Reujahrsblatt herausgegeben auf das Jahr Beitrage zur Geschichte der Familie Maneß Zürich, Druck Von Orell, Füßli und Comp 'l'ns ll V Veitrüge .zur Geschichte der Familie Maneß. Von kundiger Hand ist in den letzten Neujahrsblättern der Stadtbibliothek die Geschichte der Wasserkirche mit großer Liebe beschrieben worden. Die bedeutenden Erinnerungen, die sich sür Zürich an das schöne Gebäude knüpfen, insbesondere die Schicksale der werthvollen Sammlung, der dasselbe zum würdigen Aufenthalte dient, von ihrem ersten Ursprung an bis zur gegenwärtigen erfreulichen Entfaltung, haben unsere Leser kennen gelernt. Und wie die anziehende Stätte selbst, so ist auch jene Darstellung, in noch reicherem Maße, mit den sprechenden Bildern der Männer geschmückt, die sich um Zürichs geistiges und wissenschaftliches Leben ausgezeichnetes Verdienst erworben haben. Die Bibliothek bewahrt die Früchte ihres Fleißes und ihrer Bemühungen; die Geschichte der Bibliothek wird von selbst zu einem ununterbrochenen Zeugnisse ihrer Wirksamkeit, die sie uns in lebendiger Anschauung vorgeführt hat. So sind denn in ihr, wie in einem reichen Kranze, die schönsten Blüthen unserer vaterstädtischen Kulturgeschichte seit den letzten zwei hundert Jahren zu einem anziehenden Ganzen vereinigt. Schwer hält es, nach solchem Vorgange, unsern Lesern ein Neujahrsgeschenk darzubringen, das sich eines auch nur ähnlichen Werthes erfreuen möchte. Den Versuch dazu können wir nur mit einem Gegenstande wagen, der mit Zürichs litterarischer Geschichte in enger Verbindung steht. Hinaussteigend durch die eben geschilderten Zeiten, durch die Epoche der Reformation, die zu ihrer Entwicklung den Anstoß gab, ja noch durch die vorangegangenen Jahrhunderte kriegerischer Verwilderung, auS denen nur die Gestalt „Meister Hemmerlin's" als einsamen Trägers eines nicht ganz erloschenen Funkens geistiger Bildung hervorragt — suchen wir eine frühere Periode auf: Das Zürich, das schon im dreizehnten Jahrhunderte der Glanz der Musen umleuchtete. Unser dießjähriges Bilv zeigt eine Stätte, die ihnen damals gewidmet war. Wem unter uns sollte sie nicht bekannt und lieb sein? Ja wohl, wie oft haben wir Alle jene Höhe erstiegen und uns an dem unvergleichlichen Anblicke erfreut, den sie von ihrem Gipfel aus gewährt! Und wenn dann unser Auge von der Anmuth des Sees, von der düstern Einsamkeit des SihlthalS oder der Majestät der purpurbeglänzten Alpeu- kette sich rückwärts wandte auf die Stelle selbst, die so viel Herrliches dem Blicke eröffnet, — wie sehr ward der empfangene Eindruck durch den Gedanken erhöht, daß schon vor Jahrhunderten ein edler Geist hier seinen Wohnsitz sich erwählt, sich des gleichen entzückenden Anblicks in sinniger, kunstgeweihter Muße erfreut habe! Der Name Rüdiger Mauessenö des Dichtcrfreundes, jedem Zürcher wohlbekannt, ist in der That nicht der geringste Schmuck der lieblichen Manegg. Nach einem halben Jahrtausend unverdienter Vergessenheit haben Zürcherische Gelehrte, Bodmer und Brcitinger, ihn zuerst wieder in Helles Licht gesetzt, hat ihn Johannes von Müller der vaterländischen Geschichte auf immer eingefügt und der geschmackvolle Ordner jenes unmuthigen Spazicrgangs ihm dort ein einfaches und ansprechendes Denkmal gewidmet. t Was aber die Freude der ersten Entdecker ungewiß und dunkel gelassen hat, das will die ruhigere Betrachtung unserer Tage gründlicher erforschen, selbst auf die Gefahr hin, daß solche Forschung das Andenken früherer Zeiten manches romantischen Schmuckes entkleide. In dem sorgfältigen Aufsuchen jeder wirklichen Spur der Vergangenheit beweist sich eine dankbare Gesinnung am meisten. Eine urkundliche Geschichte der Familie Maneß wird das würdigste Zeugniß unserer Vorliebe für jene Erinnerungen, das beste Geschenk sein, das wir, eingedenk mancher frohen Stunde auf Mauegg, Denen anbieten können, die nach uns dorthin kommen werden. Mögen es daher unsere Leser entschuldigen, wenn wir aus dem Versuche einer solchen Geschichte ihnen in Kürze mittheilen, was sich auf die edle Familie im Allgemeinen, insbesondere dann aber ans die Besitzer der freundlichen Burg bezieht. Vom Ursprünge der Familie Maneß. Der Ursprung der Familie Maneß läßt sich, wie wohl derjenige der meisten Geschlechter heutiger Zeit, nicht mit völliger Bestimmtheit nachweisen. Ob sie von ursprünglich freiem (allemannischem) Stamme von Güterbesitzern der Umgegend, vielleicht später Vasallen der Abtei Zürich, hergekommen, oder aus Ministerialen (Beamten) des Reiches oder der Abtei sich zu höherm und ritterlichem Stande emporgearbeitet, muß unentschieden bleiben. Alles was wir wissen, ist, daß sie schon in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts im Besitze theils von wahrem Eigen (Grundeigenthum, für das sie keinen Lchensherrn zu erkennen hatten), theils von Lehen der Abtei und anderer Grundherrn in und um Zürich waren.H Dagegen bietet ihr Name — Manezze oder Manez nach der ältesten Schreibart — eine auffallende Verschiedenheit von den übrigen', aus jener Zeit bekannten Zürcherischcn Geschlechtsuamcn dar. Denn er rührt weder von einem Amte oder Berufe her, wie: Meyer, Keller, Zoller, Mülner, Pfistcr u. a. m.; noch von einem Orte, wie: von Kloten, von Lunkuft, von Beggenhoven, von Hottingen, in Gassen, am Stad, von Set. Peter u. a, m.z noch verdankt er einer körperlichen Eigenschaft seinen Ursprung , wie: Brun, Schwarz, Wyß, Wello („der starke"); oder ist ein ganz willkürlicher Zuname, wie: Fink, Meis, Biber, Löw, Schafli u. a. m. Vielmehr scheint die Znsammensetzung des Namens: Man-ezze, d. h. Manns-esser, Manns-tödter,2) auf eine That, auf einen bestimmten Vorfall hinzudeuten, aus welchem derselbe enisprun- gen sein mag. Und eben dahin weist auch das bekannte Zeichen oder Wappen des Geschlechtes, das schon auf den ältesten Siegeln desselben sich findet und, unbezweifelter Maßen, einen Zweikampf Gewappneter darstellt, von denen der Eine, unter dem tödtlichen Streiche erliegend, sein Schwert aus den Händen entgleiten läßt. Welches aber dieser Vorfall gewesen sei, ist bei dem Mangel aller Nachrichten nicht auszumiteln. Ferner ist der Umstand auffallend, daß das Geschlecht der Maneß, obschon bereits in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts eines der bedeutendsten und zahlreichsten, in den Zürchcrischen Urkunden des zwölften Jahrhunderts neben anderen jener Namen, die weit minder bekannten Familien angehören, nirgends vor- ') Wenn wir hier uns bestimmter wissenschaftlicher Ausdrücke bedient haben, um die Standesverhäitnisse früherer Zeiten zu bezeichnen, so möge unö der Umstand zu Gute kommen, daß dieselben sich in allgemein verbreiteten Werken, wie „das alte Zürich" von Herrn Kirchenrath vr. Vögelin, „die Geschichte der Republik Zürich" von Herrn Dr. Bluntschli u. a. m. hinreichend erläutert finden. 2) Die richtige Aussprache hat daher den Ton auf die erste Sylbe. „Müneß" und nicht auf die zweite - Maiwß fwie eS gewöhn? iich geschieht) zu legen, insofern man nicht vorzieht, bei der vollern Form: „Manösse" stehen zu bleiben. — 3 - kömmt; mag dieß nun daher rühren, daß die Familie ursprünglich freies Landbcsitzthum in der Umgegend bewohnt hätte, erst später mit der Stadt in Berührung tretend, oder auf fremden Ursprung des Geschlechts hindeuten, wie ihn Sprachforscher aus der Eigenthümlichkeit des Namens vermuthet haben. Sei dem wie ihm wolle, die ersten Maneß, welche wir urkundlich erwähnt finden, gehören der frühern Hälfte und Mitte des dreizehnten Jahrhunderts an. Verschiedene Zweige der Familie lassen sich von da an unterscheiden; in mehr als einem erblicken wir Männer, die ausgezeichnet durch persönliches Ansehen, in geistlichen und weltlichen Würden, als Ritter und Kaufleute, als Freunde der Wissenschaft und Kunst eine hervorragende Stelle unter ihren Mitbürgern einnehmen. Uns soll gegenwärtig nur einer dieser Zweige und auch von diesem nur eine Abtheilung beschäftigen; derjenige nämlich, nach dessen zwei Linien bisher die ganze Familie benannt und in die „Manessen vom Hard und von Manegg" eingetheilt zu werden pflegte. Von ihrem gemeinschaftlichen Haupte ausgehend, verfolgen wir einzig die Schicksale der letztem, Nüdger. sl.) Der Stifter der eben genannten beiden Linien des Geschlechtes Maneß war der im Jahr 1253 verstorbene Ritter Rüdger. Nur wenige Zeugnisse, ihn betreffend, sind uns erhalten; dennoch genügsame, um über ihn und seine Nachkommen sichere Kunde zu geben. In den Jahren 1224 und 1227 finden wir ihn, noch ohne den Titel eines Ritters, unter den Bürgern von Zürich bei Lehensertheilungen der Äbtissin zum Fraumünster und des Grafen Rudolf von Habsburg als Zeugen genannt; im letztern Jahre folgt sein Name unmittelbar auf diejenigen der anwesenden Ritter. H Dreizehn Jahre später, rlo. 1240, erscheint er bei einer ähnlichen Handlung mit dem Beisatze: Ritter und Reichsvogt. Dieses Amt eines Reichsvogts zeugt für die bedeutende Stellung, welche Rüdger (I.) unter seineu Mitbürgern bekleidete, mochte dasselbe von der Stadt laut kaiserlichem Privilegium oder eigenmächtig ihm verliehen worden scin.^) Aus einer Urkunde vom Jahr 1251 lernen wir seine Besitzungen kennen. Gegen ein Wäldchen zwischen d em Käferholze und Affoltern (bei Höngg) gelegen, das er als Lehen vom Kloster Einsiedeln besitzt, tauscht er ein Grundstück „neben seinem Hofe im Harde gelegen" ein, welches als Erblehen der Abtei Zürich an die Bewohner von Wipkingcn verliehen ist. Kloster und Abtei willigen in den Tausch, beide getauschte Grundstücke sollen künftig Lehen von der Abtei sein; das Kloster empfängt von Rüdger als Entschädigung ein Eigcngut desselben im Harde, welches künftig sein Lehen vom Kloster sein soll.^j 2) Urkunde von 1224 bei Herrn Zetler-Zundel. Urkunde von >227 Herrgott. <7en. 4.ustr. II. pag. 232. Die Nitkerwürde war eine rein persönliche, die durch bestimmten Akt für den Einzelnen erworben wurde. Allmäblig bildete sich zwar ein eigener Ritterstand aus; Söhue und Nachkommen von Rittern (Nitterb ür tige) wurden von andern Bürgern unterschieden, aber dennoch hießen sie nicht Ritter und es blieb die Würde eines Ritters einerein persönliche. Die Ritter werden stets als solche, als lUiiites, bloße Ritierbürtige niemals mit diesem Titel, hie und da aber als „armlgeri" bezeichnet. (Siehe über diese Verhältnisse den Richtebrief (Ältestes Gesetzbuch) von Zürich. IV. 25. Archiv f. Schweiz. Gesch. Bd. V pag, 2kg. — ^rmigeri S. Ilucaogs.) «) Urk. von 1240 Stadt-Arch. Zürich. A. Schachtel I. (Nr. 54); „kueügorus Alaoe??« miies arivoeatus." 5) Bluntschli Z. Staats- und Rechtsg. I. pog. 237. Kopp. Eidg. Bünde. II. pag. 34. Note 7. Urk. Staatsarchiv Zürich. S. Beilage ^4. — Zu dem Hofe gehörte wahrscheinlich bereits der Hardthurm, der später im Besitze von Rkdgers Enkel Heinrich ausdrücklich genannt wird. — Einen Theil der an Cinsicdeln abgetretenen Grundstücke hat R. erkauft von den Rittern Arnold und Burkard von Hottingen, die aus der „Geschichte der Wafferkirche" von Herrn Kirchenrath Vögelin 2) Herrg. Keneai. 4.uslr. III. pgz. S49. — Dürsteler Geschichte der Klöster -c. Stadtbibl. Z. Nsor. k. t4. (Abtei) psg. 3s. >5) Stadtbibl. Z. Scheuchzer vipt. Iletvet. Nr. 650. — ^) Urk. Staatsarch. Z. — ^) Urkunde ebenda. '2) Sch. v. II. Nr. 533. („das alte Zürich" von S Vögeli Nr. 36V). — ^) Idid. Nr. 7V6. ». 2°) Ibid. Nr. 735. 0. u. e. Kopp. Eidg. Bünde II. psg. 45. Note t, L, 3. — 2!) Stadia. Z. Urk. Staatsa. Z. Arch. für Schw. Gesch. Bd. I. Regesten Nr. 6V und 64. pgg. 99. 100. 22) Urk. Stlstsarch. Z. 2-y Horrg. Ken. 4ustr. II. 353 Kopp. Eidg. Bünde II. pag. 47s. 2") Kopp. Eidg. Bünde II. pgg. 477 und psg. 34. Note 4. ??) Stadtarch. Z. A. III. Nr. ta. oder ihre Nachfolgerin Elisabeth von Sviegelberg 1298—1307). 2°) Ein eigenthümliches Schicksal hat diese Gesänge nach Jahrhunderten zuerst wieder zwei zürcherischen Gelehrten und durch sie der gebildeten Welt in die Hände gelegt. Ist daher auch ihre Annahme unbegründet, daß die Sammlung wirklich diejenige der Manessen gewesen sei, von der Hadloub spricht, so darf doch der Name der Manessen, den die Entdecker ihr gaben, ihr auch für künftig billig belassen werden. (S. Geschichte der Wasscrkirche von S. Vögelin. ti)t. Nr. 8). Auf Rüdger Manez und Johannes Manez, t. Wo kann man finden so manch' Gedicht? Man findet ihr' nicht im Königreiche, Was man in Zürich sehen kann. Man übt da viel den Meistersang. Der Manez rang gar tugendreiche, Daß er das Liederbuch gewann. Seinem Hof mögen Sänger sich neigen, Ihn preisen sey's an welchem Ort; Denn Sang hat Stamm und Wurzeln dort, Und wo ihm ein Ort gut Lied möcht' zeigen, Er würbe darnach fort und fort 2. Sein Sohn, der Küster, nimmt auch gar Des Sanges wahr; manch' Lied der Minne Die Herren gut gesammelt ha'n. Ihr Lob beweiset wohl sich hie. Wer lehrte sie im Anbeginne? Der nahm sich ihres Ruhms wohl an. Das that ihr Sinn; der richtet sie auf Ehren, Wie'ö von Geburt an stets geschehn. Sang, womit Frauen, schmuck und schön, Man kann erhöh'n, ihr Lob zu mehren, Den wollten sie nicht la'n zergehn. - 8 - 3. Wer hat an edelm Sänge Lust, Dem füllt die Brust gar edles Sinnen. Sang ist ein gar so edel Gut. Nur edler Sinn nimmt seiner wahr , Von Frauen klar, von edlem Minnen, Von diesen zwey'n kömmt hoher Muth. Was wär' die Welt ohn' Frauen hehr und schöne! Denn wem ein Lied je wohl gelang, Der dankt des Herzens hellen Klang, Den guten Sang, die süßen Töne Der Frauen Reiz, die ihn bezwäng. Schade, daß wir von den Sängern, die gemeinsam mit Hadloub an des Manessen „Hofe" freundliche Aufnahme finden mochten, keinen andern mehr kennen! Vielleicht sind auch unter ihren Liedern solche gewesen, in denen sie den kunstliebenden Ritter und seinen Sohn priesen. Doch von Einem wissen wir, daß er mit Rüdger in freundschaftlicher Verbindung gestanden hat, von dem gelehrten Konrad von Mure, der vielleicht zum Gedeihen der Sammlung seinerseits beigetragen hat. Denn als dieser durch seinen letzten Willen Verfügungen zu Gunsten der St. Marienkapelle beim Großmünster traf, in welcher er begraben liegt, setzte er Rüdger Manessen zum ersten seiner Testamentsvollstrecker ein, wie eine von denselben am 1l). Juli 1282 ausgestellte Urkunde ausweist."') So war denn wirklich unser Ritter nicht nur an äußerlichen Ehren, sondern auch an solchen reich, von denen der Dichter spricht, an Verständniß und Liebe für die höchste Bildung seiner Zeit. Es bleibt uns übrig, noch von seinen Besitzungen und von seiner Familie zu sprechen, welche beide wir aus einigen noch erhaltenen Urkunden kennen lernen. WaS die ersten betrifft, so haben wir oben gesehen, daß er in der Stadt ein „steinernes" d. h. für die damalige Zeit ausgezeichnetes Haus am Stade mit seinen Geschwistern gemeinschaftlich besessen und verkauft hat. Welches von da an seine Wohnung gewesen, ist nicht mit Gewißheit zu bestimmen; indessen fast nicht zu bezweifeln, daß es der später im Besitze des Sohnes und Enkels vorkommende Ritterthurm oben an der Schafligasse (Manessenthurm und nachmals Schwcndenthurm gmannt) gewesen sei.^) Jedenfalls gehörte seine Wohnung in der Stadt zu den bedeutenden. Der Ausdruck „des Manessen Hof" in Hadlvubs Gedichten, und anderwärts in Dokumenten, wie auch die Verhandlungen, die in seiner Behausung gepflogen worden, weisen darauf hin. So schließen z. B. die Edclu von Tengen: Kvnrad, Chorherr in Straßburg, Heinrich und Konrad die Ritter, seine Brüder, im Jahr 1278 (12. Januar) einen Kaufvertrag mit dem Kloster Oedcnbach „in der vordem stube" des HauscS von Nüdger Maneß; 1287 (23. April) dieselben Edeln einen Kauf mit dem Chorhcrrnstiftc Zürich „im Hause Rüdgcr Mancsscns deö Ritters"; 1287 (1. Februar) errichtet der Edle Lütold von Regensperg ebendaselbst eine Schenkung an die nämliche Stift — Alles in Gegenwart zahlreicher Zeugen, worunter der Hausbesitzer selbst und mehrmals auch sein Bruder Johannes genannt werden. Konrad von Mure starb den 30. Mai 1281. — Die Urk. vom >0. Juli 1282 nennt Rüdiger Maneß, Ritter Jakob Mütner und Ulrich von Schönenwerth mit Probst Hugo von Einbrach und dem Custos der Stift, Hugo von Mütimalten, als Testamentsvollstrecker. Siiftsa. Z. 52) Der Thurm „zum Großen Erker" oben an der gegenwärtigen „Schoffelgasse" (!) Die Gasse hieß „Schafiigasse" nach dem Geschlechte der „Schafft", eines der ältesten Zürichs. S. Vög. das alte Zürich psg. 54 und Note >43. b-) 1273 (12. Januar) Urk. Staatsa. Z. - 1237 (l. Februar) Urk. Stiftsa. Z. Sch. v. N Nr. 72g. -I. - 1287 (23. April) Sch. 0. II. Nr. 72K o. — v - Außerhalb der Stadt scheint Rüdger die väterlichen Güter im Hard eine Zeit lang gemeinsam mit dem Bruder besessen zu haben; später aber sehen wir diesen und seine Nachkommen allein im Besitze derselben, Rüdger dagegen hatte seine Güter in der Nähe der Burg Manegg, die ihm zugehörte. Drei Urkunden vorzüglich geben hierüber Aufschluß, eine vom Jahr 1294 (26, Februar) und zwei vom Jahr 1363 (16. Januar); alle drei beziehen sich zunächst auf einen der Söhne Rüdgers, den Chorherren und Saolastiorw (Schulherrn) der Stift zum Großmünster Rüdger Maneß, Laut der ersten Urkunde hat Rüdger, der ältere, diesem seinem Sohne mit Einwilligung seiner beiden andern Söhne, Johannes des Chorherrn und Nüdgers des Ritters, und seiner Gattin Margarethe einen Hof zu Oberleimbach um 66 March Silber zu Eigenthum verkaust. Laut letztern Urkunden dagegen widmet der Chorherr Rüdger den erkauften Hof der Pfründe des Altars des heiligen Gallus in der Großmünsterkirche, indem er sich indessen vorbehält, denselben wieder „zu seinen oder seines Vaters oder Bruders (Rüdgers) und Bruderserben Handen" zurückzuziehen und andere Güter von gleichem Werthe für die gestiftete Pfründe anzuweisen „weil der besagte Hof bei der Burg Manegg liege."^) Unzweifelhaft geht aus dieser Andeutung hervor, daß die Besitzungen Rüdgers des ältern damals schon nicht nur den Hof von Oberleimbach, sondern auch die Burg Manegg umfaßten. Denn wozu würde sonst dieser Vorbehalt von seinem Sohne in solcher Weise bestimmt und begründet? Daß aber auch noch andere Güter in derselben Gegend, namentlich ein großer Theil von Unterleimbach und die Waldungen um die Burg, der Familie gehörten, ist aus spätern Urkunden ersichtlich. Wann und wie sie übrigens dieselben erworben habe, ist unbekannt.^) Genug, daß aus dem oben Angeführten mit Sicherheit erhellt, daß Rüdger im Besitze der Burg gewesen, von der seine Nachkommen den Zunamen tragen. Wohl dürfen wir also annehmen, daß die geselligen Kreise, deren Hadlonb gedenkt, das reizend gelegene Schloß häufig belebt, daß die Muse des Gesanges dort oft eine freundliche Zufluchtsstätte in rauher kriegerischer Zeit gefunden habe! In hohem Alter, nach viclbewcgtcr und ehrenvoller Laufbahn starb Rüdiger Maneß. DaS große Jahrzeitbuch der Stift gedenkt sein mit der Angabe: „Im Jahr 1364 den 5. September starb Ritter Rüdiger Maneß der ältere." Zwei Gemahlinnen hat er vor sich scheiden gesehen. Die eine erwähnt dasselbe Buch zum 23. Julius mit dem Namen: „Adelheid, die Gemahlin Ritter Rüdiger M anesse ns des alten." Die andere, Margaretha, muß zwischen 1294 und 1363 gestorben sein; denn die oben angeführten Urkunden aus diesen Jahren nennen sie im Jahr 1294 als lebend, 1363 als verstorben; im Jahrzeitbuche steht ihr Name unter dem 31. Oktober: „Margaretha, die Gemahlin Ritter Rüdger Manessen des ältern."^) 24) Urkunden Stistsa. Z. S. Beilage N und L. 22) In einer Urkunde (bei Neugart l. pgg. 58g) vom 2g. April 924 treffen wir eine» kuoiigei als Zeugen bei Verhandlungen über Zehnten der Abtei Zürich in Wipkingen (gegenüber dem Harde) und in Leimbach. Sollte es ein Vorfahre der Manessen gewesen sein? — Die Burg Manegg haben wir zum ersten Male in der eben zilirten Urkunde vom lg. Januar 1Z0Z erwähnt gefunden. Die Angabe, daß Rüdger Maneß dieselbe am K. Oktober t304 von den Eschenbach gekauft habe (wie es von I. v. Müller, Schw. G. Buch II. Kap. II. und allen, spätern Geschichtsschreibern erzählt wird) widerspricht obigem Dokumente und scheint lediglich auf einer mißverstandenen Stelle von Tschudi's Chronik zu beruhen. S. unten Seite 12. Note 45 und 46. Den Namen Manegk bezeichnet Tschudi als einen neuern und Monegk als den ältern Namen der Burg. Seine Nachfolger (Stumpf ic.) behaupten, daß erst die Manessen den alten Namen Monegk in Manegg umgewandelt haben. Alterthumsforscher leiten denselben auch jetzt noch von dem altdeutschen Worte MSn i. e. Mond ab. Sollte er wirklich keinen ursprünglichen Zusammenhang mit dem Namen Manesse haben? 2°) Nach der Urkunde Beil. L. t war Margaretha die Mutter Rüdgers des seol. Wahrscheinlich war sie auch die Mutter der übrigen Söhne und Adelheid die zweite Gemahlin Nüdgers des ältern. Sollte diese hingegen die erste Gattin gewesen 2 - 10 - Von vier Söhnen überlebte Rüdger drei: die oben genannten Chorherren Johannes und Rüdger, und einen vor 1294 verstorbenen, ebenfalls dem geistlichen Stande angehörigen Sohn des Taufnamens Manesso^) Um den Nachlaß des Chorherrn Rüdger hatte der Vater noch im letzten Jahre seines Lebens, den 12. Juni 1304, einen vom Bischöfe zu Gunsten der Chorherrenstift entschiedenen Streit. Der vierte Sohn, Rüdger der Ritter (gewöhnlich Rüdger der jüngere genannt), folgte dem Vater wenige Jahre nach seinem Heimgange nach. Rüdgers II. Siegel zeigt in dreieckigem Schilde die beiden Ritter, rund herum die Worte: 8. kückigeri (S. Rüdigers Manessen.)^) S. Rüdgers (II.) des altern Söhne. Nicht in demselben Maße wie Rüdger der ältere, sind seine Söhne bekannt, ungeachtet wenigstens der eine derselben, Johannes der Custos, des Vaters edle Bestrebungen getheilt und unterstützt hat. Billig schenken wir also diesem mit seinen Brüdern einige Augenblicke unserer Aufmerksamkeit und führen dann in Kürze unsere Leser bis zu Rüdger des ältern kriegerischem Urenkel hin. a. Rüdger (III.), der Chorherr, vermuthlich der älteste der drei geistlichen Söhne Rüdgers II., erscheint in zahlreichen Urkunden, die sich meistens auf seine Angelegenheiten beziehen und Vergabungen betreffen, die er an die Stift zum Großmünster aus verschiedenartigen Gründen macht. Dieselben geben ein eigenthümliches und nicht immer vortheilhaftes Bild der damaligen, von unsern Begriffen so weit abweichenden Denkungsart und Lebensgewohnheiten. Einige davon haben wir oben erwähnt. Daß Rüdg er übrigens bei aller Freiheit der Sitte, auch der gelehrten Bildung nicht fremd geblieben, geht aus der ihm übertragenen Würve eines 8cola8tious oder Aufsehers über die Schule der Stift hervor. Denn nachdem diese Schule unter der Leitung von Konrad von Mure einen bedeutenden Aufschwung genommen, wird ihre Pflege wohl nicht sofort wieder in ungeeignete Hände gelegt worden sein. Die Würde des 8colg5tiou8 war eine der bedeutenderen am Stifte; mehrmals erscheint Rüdger darin als Stellvertreter des Probstes (Johannes von Wildegg), wie dieß auch bei seinen Nachfolgern vorkömmt. Rüdger erhielt im Jahr 1272 die Anwartschaft auf eine Chor- herrenpsründe^); erscheint von 1283 an als Chorherr, spätestens von 1296 an als Schulherr, und starb am 18. März 1304. Das Jahrzeitbuch gedenkt seiner unter diesem Tage mit der Angabe: „Rüdger Maneß 8cola8tiou8 dieser Kirche." sein, so müßte mindestens Rüdger der jüngere Ritter (nach ihrer Bezeichnung im Jahrzeitbuche zu schließen) ihr Sohn gewesen sein. — Bodmcr (Proben der Schwäb. Poesie. Vorbericht psg. XIV.) nennt als Gemahlin Rüdgers des ältern eine Elisabetha Wolfleipsch, eine ganz unbegründele, wahrscheinlich aus den Dürsteler'schen Sammlungen entlehnte Angabe. Kopp. Eidg. Bünde II. psg. 34, Note 4. vermuthet, daß die im Jahrzeitbuche der Chorherrenstift Zürich aufgeführte Elisabeth, Tochter Ulrichs von Nüßegg, die Gattin Nüdgers des ältern gewesen sei. Allein diese wird vielmehr jene Elisabeth« gewesen sein, die urkundlich als Gattin Rüdgers des jüngern genannt wird, für welchen das Jahrzeitbuch sonst keiner Gattin gedenkt und dessen Sohn Ulrich ohne Zweifel zu Ehren des mütterlichen Großvaters seinen Taufnamen erhielt. Das Ansehen, dessen der Vater in Zürich und bei dem Adel des Landes genoß (vielleicht auch Reichthum), mag dem Sohne die Gemahlin aus dem höher stehenden Hause erworben haben, deren vornehme Geburt das Jahrzeitbuch heraushebt. (S. unten.) ^) „Manesso" kömmt auch später noch als Taufnahme vor. Ähnlicher Weise z. B. Bruno Brun. Kenner des Mittelalters versichern, daß von mehrern Söhnen öfter der eine den Geschlechtsnahmen des väterlichen, der andere denjenigen des mütterlichen Großvaters zum Taufnamen oder wenigstens Zunamen erhielt. n) S. Tafel II. Nr. I. 2») Eine Urkunde vom 25. Mai 1272 (Stiftsa. Z.) nennt als Kandidaten für erledigte Chorherrenpfründen (soeli erspavtani.es) unter andern: Rüdger Maneß, Johannes Maneß, . . . Manez. Gelten diese Namen, wie höchst wahrscheinlich, den drei geistliche» Söhnen Rüdger des ältern, so dürfte ihre Rangordnung wohl zugleich diejenige des Alters sein. - 1! - Johann von Müller und Spätere haben seinen Namen mit demjenigen des spätern Schulherrn Rudolf Maneß verwechselt, der in der Mordnacht Februar 1350) ums Leben kam. Dieser gehörte einem ganz andern Zweige der Familie anJ°) Rüdgers jlll.) Siegel (oval) zeigt das gewöhnliche Zeichen der Stelle , die er bekleidete, einen lesenden Geistlichen in sitzender Stellung, mit der Umschrift: 8. kuoäi^ori Sovlasliei tlluricensis (Siegel Rüdigers des Schulherrn in Zürich.) b. Johannes, der Custos. Im Jahr 1272 unter die Ansprecher aus eine Chorherrenpfründe aufgenommen, kömmt er von 1281 (^/27- Juli) als Chorherr, von 1296 (15. August) an als Custos der Stift häufig in Urkunden vor. Mei- stentheils beziehen sich dieselben auf Angelegenheiten der Zürcherischen Stifte und Klöster, wobei er als Zeuge beigezogen ward; eine andere vom Jahr 1290 (29. April) betrifft die Uebergabe sämmtlicher Güter des Hauses Rapperschwyl im Lande Uri an das Kloster Wettingen durch Gräfin Elisabeth von Homberg-Rapperschwyl/') Für das Ansehen, das ihm Geburt und persönliche Vorzüge geben mochten, spricht neben diesen Dokumenten die Stelle, welche er an der Stift unmittelbar nach dem Probste einnahm. Ihn (denn kein anderer seines Geschlechtes hat jenes Amt bekleidet) feiert Hadloub in seinem Lobgedichte als einen Freund der Kunst, deren Pflege ihn zu seinem Range emporgebracht haben mag. Noch 1330 wird seiner als des einstigen tdesaurarius oder oustos gedacht, bei Anlaß eines Kirchenschmuckcs, den er der Stift geschenkt hat.^) Er starb im Jahr 1297. Den 20. Mai jenes Jahres gibt das Jahrzeitbuch als seinen Todestag an: „Johannes Maneß, tllssaurarius dieser Kirche." Sein Siegel (oval) zeigt die beiden Ritter mit der Umschrift: 8. lolmunis Nauoss canoniei preposituro ttuii-ioousis, Johannes Maneffen, Chorherr der Probstei Zürich.^) o. Manesso der Chorherr. Von diesem, vermuthlich dem drittältesten der geistlichen Söhne Rüdgers II., wissen wir weiter nichts, als daß er Mitglied der Chorherrenstift am Großmünster gewesen ist. Daß er 1294 schon verstorben war, zeigt der Umstand, daß er in der oben angeführten Urkunde in jenem Jahre nicht mehr neben den Brüdern erwähnt wird. Ihm und dem Custos Johannes stiftet der scolusticuZ Rüdger 1303 eine Jahrzeit. Wahrscheinlich ist aus ihn die Angabe des Jahrzeitbuches bezüglich: „1284 den 16. September starb Manezo, Chorherr dieser Kirche." 6. Rüdger IV. der Ritter, der jüngere. Der bekannteste unter Rüdgerö des ältern Söhnen ist der Ritter Rüdger (IV), gewöhnlich Rüdger i") Bullinger und Tschudi nennen ganz richtig: Rudolf Maneß, wie auch das Jahrzeitbuch und Eberhard Mülners Chronik ausweist. Dieser Schulherr Rudolf Maneß besaß das nachmalige Haus des Klosters Nüti (GhgerhauS) an der heutigen Gygergasse. S. das alte Zürich, Note 42. Mit Rud. M. kam zugleich der Stadtbaumeister Johannes Hentschuher (der ältere) um, wie das Jahrzeitbuch der Stift ausweist. Der Abschreiber des uns erhaltenen Eremplars von Eberhard Mülners Chronik hat aus Jenem irrthümlich einen: „Johannes Hainz Sinower" gemacht. (S. Mittheilungen der zürch. Gesellsch. für Vaterland. Alterth. Bd. II. „Die ältesten deutschen Jahrbücher der Stadt Z." pgg. 77). Hentschuher hieß ein altes Geschlecht der Stadt. ") Urk. von 1281, 1284, 1231, 1234, 1236 im Stiftsa. Z. und in Scheuchz. vipi. Helv. Urkunde vom 23. April 1232 in llerrg. (-so. ^ustr. II. psg. S42. Scheuchzer 0. H. Nr. 1136 a. Pergamentrolle im Stiftsa. Z. ") S. Tafel II. Nr. 2. — 12 — der jüngere genannt. Während seine Brüder sich sämmtlich der Kirche gewidmet, ward er in Würde und Besitzungen der Nachfolger des Vaters und setzte das Geschlecht fort. Vom Jahre 1286 au finden wir ihn regelmäßig unter den Rittern im Fastcnrathe (Frühlingöraihe), in spätern Jahren, bis 13t)9, an der Spitze derselben, wobei er bis nach dem Tode des Vaters im Jahr 1394 mit dem Beinamen „der jüngere" bezeichnet wird; von jener Zeit an aber fehlt dieser Zusatz.^) Ebenso ist er Zeuge bei mannigfachen Verhandlungen verschiedener Personen, die in jene Jahre fallen. Von besondern öffentlichen Begebenheiten, bei denen er betheiligt gewesen, ist uns nichts bekannt. Dagegen ist er es, auf den sich die Handlung bezieht, aus der die Geschichtschreiber einen Kauf der Mancgg gemacht haben. Laut zweien im Staatsarchive Zürich noch vorhandenen Urkunden vom 6. Oktober (St. Fidentag) 1394 erhielt nämlich an jenem Tage Ritter Rüdger Maneß^) von dem Edlen Walther von Eschenbach und seinen minderjährigen Brüdern Mangolt und Berchtolt die Vogteirechte über Leute und Gut „von dem Bache zu Ertprust (oberhalb Wollishofen) an unz gen Zürich und von dem Zürich- sew unz an Albis den Berg" kaufweise zu ewigem Lehen für sich und seine Erben. Tschudi, indem er dieß unter jenem Datum erzählt (Tom I. pug. 232), fügt hinzu: „in diesem Kreis liegt die Burg Monegk, jezt Manegk, am Albis, so jetz gebrochen und die Pfarr Kilchberg." Aus dieser Bemerkung des berühmten Geschichtschreibers haben dann spätere die Behauptung gezogen, es sei die fragliche Vogtei (gewöhnlich Vogtei Kilchberg genannt) mit dem Besitze des Schlosses Mancgg in Verbindung gestanden und mit dem Erwerb jener Rechte zugleich auch der Erwerb der Burg selbst verknüpft gewesen. Allein nicht nur haben wir schon früher die Manessen im Besitz der letztern sowie der Güter in Leimbach gefunden, sondern es ist auch bei der ganzen Verhandlung jenes Jahres von einem Erwerb von Grundeigenthum nirgends die Rede und in den Urkunden, auf die sich Tschudi's Notiz stützt, ist weder von solchem, noch von dem Schlosse Manegg auch nur mit einem Buchstaben Erwähnung gethan. Ja, wenn auch Leimbach und Manegg zur Zeit jenes Kaufes wirklich in dem Bezirke, den die Urkunde beschreibt, gelegen haben mögen, was die unbestimmte Ausdrucksweise derselben immer noch bezweifeln läßt, so werden doch die vogteilichen Rechte, um die es sich handelt, sich damals auf die Besitzungen der Manessen wahrscheinlich nicht bezogen, oder durch den Uebergang in die Hand der nämlichen Familie, die das Gründeigenthum besaß, aufgehört haben. Denn alle frühern Verhandlungen über diese jene Besitzungen zeigen nirgends eine Spur von einer solchen vogteilichen Gewalt und ein späteres Dokument vom Jahr 1345 bezeichnet die Güter ausdrücklich als unvogtbares, freies, lediges Eigen. Tschudi's Bemerkung, soweit sie sich auf Mancgg bezieht, ist daher als eine bloß seiner d. h. einer um zwei Jahrhunderte spätern Zeit angehörende geographische oder statistische Notiz anzusehen, und die Angabe von dem angeblichen Kaufe der Mancgg im Jahr 1394 bloß durch Mißverständlich seiner Worte entstanden.^) In der Stadt Zürich besaß und bewohnte Rüdger der jüngere den Thurm der Manessen oben ander Schafligasse. 44) Zahlreiche Urkunden von 128V-i30S im Staats«, und Stifts«. Z. und in Sch. vipl. lileiv. Einzig im Jahre 1301 finden wir R. M. (auch) im Sommerrathe, nämlich am 20. Mai (Pfingstabend) und am 44/,z. August 1). Die Tochter Margaretha kommt 43Z4 (Urk. Samml. der Antigu. Ges.) als Wittwe des Ritters Konrad von Tägerfeld vor, vielleicht jenes unglücklichen Tägerfeld, der bei Kaiser Albrechts Ermordung Verschworner, aber unthätiger Zuschauer, und seit jener Schreckensthat verschwunden war. Urk. im Stistsarch. Z. vom IL. Januar >314, 47. März i3t4, il). Juni iZtk. Wegen der Kapelle s. unten Seite 19. Lebens sehr bedeutende Schenkungen an die Chorhcrrenstist, für deren Erfüllung der Bruder Ulrich noch nach seinem Tode sich verbürgte. ^) Es scheinen also diese Schenkungen die Kräfte des Gebers überstiegen zu haben und wirklich möchte in ihnen eine Hauptursache des ökonomischen Zerfalls gelegen haben, in welchem wir von der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts an die Familie erblicken. Rüdger (V.) starb am 23. März 1331. Das Jahrzeitbuch führt unter diesem Tage an: „Rüdger Maneß, Ritter, einst Chorherr dieser Kirche." Er hinterließ einen einzigen minderjährigen Sohn Rüdger (VI.) von dem aber mit Ausnahme einiger unbedeutenden Notizen nichts bekannt ist. Vermuthlich trat derselbe in den geistlichen Stand, oder muß frühe und ohne Nachkommen gestorben sein. Denn die Güter, an denen er Miterbe gewesen wäre, erscheinen später im alleinigen Besitz der Nachkommen Ulrichs. Die Gemahlinn Rüdgers (V.) gehörte wahrscheinlich der Familie Biber an. Das Jahrzeitbuch nennt sie unter dem 3. August: „Elisabeth, Wittwe Ritters Rüdger Manessen, einst Chorherrn dieser Kirche", und fügt die Notiz bei, daß die Gebühr für ihre Jahrzeit auf dem Thurm und Hause Rudolf Bibers ruhe (was noch 1384 der Fall war). Dieser Thurm der Biber, der nachmalige „Wellenberg" an der großen Brunngassein Zürich, mag durch sie und ihren Sohn an die Manessen gekommen und dann Eigenthum des Bürgermeister Rüdger geworden sein, der denselben bewohnt hat. ^°) Rüdgers (V.) Siegel zeigt während seiner frühern Lausbahn in ovalem Schilde die beiden Ritter, über denselben (durch einen horizontalen Strich getrennt) einen sechseckigen Stern, ringsherum die Umschrift: 8. UuockoAi Nanösso can. turicon. (S. Rüdger Manessen Chorherrn in Zürich); später dieselben in rundem Schilde und die Umschrift: 8. UueclAori Nanosson militis. (S. N. M. des Ritters.) b. Ulrich. (I.) Ulrich (I.), der Bruder des Chorherrn und Ritters Nüdger, trug seinen Taufnamen von seinem mütterlichen Großvater, Ulrich von Rüßegg. Häufig erscheint er im Vereine mit dem Bruder; die meisten Urkunden, die seiner erwähnen, betreffen ihre gemeinsamen Besitzungen. Während aber Rüdger mehr den kirchlichen Dingen sich zugewendet, war Ulrich Nachfolger des Vaters und Großvaters im weltlichen Stande. Von 1318 (vielleicht schon früher) an bis 1331 war er stets Mitglied des Sommerrathes, gewöhnlich der erste unter den besitzenden Bürgern; in den Jahren 1334 und 1335 saß er als Ritter in demselben Rathe. Die Brunische Umwälzung muß in ihm einen Freund, oder doch keinen Gegner gefunden haben; denn er war einer der wenigen alten Räthe, welche in die neuen Behörden übertratenin denen er von 1336 bis mindestens 1343 unter den Rittern je des zweiten Rathes im Jahre (Sommerrathes) saß. ^') Um so natürlicher muß auch das Verhältniß erscheinen, in welchem sein Sohn Rüdger zu Brun gestanden hat. Vielleicht daß beide, Vater und Sohn, zu demjenigen Theile der Ritterschaft gehörten, der aus Miß- ") Nrk. StiftSa. Z. vom 16. Mai 1328, 14. Juni 1330, 8. Januar 1331, I. Februar 1332. 5°) S. „das alte Zürich" v. S. Vögelin pag. 58, 53. Note 153. ") Nach der Brunischen Verfassung gab es bekanntlich (statt der frühern drei) nur zwei Räthe im Jahr; den Winterrath, dessen Amtsdauer an St. Johanns des Evangelisten Tag (27. Dezember) begann (eonsules nalalss), und den Sommerrath, der mit St. Johann des Täufers Tag (24. Juni) seine Negierung antrat 60, >6l, 184, 165. Nndolf Brun :c. von Hottinger. Schw. M. I. p-Z. 239. 240. Stadtb. I. Fol. 55, 66b. II. Fol. 47. >01 b. >2. Jan. >378.) Rath- und Nichteb. l3S3. Ur. StaalSa. Z. vom 15. Mai 1371, 30. Dez. 1371, 21. Jan. 1374. Sch. v. II. Nr. >818, 1760 a. b. e. Dürst. Stadtb. Itlscr. L. 14. (Großm.) psz. 168, 181. (Frauin.Z psZ. 256. ") Z. Staats«. Gemücht- und Kaufbrief Vol. I. psx. 415. Stadtb. Hom. III. paß. 27, 23. IS - Sie ist die Ahufrau jenes Andreas von Bonstetten, genannt Roll, aus dessen Ehe mit Johanna von Bubenberg (Schwester des Vertheidigers von Murten) der berühmte Dekan von Einsicdcln und Beat Wilhelm, der gemeinschaftliche Ahne aller spätern Bonstetten, entsprossen sind. Noch bleibt uns übrig, über die Burg Manegg selbst einige Worte beizufügen. Dieselbe bestand (nach dem zu schließen, was eine sorgfältige Untersuchung der Örtlichkeit zeigt) aus einem festen viereckigen Thurme von großen Quadern erbaut, dessen unterster Theil noch jetzt in einigen Ncbcrrcsten vorhanden ist, vor einigen Dezennien aber noch weit besser erhalten war. Ein aus dem Ende deö fünfzehnten oder Anfang des sechszehnten Jahrhunderts herrührendes Gemälde der Stadt Zürich und Umgegend, das in der Sammlung der Antiquarischen Gesellschaft befindlich ist, zeigt diesen Thurm noch ziemlich hoch, obschon bereits ohne das (wahrscheinlich spitze) Dach und gänzlich als Ruine.^) Neben dem Thurm südwärts stand ein Wvhngebäude, das den Raum der jetzigen Tcrasse von Manegg einnahm. Noch in den Neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte sich von demselben ungefähr 7—8 Ellen hohes Gemäuer erhalten, in dem mehrere Fenster noch sichtbar waren. Den Zugang zu der Burg bildete ein Reitweg, der von Leimbach aus in weitem Bogen (über einem südwestlich gelegenen, jetzt mit Weinreben und einer kleinen Scheune besetzten Vorhügel sich ziehend) allmälig den Berg hinanstieg und gegenüber dem Thurme (oberhalb dem jetzigen Brunnplatze) an den Graben mündete, der die Burg vom dem übrigen Theile des Berges schied. Hier führte eine Brücke über den Graben und zum ostwärts schauenden Eingange des Wohngebäudes (ungefähr bei ven obersten Stufen der jetzigen Treppe). Aus dem Wohngebäude stieg man in den Thurm, der keinen Eingang von außen hatte. In den Burggraben nach der Seite des Berges hin (den Platz des jetzigen Brunnens) mochte noch ein mit einer Mauer umfaßter kleiner Zwinger, mit dem Thurme in Verbindung stehend, hinabrcichcn. Nach der Seite des Thales hin zeigen sich Spuren eines Grabens etwas unterhalb der jetzigen Terasse. Zum Schlosse gehörte, anfänglich wohl als bloße Burgkapclle, die Egidienkapclle in Leimbach. (S. oben S. 13. Note -18). Zur Zeit der Reformation wurde dieselbe theilweise zerstört und die Ueberreste mit der Umgebung im Jahr 1555 vom Spitale verkaust, ^a) Indessen sind die Haupttheile der Kapelle (die Mauer des sechseckigen Chores und eines Theiles des Schiffes) noch jetzt vorhanden. Mit dem ursprünglich zur Wohnung des Kaplans dienenden, von den Manessen geschenkten Gebäude bilden sie gegenwärtig das geräumige und schöne Bauernhaus, das oberhalb des Dörfchens Leimbach aus einem abgesonderten Hügel dicht am Fuße der Manegg liegt und von den Bewohnern der Gegend mit dem Namen: „zu Sant Gilgen" (Sanct Egidius) bezeichnet wird.^) Im Innern des Chores ist auch noch ein in die Mauer eingefügtes, höchst zierlich in Sandstein gehauenes Sakramenkhäuschen (taberimoulum), d. h. ein Schrein zu Aufbewahrung der Geräthschaften zum heil. Abendmahl und der Hostie, bemerklich. S. listet II. Nr. S. Seit wenigen Jahren sind die Neberreste des Thurms auf bedauerliche Weise immer mehr zerstört worden und dürften bald ganz verschwinden. Auch die Umgebungen haben sehr gelitte» und die Art, wie namentlich Manessens Denkmal des umgebenden Schattens gänzlich entblößt und der anmuthige Platz dadurch alles Reizes beraubt worden ist, ist höchst bedauerlich. Könnte für die Wiederanpflanzung von der betreffenden amtlichen Stelle aus nichts geschehen? Der Uebergang des weitläufigen Gutes im Höckler aus öffentlichem ins Privateigenthum dürfte ohnehin der Erhaltung jener einst so hübschen Anlagen nicht günstig sein, da dieselbe für jeden Besitzer höchst kostspielig sein muß. » ^ s) Wir verdanken diese Notiz sowie diejenige über den Verkauf von Manegg an Seldnau der gefälligen Mittheilung des Herrn Kirchenrath vr. Vögelin. S. Tafel II Nr. K und 7. - 20 - I» der Nähe der nämlichen Kapelle muß eine, wohl ebenfalls dem Schlosse zudienende Mühle gestanden haben. Denn etwas oberhalb St. Gilgen dicht am Fuße der Manegg ist die unverkennbare Anlage eines Mühlewcihers noch vorhanden, der seinen Abfluß nach jener Richtung hin hatte. Teich, Bach und Mühle sind aber längst aus der Erinnerung der Umwohner verschwunden,^) Beilagen. Urkunden aus dem Staatsarchive Zürich vom Jahr 1251. t, Rödeger Manez tauscht von den Bewohnern von Wipkingen für ein Wäldchen am Käferholz ein Grundstück im Hard ein. Omnibus pressntem paginam inspectoribus. Lgo koeckegerus ckietus Klane? Oivis Vurieensis signiLco pressntium tenore. guock perinutationem laetam ex parte bominum cke KVibsebingen ex una et me ex parto altsra super area sita in tlumine Uinckemaei ckieta Vugia inkerior juxta curiam czuae ckieitur in ckem karcke aä monastoiium abbaoie ?urieensis proprietario, ack ipsos kowines vero bereäitario jure speetante, et super guockam newuseulo sito inter Llevorbol? et alkoltre, jure proprietario ack monasterium bere- mitarum ack me autem jure keockatorio pertinente, voluutate et conseusu ^bbatis et sui eonventus et ckomine ^bbatisse preckictorum aececkente, sieut per eorum patet Instruments, weis etiam bereckibus in ick ipsum expresse eonssnlientibus ratam babeo in omnibus et pregratam. ^ckckencko et presentibus protestancko guock in memoriam juris proprietatis et respeetum guew ckieta ^eugia ack monasterium Vuri- oense babuit et babere ckebst, nowine census ego et wei bereckes singulis annis teste ?elicis et Kegule ckimickiam libraw cere punckeris usualis ckicto Nonasterio psrsolvamus ack ick uo» tirrniter obligancko. bestes gui ackerant büs sunt Ueiniieus plebanus sancti ?etri. Otto klanne? eanon. Vurie. Ueinricus cke Uuome- linllon. Uolrieus seultstus et Lurllarckus scriba. Vck maiorem bujus lirmitatem presentes literas meo sigillo communivi. Vct. ^nuo primo Inckiet. VIII. G ss. kueckegeri KIaö??en cke Vurego-hängt.) 2. Abt Anöhelm von Einsiedeln spricht seine Einwilligung in obigen Tausch gegen die Aebtissin Judenta in Zürich aus. keverenckis in Lkristo 1.^) ckei gratis ^bbatisse et conventui Nonasterii I'urieensis. ^/^) eackem gratis ^dbas et suus eonventus Hereinitarum orationes in ckomino cum salute. ^kck prsces ckilseti uostri koecksgeri KIane?en Nilitis eivis llurieensis guockckam nemuseulum guock pocius vulgariter ckieitur stucke situm inter keverbol? et alkoltre jure proprietario sack nos) ack eunckem vero k. inkeockationis titulo spsetantem vestro klonasterio liberaliter conkerimus et ckonamus. Illilitati nostri monasterii in boo niokiloininus prospi- cientes. guia ickem k. miles cke vestro oonsensu et suorum iiberorum vxpressa aececkente voluntate gue- ckam prata et agellos empta a kratribus V. et II. cke Ilottingen^) et Ileinrieo ckicto kevil sita in ckem Ilarcke Die Wiederentdeckung der Kapelle, des Weihers u. s, f., sowie die Notizen über die ehemalige Anlage der Burg Manegg haben wir den Nntersuchungen des rastlosen Erforschers vaterländischer Alterthümer, Herrn vr. Ferd. Keller in Zürich, zu verdanken, I, s. luckenle (üe ttsgvnbuoek), damals Äbtissin, — i, e. ^nstielmus (cke Susockoo), damals Abt zu Einsiedeln, ") S, Note tZ, — 2l — in reoowponsationoiu üicti nomusouli nostro contulit Nonasterio in propriatstem et ip5v proüicta llana in teoäuw a noliis recepit et ex kiis bonis ss recc>Anoscit all tiäelitstvm et servitia prestancln nostrn Nonasterio obligatum. I'estes NgAister It. 8coln5lieus et ^Vernkerus äs Obrunclnleke. It. Narcius et Otto ölane? csnon. turicen. U. Lpickvsrt et II. I'esgelei- cives l'urieense«. ^ct. anno äomini WLL^UI. Inü. VIII. « Urkunde im Stiktsarchive Fürich vom 29. Februar 1294. Rüdger Maneß, der ältere, verkauft seinem Sohne Rüdger dem Seolasticus seinen Hofin Oberlei'mbach. Allen die Visen brief lesent ald hörent lesen kunt ich her Rüdege Manefse der elter Ritter Zürich, das ich min gut, das da lit zu Obercnleinbach, das mich eigcnlich anhörte, daö da giltet vier und trisscg stuke und ein viertel, daö da Buwet Walter von Leimbach, Ulrich der Utingcr, Heinrich Zubmann und Wernhcr vor Brügge, minem sun Rüdegeu Manessen Chorherren Zürich, vcrchouft han recht und redelich umb sechzeg March silbcrs Zürich gcwicht, und bin der gewert alsust, dem vorgcnanden Rüdegen minem sune soll min herre Bischoff Heinrich von Chostenze, achzeg March silbers Zürich gewicht, und sol in der wcren ze der nächsten wicnnacht, und das nöst silber, das er in bi erst wcret, von dem sol er nemen zwenzcg March voruö, mit dien andern sechzeg Märchen bin ich gewcrt, wan ich die sol ncmcn und dar an gevallen bin und st genamzet han. Und die sechzeg March werden mir oder nicht, so ist Rüdege min sun, mir nicht fürer gebunden. Und han das vorgcnant gut ze Oberculeimbach uf gegeben an des vorgcnanden Rüdegcs mincs suns hant, mit Johanö Korherrdn Zürich, und Hern Rüdegcs Ritters miner süncn haut und willen, mit aller der gewarsami, und mit aller der ehafti, so an disem kouf notdurftig ist. Und gib im gcwalt daöselb gut an ze varrenne und ze bcsizzennc eigenlich, mit Aker mit Wisen, mit Holz mit Vcldc, mit baue mit twinge, mit Wasser, mit Wunnc mit Weide, und mit allem dem dinge und mit aller der ehafti so darzuo hört. Und lobe bi miner trüwe, das ich in uf dem selben gute meiner bcchümbcr mit Worten noch mit werchen, und daö ich des selben gutes sin wer st für recht eigen an allen stellen und an allen gerichten geistlichen und weltlichen, swa ald swennc er sin bedarf. Und wan das vorgenant gut zu Oberenleiubach, mincr wirtcnne vron Margareten ze lipgcdinge was gemachet, so het st daS lipgcdinge willeklich und unbc- twungenlich, mit miner hant, wan ich ir recht voget bin, ufgegebcn an Rüdegcs mineö suns hant, und hat sich enzigen alles des rechtes und aller der Anspreche so si an das selb gut hatte ald han mochte. Und het gesworren ze dien heiligen, das si das selb lipgcdinge meiner wider gcvordere, an keiner stat, vor weltlichem ald geistlichem gerichte. Und wan si nicht Jngesigels hatte, so het si erbetten Hern Hugcn Ch»stern Zürich, das er sin Jngcsigel hcnchct an disen brief, ze einem ossennem urchunt das si das gut willeklich het uf gegeben als da vorgcschribcn stat. Und ze einem offenem urchunt alles so da vorgeschribcn stat, so gib ich im disen brief besigelt mit minem und Johans Chorherren Zürich und Hern Rüdegcs Ritters miner sünen Jngesigeln, offcnliche. Diz geschach in minem hus vor der kuchi an dem nächsten Fritag nach sant Mathias des zwelsbottcn dult, do von gottes gcburt waren zwelfhuudert Jar in dem vicrden und Nünzigvstem Jare. Und was da zcgcgen Meister Heinr. Mancssc Chvrher Zürich, Jacob des Roten. Chounr. Schafli, Nicolaus Mangoltcr, phaffen, Johans Münch, Johans von Münster und ander vil gezügen. — — Bischoff Heinrich von Kiinzenberg. ") Hugo von Mülimatt, damals euslos oder lkessursrius der Chorherrenffist Z. — 22 — Ich vro Margarete die vorgcnande han gebetten und erbetten den vorgenanden Hern Hugen Chuster ze Zürich, das er sin Jngcsigel für mich und an miner statt, an Visen Brief henket, ze einem offennem urchunt alles so da vorgeschriben ist. — — — — — — — — — — Ich her Hug, der vorgenandc Chuster, durch der vorgenanden Vron Margareten bette ze einem offenn urchunt des so da geschrieben stat, hench min Jngesigel an disen Brief. — — — — — Wir her JohanS Manesse Chorherr Zürich und her Nüdcge Manesse Ritter gebrüder versehen offcnlich an diesem brieve und crchennen uns, sivas da vorgeschriben stat, und darumb ze einem offennem urkunt, henken wir unser Jngcsigel an disen bricf offenlich. Dir bries wart gegeben Zürich an dem vorgenanden Fritag in der vorgeschriben Jarzal. (Von den 4 Siegeln ist nur noch das erste, dasjenige Rüdgcrs, des VaterS, svon den übrigen bloß die Pergamentstreifens am Briefe befindlich.) v. Urkunden aus dem Stiftsarchive Durich vom 16. Januar 1363. l. Rüdgcr Manesse Lcolastieus stiftet die Pfründ des Altars des Heil. Galluö in der Großmünsterkirche Zürich. Ilniversis Lkristi liäelibus presentium inspectoribus. kuäogerus Nanesso Lcolaslicus blcclesie pro- positure l'uricensis Lonstantiensis cl^oeesis alkectum caritatis cum noticia subscriptorum. dloverint guos nosse kusrit oportunum, guocl ego ob salutem stronuorum virorum, Huäegeri Nanossen patris woi, et Huclegsri kratris wei Wlitum, nee non propriaw, ae ob llemeüium animarum pie momorie Margarete Ounitricis wee, ^obannis Manessen, Ifbosaurarii preclicts IZeolesie ^buric. ac Manessen canonici esusclom üccl., kratrum meorum, acl bonorem Lancte et Inclivicluo Irinitatis, ac ob specialem keverentiam Lalu- taris Lacramonti, llorporis clomini nostri losu Lbristi, guocl in ^Itari Lancti Calli, sito in cboro Lecl. preäicte eonsuevit conservari, nee non acl bonorem Cloriosorum ?elicis et kogule Martirum ac Laneto- rum Calli, Martini aliorumgue eonkessorum, sanus mente et corpore, Oeto Mareas argenti poncleris ^I'burieensis, acl comparanclas possessiones immobiles. Item possessiones meas in IVe^vile, in proprie- tatis Kitulo pertinentes, reclclentes annis singulis Iluoäecim trusta. Item possessiones meas in Obern- loimbacb sitas, in proprietatis titulo pertinentes, reclclentes Iriginta et Ouatuor trusta et nimm Onartalo, cum agris, pratis pascuis, silvis et IVoworibus, aguis, aguecluctibus, aecessibus et egressibus, usu et reguisitione mibi et ipsis possessionibus pertinentibns, omniguo jure, guocl mibi conpetiit in eisclem, oxcepto nsu seu utilitate, gue provenire potest ex incisione I^ignorum silue seu ?(emorum, preäictis possessionibus in Oberenleinbacb portinentium, salvo tamen et reservato Oolonis esusclem Lurtis, czuocl in eisclem siluis ligna possint et äebeant exciclero, prout eis ml constructionem vomuum suarum, acl usum ignis, et sä sepes kacionsias, et aä alios usus necessarios pro excolenäis tlictis possessionibus, opus e so äinoscatur. Ita guoä Loloni niebil luris seu potestatis babero äebeant, aä alios usus, lügna bususmocli exciäore, venäero, clonare seu woäo guolibet alienare. Luper prescripto guogue excepto usu seu utilitate gue provenire potest ex Incisione lügnorum silue preäjcte, volo oräinalionom meam ratam esse et baberi, que inkorius est notata. Oiberaliter äono et traclo in biis scriptis, preäicto Lccl^. ?burie., nomine et vice ^ltaris Leti Oalli preäicti, ac äonavi et tracliäi, bonorabili viro äomino kinvino^) Oantori preclicto b!cel°., recipionti nomine et vice Lccl°. esusclem et Utaris Lcti Oalli baete- °°) Ninwin März (Mgreim), Cantor der Stift. - 23 - nus inäotati, Keääitu8 osrnnäom po88088ionum, nocnon oompsranäsrum po88088ionum cum srgonto pro- notato in Dotom äioti ^Itsri8 pro probonäa äoputanils, guibu8 roääitibu8 In8tituonäu8 probonäsriu8 oon^ruo valsat 8U8tontari. . . (Folgen hierauf weitläufige Bestimmungen über die Pflichten eines jeweiligen Inhabers der ncngestifteten Pfründe. Sodann weiter:) 8sno guis 8uprs8eripto po88S88iono8 in Dkoron- leinbsok, 8ilns8 8ibi babont annoxs8, äo guibu8 oorti8 snni8 et tomporibv8 ligna p088unt oxoiäi et vonäi, sb8guo ip8»rum projuäioio po88088ionum, volo ot oräino, ut bujrmmoäi lignorum oxoi8io, list, guum pro tomporo vito moo, mibi et äuobv8 csnonioi8 ox ospitulo guo8 sä boo äuxoro S88umonäo8, vi8um suorit oxpoäiro, et omolumontum ox Inei8i0no et vonäiciono lignorum buiu8inoäi provonion8 totalitär «lebet eonvorli sä U8vm Dsnäolo 8en Uuminm eerei, guoä sräoro «lebet sä roverontism 8scrsti88i,ni 8scramonti, oorporis äomini nv8tri I«8u Dkri8ti in ooäom VItari. po8t obitum voro moum, sä arbitrium cspituii csnonieoium pre8entiuin et re8iäentiuin preäiets äi8ponsntur, so otism expeäisntur . . . (Sodann Bestimmungen über die künftige Besetzung der Pfründe bei jeweiliger Erneuerung, und endlich Ernennung eines kuäolkem olorieu8 äe Usppreobt8xvilo zum ersten Inhaber derselben), Xctum et Datum Vburioi in Dspitulo no8tro. ^nno äomini Nillo8imo Vrooonto8imo Vortio. XVlI. Xsl. Uobr. Inäiet. prima. (Die Urkunde ist mit 8 wohlerhaltenen Siegeln versehen: S. Rüdgcrs des Stifters; Johannes fv. Wildeggj des Probstes; Rinwin Marcius des Cantors; Heinrichs jGnürscrj des tke8sursrju8; Ulrichs (?) des Lcut- priesterö, Meister Rudolf von Wädenschweil und Ulrich Wolfleipsch, der Chorherren, und S. des Kapitels der Stift; das neunte, des neuen PrcbendarS Rudolf von Rapperschwyl, fehlt.) 2. Revers der Chorherrcnstift gegen Rüdgcr Manesse 8ool. betr. Vertauschung der zu obiger Pfründ angewiesenen Besitzungen in Oberleimbach gegen andere von gleichem Werth. Univor8i8 Ubrmti liäolikn8 pro8ontium in8poctoribu8. Iobsnno8 prop08itu8 et Dspitulum Xcol°. I'bu- ricon8i8 Don8tancien8i8 ä)ooe8i8 slloctum csritsti8 oum notiois 8ub8oriptorum. Dum Kon. vir Kuäegoru8 Nano88o Lools8tiou8 XcoU. no8tro, sä sugsnänm äivini oultus in Xool°. no8tia ot ob 8slutom sniinsrnm psrontum 8uorum et bonoksotorum > liboralitor ot purs proptor äoum, sä oon8titutionom probonäo in Xltari 8. Dalli Xool". no8tro ot sä eoroum Inmon, guoä sräoro äobot sä Ilovorontism 8aorsti88imi 8s- orsmonti Dorporm äomini no8tri Io8u Dkri8ti in ooäom Xltari, po88088iono8 in Dbornloinbsob 8ibi pro- priotati8 titulo portinonto8, roääonto8 annustim Vrigints ot (lustuor lruMa so unum <)uartalo Noimurv Vburicon8i8, äonsvit ot traäiäit Xccl°. no8tro, nowino ot vico äioti ^Itsrm, prout in Iitori8 8ui8 mipor oräinstiono probonäo äioti ^.ltsri8 plenin8 08t oxpro88um. Xo8 grats vioi88ituäino 8ui8 conplsooro äo- 8iäorii8 oupionto8, guis äioto P088ö88iono8 in Dboronleinbsok 8its 8unt propo cs8trum Nsnoggo, inäulgo- mu8 ot eonooäimu8 8cols8tico pronotato, ut 8i temporo vito 8no läom 8ools8tiou8, in moäum rooom- P0N80 80U pormutsoionm, P088088ionö8 «ZUS8 ip8o et äuo ox Lanoniem, gui sä boo S88umpti kuolint, per Dspitulum Dsnonioorum pro8ontium ot ro8iäontium, per juramontum äocrovorint oguivslonto8 oum pro- äieli8 po88088ionibu8 in Dbornloinbseb, omnibu8 circunmtantim in8poeti8 ot pvn8sti8 äiligontor, voluorit pvrmulsrs pro proäiotm, po88it ot vslost pormutaro noinino 8uo vol äomini Xuäogori pstri8 8ui 8ou kuäegori krstri8 sut boroäum o)u8äom 8ui kratri8. Its guoä bu)u8moäi po88088ione8 porwutsto 8en in rooompon8sm trsäito, äioto ^Itsri et ooroo lumini ip8i'u8 liboro pormanosnt so jnooncu88ö, vico et nomino P088088ionnm in Dbornloinbsob prväiotsrnm. Dräinstio voro luminm coroi pronolsti con8i8tore äobot in srbitrio 8ools8tioi pronotati. Lt in oviäontism omnium promi88orum pro8onto8 Iiters8 8igilli8 no8tri8 pstontor oommunimu8. Xotum ot äatum in Dapitulo no8tro ^nno äom. ^illo8imo Drocontö8imo l'ertio XVII. XI. Kobr. Inäiot. prims. (Siegel 1) des Probst, 2) des Kapitels). Urkunden im Staatsarchive Zürich vom 6. Oktober t. Herr Walter von Eschcnbach verkauft die Vogtei zu Erdbrust als Lehen an Ritter Rüdger Manesse (den jüngcrn). Allen die disen brief scheut alde hörent lesen kund ich Walther herre ze Eschibach Friic und ich her Rüdiger Manesse Ritter von Zürich in Kostcnzer Bischthume, das ich Walther für mich und für min erben ze kouffcnnc han gegeben dem vorgenanten Hern Rüdiger die Vogtcien elleklich über lüte und über gut von dem Bache ze Ertprust nider unz an Zürich, und von dem Zürichsew unz an Albis den Berg, swas ich da cnzwüschen Vogtcie hatte, mit allem dem rechte das dar zu hört, und als ichs unz an disen hütigen tag har han braht, es si offenbar ald unz har verswigen. ane das recht das ich an der Vogteie han, die Johans Wolfleipschen ist, di ze Woloshoven lit und ein viertel kernen giltei, das ich mir selben mit namen han us behcpt, umb sünfzehen Mark gutes silbers Zürich gelötes, der ich von im gewert bin, und vuch ze minem »uzen komm sint. Und lobe an disem brieve das ich disen kouf, seiner ewcklich steten und vesten haben sol und das ich cnhcin Ding tun sol, da mitte der kouf gekrenket möchte werden. Und das ich cnhein sinen Vogtmann der vorgenanten Vogteie ncmcn sol noch min amptlüte sol lazen nemcn, noch cmpfahen ze enheiner wonhasti, uf enhein min gut noch Vogteie, noch min lüte noch ze cnheim miner Dinghöven noch gerichte», ane Hern Rüdiges willen ald siner erben. Swas er ouch lüte ald gutes ervert ald ervaren mag, die ze der vorgcnanten Vogtcie hörent und verswigen sint, die sol er an sich gewinnen als er mag, und sol ouch die selben han und niezen als die vorgenande Vogteie die ich im verkoust han. Und da dirre kouf alsus vollbracht wart, do lech ich im und sinen erben die vorgenanden Vogteie mit allem dem rechte als hie vorgeschrieben stat ze rechtem lehcn, icmer cweklich ze habcnne und ze uiezcnne für ein recht lehen. Und lobe ouch im und sinen erben des vorgenanden koufes und des lchens rehter wer ze sinne an allen stellen, swa ald swenne man sin bedarf, und cnzicn mich ouch aller der anspräche so ich an geistlichen und an weltlichem gerichte seiner gewinnen möchte wider deheinem oder vorgeschrieben dingen. Ouch sol man wissen, swas ich andcrre lüte ald gntes han cntzwüschcnt dem Bache ze Ertprust und Zürichsewe und Albis, die ich in disem koufc nit verkaufet han, noch hie mitte begriffen sint als hie vorgeschoben stat, das er mich daran nit beschweren noch bekümbcrcn sol. Ouch cnsol ich her Rüd. Manesse enhein des vorgenanden mins Herren von Eschibach lüteu, swie sie geheißen sint nemen noch cmpfahen ze enheiner wonhasti uf der vorgenanden Vogtcie die ich gekoufct han, noch ze enheinen minen gerächten, wau mit sincm willen ald siner erben, ober enwerc. Und hier über das dis alles war ist und stete und veste belibe, so geben wir beide einander dirre brieve, zwene gcliche geschrieben, besigclt mit unsern Jngesigcln ze einem offen Urkunde. Dis beschach und wart der brief geben ze Zürich do von Gottes gcburt waren drücehen hundert Jar, dar nach in dem werden Iarc an sant fiden tage. Und warent da zegcgen Her Herman von Rüsegge. Her Jacob von Warte und Her N. von Warte. Her Lütolt von Regensbcrg. Her H Heinrich) von Tengen. Vriien. Her R (udolf) der Mülncr von Zürich, ritter. Her Wernher Biberli. Her H Heinrich) Revcl und ander erber lüte. (.Siegel Walters von Eschcnbach und Rüd. Manessens. — Betr. lczterS s. oben Seite i3), - 25 — Z, Herr Walter von Eschenbach verpflichtet sich, daß seine minderjährigen Brüder Mangolt und Bechtolt nach erreichter Volljährigkeit obigen Kauf anerkennen, widrigenfalls Herrn Rüdigcrn Manessen Entschädigung geleistet werden soll. Allen, die disen brief sehent alde hörent lesen, kund ich Walthcr Herre zu Eschibach und ich her Rüdiger Manesse ritter von Zürich im Kostcnzer Bischtumc. Das ich Walther gelobt han, und loben an disem bricve, das ich mit guten trüwen und ane alle geverde werben und schaffen sol, das min bruder Mangolt und min bruder Bechtolt, der in sant Johans ordcu ist des Spitals von Jerusalem, ob er us dem selben orden gienge e das er gehorsam! tete, so si ze ihr tage komcnt, das st den kouf den ich getan hau gegen Hern Rüdigeu Manessen umb die Vogteie von dem bache ze Ertprust unz an Zürich und von dem Sew unz an Albis stete haben und vvlfüren und im ze lehcn lihen, in allen weg als ouch ichs verkoust und verlihcn han. Und das ich das schaffe und volbringc, dar umb han ich im zuo mir ze bürgen und ze giseln gegeben Hern Jacoben von Warte min Äheim Lütoltcn von Regcnsberg Vriien. Hern C (onrad) von Bache ritter. Wer aber so mine brüdere zu tagen komment, das st beide ald ir einwedere disen selben kouf und das hie vorgeschriben stat stete nit wolten haben noch volfüren, so sol ich ald der selbe der es nit stete haben wil noch volfüren, ob ich enwere, Hern Rüdegern ald sinen erben dar nach in dem ersten Jare geben vierzeg Mark silbers Zürich gelötes genges und gcbes. Tctin wir des niht, so sol ich und die vorgeuanden bürgen unS entwirrten ze Zürich in reht giselschaft in eines offen Wirtes huse nach der Stat an alle geverde dar nach in acht tagen so wir gemant werden, unz die XI. Mark gar gcwert werden, und läge ich ald der bürgen' deheiner in einer anderre giselschaft, so wir gemant wurden, so sol ich Her Rüdiger einen wirt gewinnen das er einen andern lege an des stat unz er sich ane geverde wider geantworten muge. Verdurb aber der bürgen deheiner e das dis vorgenande Ding volfürt wurde ald e das die XI. Mark gewcrt wurden, ob es ze schulden keine das si . . . . ze gcbcnne, so sol ich ald min bruder, der dis ding nit volfüren wil, im einen andern also guten geben an des verstorben stat, ald swie er im unnüz wurde, ald die andre sin giscl stgen als vorscit ist, unz dis beschicht. Und dar zu sol Her Rüd. ald sin erben die vorgenande Vogteie han und niezen unz er der vorgeuanden XU Mark elleklich gewert werde, wir leisten giselschaft ald nit. Swcnne aber das geschiht, das die vorgenanden min brüdere Mangolt und B. disen vorgeuanden kouf bestetent und volfürent und die Vogteie zu lehcn lihent als vvrseit ist, ald min bruder Mangolt allein, ob B. in dem orden über Jar belibct, so sun die vorgenanden XU Mark silbers abe sin und die bürgen ledig, und sol auch, beide ich und Her Rüd. disen brief der zwivalt ist und unser jctweder einen hat, brechen. Und hier über das dis alles war ist und stete belibe, so bestgellcn wir beide dise zwenc brieve mit unsern Jngesigeln zeinem offen Urkunde. Dis beschach und ward der brief geben ze Zürich do von Gottes geburt waren Drücehen hundert Jar dar nach in dem vierdcu Jare an sant fiden tage. Und warent da zegegeni Her Hrmn. von Rüsegge. Her Rud. (olf) von Warte ritter. Her H (einrich) von Tengeu. Vrijen. Her N (udolf) der Mülner ritter. Her W (ernher) Biberli. Her Ott (o) Manesse und ander erber lüte. (Beide Siegel wie oben. Wohlerhalten.)