Seine Gemahlin war aus dem freiherrlichen Hause von Rüßegg. DaS Jahrzeitbuch der Chorherrennennt sie unter dem 4. Mai: „Elisabetha die Gemahlin Rüdger ManesscnS des Ritters, dieTochter des Edeln Ulrich von Rüssegg."
Eine Urkunde von 1305 (3. März) lehrt uns seine Familie kennen. Laut derselben verkauft er einenHof zu Obcr-Asfoltern mit Einwilligung seiner Gattin Elisabetha, seiner Söhne Rüdger, des Chor-herren und Ulrich und seiner Töchter Margarctha, Elsbcth und Anna/?)
Er selbst überlebte nur um wenige Jahre den Vater und die Gattin. „Im Jahr 1309 den 26. Sep-tember starb Rüdger Maneß, der jüngere, Ritter" bemerkt das Jahrzeilbuch.
Sein Siegel ist uns nicht mehr erhalten; Scheuchzer gibt eine Abbildung davon aus einer Urkunde vom6. Mai 1304, mit der Umschrift: 8. IluckAsri Nanossen sunioris. Die oberwähnten Urkunden (Beil. lll.)vom 6. Oktober 1304 siegelte er mit dem Siegel des (verstorbenen) Vaters: 8. küäAeri Unno^on.
4 Nudgers (IV.) des jünger» Söhne.
Von den beiden eben genannten Söhnen Rüdgers des jüngeren ist der eine (wahrscheinlich ältere), Rüdger,durch mehrere Dokumente; der andere, Ulrich, als Vater des Bürgermeister Rüdgers bekannt. Wir führenin Kurzem das Wesentlichste an.
a. Rüdger (V.) war ursprünglich Geistlicher und mindestens von 1305 an Chorherr am Großmünster.Zwischen 1321 und 1325 trat er aus dem geistlichen Stande aus und wurde Mitglied des Rathes undRitter. Diese Aenderung seines Standes mochte damals etwas ganz Ungewöhnliches sein; auch wird sieregelmäßig in den Urkunden erwähnt, und Rüdger immer als Ritter „und gewesener Chorherr", oderetwa auch mit dem sonst nicht vorkommenden Ausdrucke: „der erwirdige Mann" bezeichnet. Mag übrigensder Grund zu diesem ungewöhnlichen Schritte ganz unbekannt sein, Mangel an Vorliebe für kirchliche Dingewar es jedenfalls nicht, was den Chorherrn dazu bestimmte. Denn auch nach seinem Rücktritt in den welt-lichen Stand widmete er der Kirche seine Aufmerksamkeit und die meisten der ihn betreffenden Urkunden sinddurch Schenkungen veranlaßt, die er zu frommen Zwecken gemacht hat. Güter zu Dietikon, zu Schlieren, zuAltstätten, zu Hottingen, zu Küßnacht, zu Stäfa, theils Eigen, theils Erblehen von der Abtei geben er und derBruder Ulrich gemeinsam an Klöster, Kirchen und Kapellen hin. Einen großen Theil ihrer Güter in Leimbachwidmeten sie 1314 (28. Febr.) und 1316 (10. Juni) der Ausstattung der Kapelle des heiligen EgidinSdaselbst, welche seit unvordenklichen Zeiten auf Grundeigenthum der Manessen bestanden hatte und von ihremVater neu erbaut worden war; sie errichteten für dieselbe eine eigene Pfründe, für deren Inhaber sie Haus,Garten und Einkünfte schenkten. ^) Für eine besondere Feier desselben Heiligen in der Großmünsterkircheund für Errichtung eines neuen Altars daselbst zu Ehren der heiligen Maria und aller heiligen Jungfrauen(aufgerichtet in der Abseite nächst der Thüre gegen das Salzhaus) machte Rüdger noch am Ende seines
Jahrhundert auch an die Manessen kam) an die Stadt Zürich gekommen, welche damals jede der beiden Vogteien durch einen besondernVogt regieren ließ, obwohl Wollishofen zur Pfarre Kilchberg gehörte. Später wurde die Vogtei Kiichberg mit der ObervozteiHorgen vereinigt; Wollishofen aber blieb eine besondere Obervogtei, zu der auch Leimbach und Manegg gehörten. Daß die Stadtihre vogteilichen Rechte nach und nach auch über diese, zuvor unvogtbaren Bezirke ausgedehnt, lag im natürlichen Entwicklungs-gänge der Dinge. Wäre die Ansicht der Chronikschreiber gegründet, so hätte die Vogtei wohl eher „Vogtei Mauegg" , als VogteiErtprusi, Kilchberg :c. geheißen.
Urk. Scheuchz. vipl. II. Nr. 8kiZ. Dürsteler lStadtbibliothek Aiser. U >1). Die Tochter Margaretha kommt 43Z4 (Urk.Samml. der Antigu. Ges.) als Wittwe des Ritters Konrad von Tägerfeld vor, vielleicht jenes unglücklichen Tägerfeld, der beiKaiser Albrechts Ermordung Verschworner, aber unthätiger Zuschauer, und seit jener Schreckensthat verschwunden war.
Urk. im Stistsarch. Z. vom IL. Januar >314, 47. März i3t4, il). Juni iZtk. Wegen der Kapelle s. unten Seite 19.