter, darum die Umschrift zeigt: «8.Ivkis ckci SIsnesse.»