- 6 —
zug der verheißenen gegenseitigen Bundeshülse bestimmen sollen; unter den sechs Zürchern ist Rüdger Maneßder zweite.'2) Im Frieden Herzog Albrechts von Oesterreich und seiner Neffen mit Zürich vom 29. August1292 wird Maneß mit Walter von St. Peter als zürcherischer Schiedsrichter in künftigen Streitfällen zwi-schen der Stadt und der Herrschaft Kyburg zum voraus bezeichnet.
Die Äbtissin vom Fraumünster, Elisabetha von Wctzikon, überträgt 1272 (1. Dezember) an Maneßnebst Ulrich Fribnrger die Aufsicht über die Pächter ihres Münzrcchtes "); gegen sie ist er 1275 (5 Juni)Bürge für Verpflichtungen deS Ritters Jakob Müllner'H; für sie selbst bürgt er 1283 (13. Febr.) gegenihren Meyer Gregor von Silcncn im Lande Uri'°); zwischen ihr und Heinrich von Jtschena entscheidet er1283 (l9. Okt.) als Schiedsrichter- einen Streit über „den Mühlerunö bei ihrer Mühle in Stadelhofen".'HBei der Stiftung des Klosters Scldenau im Jahr 1256 (25. Nov.) ist er , noch als junger Mann undeinfacher Zeuge, gegenwärtig^); 1284 (21. Okt.) zwischen demselben und Ritter Jakob Mülner Richter überstreitige Benutzung von Gütern in Wiedikon.'") Und als der Ritter Rudolf Mülner und sein BruderRudolf im Jahr 1288 dem nämlichcu Kloster ihre Mühle an der Sihl „genannt Undcrwasser" abtretenwollen, die sie als Lehen der Freiherrn Johannes und Wilhelm von Schwarzcnbcrg (aus dem Stamme derEschenbach), diese, aber als Reichslchcn besitzen, erscheint Rüdger Maneß als Sachwalter der Freiherrnvor König Rudolf (von Habsburg) in Basel, um seine Bewilligung einzuholen, die der König mit Briefvom 29. Juni jenes ertheiltes")
Der Verlegung des Klosters Oedeubach aus dem Secfelde bei Zürich auf seinen nachmaligen Platz inder Stadt „auf dem Sihlbühl" im Jahr 1286 (28. Jan.) wohnt Maneß bei^); zu Gunsten des Klostersgibt er 1292 (23. Dez.) ein Lehen vom Reiche ebendaselbst auf. 22)
Mit drei Chorherren am Großmünster, sämmtlich aus der Familie Maneß, zwei davon seine Söhne,schlichtet er 1294 (29. Juli) einen Streit über den Nachlaß deS verstorbenen Custos Hugo von Mülimatten .2HIm Jahr 1259 (17. Okt.) ist er unter den Zeugen beim Verkaufe von Dietikon und Schlieren, Güterder Grafen von Haböburg, an das Kloster Wettingcn 2») und 1277 mit Hermann von Bvnstetten, Landrichterim Thurgau, Ulrich von Rüßegg und Heinrich dem Meyer von Horgen Schiedsrichter zwischen demselbenKloster und Albrecht und Hartmann, König Rudolfs Söhnen, von Habsburg.2H
Und als 1392 (29. Sept.) Heinrich, der Edle von Tengen, als Vogt der minderjährigen Walter undMangolt von Eschenbach (Söhne des verstorbenen Bertolt und Brüder des als Novize in den Johannitcr-orden eingetretenen minderjährigen Bertolt) dem Johanniterhause Hohenrain die Schnabelburg am Albis untergewissen Bedingungen des Wiedcrkaufes zu kaufen gibt, da sind mit der hohen Geistlichkeit und dem hohenAdel der ganzen Umgegend auch die Ritter Rüdger Maneß und Rudolf Mülner von Zürich, die ältern,Zeugen und Siegler der Urkunde^) u. s. f.
Mitten unter dem Waffengeräusche einer kriegerischen Zeit und den Sorgen des aufstrebenden und bewegtenstädtischen Gemeinwesens fanden, aber auch friedlichere Bestrebungen, fand eine schöne, der Kunst gewidmete
Kopp. Urk. zur Geschichte der Eidg. Bünde psZ 37.
>2) Herrg. Keneai. 4.uslr. III. pgz. S49. — Dürsteler Geschichte der Klöster -c. Stadtbibl. Z. Nsor. k. t4. (Abtei) psg. 3s.>5) Stadtbibl. Z. Scheuchzer vipt. Iletvet. Nr. 650. — ^) Urk. Staatsarch. Z. — ^) Urkunde ebenda.
'2) Sch. v. II. Nr. 533. („das alte Zürich" von S Vögeli Nr. 36V). — ^) Idid. Nr. 7V6. ».
2°) Ibid. Nr. 735. 0. u. e. Kopp. Eidg. Bünde II. psg. 45. Note t, L, 3. — 2!) Stadia. Z.
Urk. Staatsa. Z. Arch. für Schw. Gesch. Bd. I. Regesten Nr. 6V und 64. pgg. 99. 100.
22) Urk. Stlstsarch. Z. 2-y Horrg. Ken. 4ustr. II. 353 Kopp. Eidg. Bünde II. pag. 47s.
2") Kopp. Eidg. Bünde II. pgg. 477 und psg. 34. Note 4.
??) Stadtarch. Z. A. III. Nr. ta. <Jm Jahr 1511 gefertigte und beglaubigte Abschrift der Urkunde),