- 12 —
Schlösser lagen im Lande der Ottonischen Linie, das Schloßhätte ihren Vasallenstand entschieden, wenn sie auch von demDorfe Kröchern den Johanneischen Fürsten den üblichen Lehn-dienst hätten leisten müssen. Letzteres wäre dann als eineausländische Besitzung betrachtet worden. Es ergiebt sichdaraus mit Entschiedenheit, daß sie damals noch nicht im Be-sitze dieser Schlösser, oder eines derselben waren. Somit istdie von Entzelt ') mitgetheilte, und von vielen nachgeschriebeneAngabe: Markgraf Albrecht habe die von Kröchern 1202 ver-trieben, ihnen Calbe genommen, welches Gervasius von Alvens-leben der alte bekommen, hätte ihnen Betzendorf genommen,das hernach die von Schulenburg empfangen u. s. f., nichtsals eine Fabel, die jeden Grundes entbehrt. Die von Krö-cher besaßen damals weder Calbe noch Betzendorf, sie sind nievertrieben worden, die v. Alvensleben haben nicht unter Al-brecht Calbe erhalten, sondern dasselbe erst 1324 erkauft, einenGervasius von Alvensleben hat es unter Markgraf Albrechtnicht gegeben, die von der Schulenburg haben eben so wenigdamals Betzendorf bekommen, kurz, es ist an der Nachrichtnicht ein wahres Wort, obgleich sie oft nachgesprochen ist.
Wir haben oben schon erwähnt, daß der Verfasser derNachricht: von der Herren Geburt, im Sachsenspiegel die vonKröcher gar nicht erwähnt. Das ist ein Beweis, daß sie sichbis zur ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts weder durch her-vorleuchtende Thaten noch durch reichen Güterbesitz vor An-dern bemerkbar gemacht hatten. Wären sie in jener Zeit schonSchloßgesessene gewesen, so hätte sie der Verfasser, der sichdurchgängig sehr unterrichtet und mit den Verhältnissen ver-traut zeigt, gar nicht ungenannt lassen können. Beide hieraufgeführten Gründe berechtigen uns vollkommen zu der Be-hauptung, daß die Familie von Kröcher um diese Zeit und
1) Entzelt a. a. O. Bogen Q2.