Deutsche Adelsgenossenschaft.
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5. Trost und Hilfe für menschliches Elend jeder Art, namentlichhei Standes-Genossen in Fällen unverschuldeten Unglücks;
6. Wahrung und Pflege des ererbten Grund und Bodens undWiderstrebens gegen eine Veräusserung desselben ohne zwingende„Notwendigkeit."
Zwei Wege sind es, das wolle man hieraus ersehen, auf denendie Genossenschaft der Erreichung ihrer hohen Ziele näher zu rückensucht. Indem sie all ihr Thun mit dem Geist jenes schlichten Christen-thums durchleuchtet, welches der Ritterschaft unserer Ahnen das„Gott will es" auf die Lippen und das Kreuz auf die Brust legte,will sie den Adel mehr und mehr der festen Stellungnahme im Kampfder Weltanschauungen zuführen, ohne welche er, ein schwankendesRohr im Sturmwind der Zeit, seinen Untergang finden muss.
Christenthum, Königthum, Adel, — Adel im wahren Sinne desWortes, sind — das ist die feste Ueberzeugung der zum Kampf ver-bundenen Genossen — die Hauptträger und Pfeiler der geistigen Er-rungenschaften von Jahrtausenden. Indem sie für Altar und Thronmit allen Kräften der Seele und des Leibes eintritt, folgt die Ge-nossenschaft ebenso dem ihr voranleuchtenden Wahlspruche des „Adelverpflichtet", als wenn sie beispielgebend den Adel zum Pesthalten,beziehentlich zur Rückkehr zu der Väter einfachem Brauch und guterdeutscher Sitte, zur Bekämpfung jedweder Ueppigkeit und Verschwen-dung mahnt. Der Niedergang des Standes-Vermögens rollt in immerstärker werdender Bewegung dem Abgrunde zu. Dem muss Einhaltgeschehen, soll der Adel nicht seiner socialen Stellung in der Volks-gemeinde gänzlich verlustig gehen. Das bedeutet keinen mit unsernTraditionen, von denen wir vor Allem unedles Gründer- und Streber-thum fern zu halten haben — unvereinbaren Mammonsdienst. Waswir erstreben, ist nur unbedingt nothwendige materielle und wirt-schaftliche Sicherstellung der lebensfähigen Glieder eines Standes, der,wenn er Einfluss auf die Volksmassen ausüben soll — sich denselbenauch nach der Seite der äusseren Lebenslage als ein zu höhererLeistung und Pflichterfüllung befähigter darstellen muss. Darumauch auf diesem Wege den Interessen des Standes nach ihren Kräftenzu dienen, sinkende Existenzen zu heben, Verarmten und Verlassenennach Kräften Hülfe zu leisten, hat sich die Genossenschaft zur dank-baren Aufgabe gestellt. Schon heute zahlt die Genossenschaft eineReihe dauernder Stipendien zu Studien und Bildungszwecken, schonheute steht ihr Hiilfsverein, dessen Bestrebungen sich auch zahlreicheEdelfrauen und Fräulein in anerkennenswerthester Weise anschlössen,in vollster und segensreichster Thätigkeit, Thränen zu trocknen undden Dienst an den „Brüdern" in diesem engeren Sinne des Wortes
Eber stein, Handbuch. II. Theil. 6