Waffen einen besonderen Werth erhalten, und besonders mach-ten sich solche Eigenschaften in den Kreuzzügen in ihrem gan-zen Werthe geltend. Es schien daher angemessen, solche Krie-ger, welche diese Eigenschaften in vorzüglichem Maaße be-saßen, vor Andern auszuzeichnen, und dies mußte durch äußer-liche Zeichen geschehen, damit man ihnen sofort vertrauenkönne, wenn sie sich zeigten. Man schuf also Auszeichnungenfür solche Krieger, und nannte letztere Ritter. Die aus-zeichnenden Merkmale waren der ritterliche Gürtel und diegoldenen Spornen. Eine andere Auszeichnung war die, daßsie den Vorrang vor allen anderen Kriegern erhielten, weßStandes diese auch sein mochten, daß sie als Zeugen in denUrkunden stets unmittelbar nach den Geistlichen aufgeführtwurden, und das Prädikat Herr erhielten, welches außer ihnennur der (hohe) Adel und die Geistlichen führten. Alle Krie-ger aus dem Stande der Schildgebornen hießen Knappen,wenn sie nicht Ritter waren, öfter auch Knechte. Die Nitter-würde konnte man nur durch einen Ritter von fürstlicher Ge-burt mittelst des Ritterschlages erhalten. Ein Fürst, der nurKnappe war, konnte Niemanden zum Ritter schlagen.
Die Namen Ritter und Knappen bezeichneten daher kei-nen eigentlichen Standesunterschied, sondern es konnten zuihnen Männer der verschiedensten Stände gehören. Ursprüng-lich gab es kein Verbot, welches die Nicht-Schildgebornen vonder Nitterwürde ausschloß; allein es machte sich von selber,daß nur Schildgeborene die Nitterwürde erhielten. Ohne diesehr kostbare Rüstung und ohne beritten zu sein, konnte Nie-mand die nöthige Waffenübung erhalten, noch Tapferkeit ent-wickeln, weil er ohne Rüstung jedem vollständig Gewappnetenunterliegen mußte. Ein solcher konnte es, ohne große Gefahrzu laufen, recht wohl mit einem Dutzend schlecht Bewaffneteraufnehmen, denen es in der Regel noch an Uebung im Ge-brauche ihrer Waffen fehlte. Daher konnte in einem Ge-