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Von vier Söhnen überlebte Rüdger drei: die oben genannten Chorherren Johannes und Rüdger, undeinen vor 1294 verstorbenen, ebenfalls dem geistlichen Stande angehörigen Sohn des Taufnamens Manesso^)Um den Nachlaß des Chorherrn Rüdger hatte der Vater noch im letzten Jahre seines Lebens, den 12. Juni1304, einen vom Bischöfe zu Gunsten der Chorherrenstift entschiedenen Streit. Der vierte Sohn, Rüdger derRitter (gewöhnlich Rüdger der jüngere genannt), folgte dem Vater wenige Jahre nach seinem Heimgange nach.
Rüdgers II. Siegel zeigt in dreieckigem Schilde die beiden Ritter, rund herum die Worte: 8. kückigeri(S. Rüdigers Manessen.)^)
S. Rüdgers (II.) des altern Söhne.
Nicht in demselben Maße wie Rüdger der ältere, sind seine Söhne bekannt, ungeachtet wenigstens dereine derselben, Johannes der Custos, des Vaters edle Bestrebungen getheilt und unterstützt hat. Billigschenken wir also diesem mit seinen Brüdern einige Augenblicke unserer Aufmerksamkeit und führen dann inKürze unsere Leser bis zu Rüdger des ältern kriegerischem Urenkel hin.
a. Rüdger (III.), der Chorherr, vermuthlich der älteste der drei geistlichen Söhne Rüdgers II.,erscheint in zahlreichen Urkunden, die sich meistens auf seine Angelegenheiten beziehen und Vergabungen be-treffen, die er an die Stift zum Großmünster aus verschiedenartigen Gründen macht. Dieselben geben eineigenthümliches und nicht immer vortheilhaftes Bild der damaligen, von unsern Begriffen so weit abweichen-den Denkungsart und Lebensgewohnheiten. Einige davon haben wir oben erwähnt. Daß Rüdg er übrigensbei aller Freiheit der Sitte, auch der gelehrten Bildung nicht fremd geblieben, geht aus der ihm übertragenenWürve eines 8cola8tious oder Aufsehers über die Schule der Stift hervor. Denn nachdem diese Schule unterder Leitung von Konrad von Mure einen bedeutenden Aufschwung genommen, wird ihre Pflege wohl nicht sofortwieder in ungeeignete Hände gelegt worden sein. Die Würde des 8colg5tiou8 war eine der bedeutenderenam Stifte; mehrmals erscheint Rüdger darin als Stellvertreter des Probstes (Johannes von Wildegg), wiedieß auch bei seinen Nachfolgern vorkömmt. Rüdger erhielt im Jahr 1272 die Anwartschaft auf eine Chor-herrenpsründe^); erscheint von 1283 an als Chorherr, spätestens von 1296 an als Schulherr, und starb am18. März 1304. Das Jahrzeitbuch gedenkt seiner unter diesem Tage mit der Angabe: „Rüdger Maneß8cola8tiou8 dieser Kirche."
sein, so müßte mindestens Rüdger der jüngere Ritter (nach ihrer Bezeichnung im Jahrzeitbuche zu schließen) ihr Sohn gewesensein. — Bodmcr (Proben der Schwäb. Poesie. Vorbericht psg. XIV.) nennt als Gemahlin Rüdgers des ältern eine ElisabethaWolfleipsch, eine ganz unbegründele, wahrscheinlich aus den Dürsteler'schen Sammlungen entlehnte Angabe. Kopp. Eidg. BündeII. psg. 34, Note 4. vermuthet, daß die im Jahrzeitbuche der Chorherrenstift Zürich aufgeführte Elisabeth, Tochter Ulrichs vonNüßegg, die Gattin Nüdgers des ältern gewesen sei. Allein diese wird vielmehr jene Elisabeth« gewesen sein, die urkundlich alsGattin Rüdgers des jüngern genannt wird, für welchen das Jahrzeitbuch sonst keiner Gattin gedenkt und dessen Sohn Ulrich ohneZweifel zu Ehren des mütterlichen Großvaters seinen Taufnamen erhielt. Das Ansehen, dessen der Vater in Zürich und bei demAdel des Landes genoß (vielleicht auch Reichthum), mag dem Sohne die Gemahlin aus dem höher stehenden Hause erworben haben,deren vornehme Geburt das Jahrzeitbuch heraushebt. (S. unten.)
^) „Manesso" kömmt auch später noch als Taufnahme vor. Ähnlicher Weise z. B. Bruno Brun. Kenner des Mittelaltersversichern, daß von mehrern Söhnen öfter der eine den Geschlechtsnahmen des väterlichen, der andere denjenigen des mütterlichenGroßvaters zum Taufnamen oder wenigstens Zunamen erhielt.
n) S. Tafel II. Nr. I.
2») Eine Urkunde vom 25. Mai 1272 (Stiftsa. Z.) nennt als Kandidaten für erledigte Chorherrenpfründen (soeli erspavtani.es)unter andern: Rüdger Maneß, Johannes Maneß, . . . Manez. Gelten diese Namen, wie höchst wahrscheinlich, den drei geistliche»Söhnen Rüdger des ältern, so dürfte ihre Rangordnung wohl zugleich diejenige des Alters sein.