Druckschrift 
Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts der Herren von Kröcher : aus Urkunden, Archivalien, und Familiennachrichten
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

— 18 —

2. Johann.

Wir erfahren von ihm nicht eher etwas, als im Jahre1274, allein zu dieser Zeit hatte er sich bereits die Ritter-würde erworben, wo, und bei welcher Gelegenheit, müssen wirdahingestellt sein lassen, und wird von da ab in allen Urkun-den als Ritter bezeichnet. Es scheint fast, als habe er seineJugend im Auslande zugebracht, und sei dort zum Ritter ge-schlagen worden. Er scheint ein sehr erfahrener umsichtigerund mit öffentlichen Geschäften wohl vertrauter Mann gewe-sen zu sein, der am Hofe seiner Lehnsherren, der Johannei-schen Fürsten Johann, Otto und Conrad, sehr gern gesehen,und von ihnen mehrfach mit Aufträgen beehrt wurde. Fol-gende Nachrichten haben sich von diesen erhalten.

Im Jahre 1274 verglichen die genannten Markgrafenden Bischof Heinrich von Havelberg wegen allerlei Grenz-strcitigkeiten mit dem Ritter Heinrich von Wildenhagen undmit den Kindern der Königsberge, betreffend 15 Hufen imWalde Rodan bei Stüdenitz und die Grenzen bei Grabowund an der Karthane. Zeuge ist hier unter mehreren HerrJohann von Kröchern. i) In der Regel waren in solchenFällen Zeugen diejenigen, welche die Vereinigung der Par-theien zu Stande gebracht hatten. Sehr möglich ist es aber,daß gerade dieses Geschäft von bedeutendem Einflüsse auf denEntschluß seiner Nachkommen gewesen ist, sich hier seßhaft zumachen. Es läßr sich wohl denken, daß in dieser damalsnoch wenig cultivirten Gegend der Anblick des Rodans, derdamals noch ganz das Ansehen eines mächtigen Urwaldes inaller Erhabenheit der Wildniß und in üppiger Lebenskraft

1) Buchholtz Gesch. d. Churm. Brandenb. IV. Urk. Anh. 93. —kietlel Lvlt. I. Hptthl. II. 459. — Itüster Opiisculor. Iiist. innrcli. illusir.XVI. 124.