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Chronik der Familie Vogtherr
Entstehung
Seite
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kann man ans seinem gewöhnlichen Mirchengebet und aus seinemBeichtgebet erkennen. Dieselben finden sich vollständig bei Jacobi imAnhang abgedruckt, dessen Darstellung ich überhaupt folge.

Da Vogtherr einsah, daß das Eheverbot der Priester in derheiligen Schrift keinerlei Begründung habe, so verheiratete er sichnoch während des Bauernkrieges 1Z2Z mit seiner bisherigen Sreundinund /Haushälterin Agnes, einer IVitwe, mit welcher er ? Mindererzeugte.

Ivie sehr man nach Niederschlagung des Bauernaufruhresgeneigt war, den ganzen Bauernkrieg dem Protestantismus zur Lastzu legeu, davon hatte auch Jeuchtwangen und das markgräflichAnsbachische Land überhaupt eineu Beweis. Es erschieu nämlichnicht nur am Zt. August 1Z2Z vom Markgrafen Easimir ein Edikt,des Inhalts, weil der Ausruhr durch ungelehrte und ungeschicktePrediger entstand, so wolle er jetzt den Predigern befehlen, wie siekünstig predigen sollten, sondern es wnrden auch die protestantischgesinnten Prediger an manchen Ärten verbannt oder wenigstens ab-gesetzt. Dies Loos traf auch den wackeren Vogtherr, der durch seineAnhänglichkeit und sein kluges und echt christliches Verhalten währenddes Aufruhrs die ganze Stadt und Umgegend von Seuchtwangen ander Beobachtung der Unterthanenpslicht festgehalten hatte. Als derentflohene Stistsdecan mit 4 Ehorherrn und Z vicaricn in das ver-lassene Stift zurückkehrte und mit Ärgernis die inzwischen stattge-fundene Verheiratung vogtherrs vernahm, brachte er es so weit, daßdieser seines Amtes entsetzt wurde. Zwar verwandte sich die Ge-meinde aus das angelegentlichste für ihn und bat wenigstens, daßman denselben so lange predigen lassen solle, bis Markgraf Georg,von dem man ein günstigeres Urteil erwartete, von seiner Aeise nachSpeier zurückkommen würde; allein die Stadt Seuchtwangen warselbst bei dein Markgrasen Easimir halb und halb in Ungnade ver-fallen und so blieb ihre Sürsprache unberücksichtigt.

Ivährend der Z Jahre, welche Vogtherr suspendiert war, er-nährte er sich und die Seinigen mühsam durch /Handarbeiten unddurch die Geschäfte eines Notars. Dazu traf ihn ivährend dieser