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Hand- u. Adressbuch der Geschlechtsverbände u. Stiftungen
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Deutsche Adelsgenossenschaft.

Darum „Bindet Eure Kräfte, auf dass Ihr die Gewaltihres Wesens verspürt!" Der Einzelne, wie reich auch diegeistigen Gahen und die materiellen Mittel sein mögen, welche ihmzur Seite stehen, vermag wenig oder nichts in einer Zeit, deren Ent-wicklung in der freien Concurrenz der Kräfte Aller, die Bedeutungdes Individuums mehr und mehr in Frage stellt. Aus der Wirkung,die die geeinte Körperschaft auf die sittliche Denk- und Hand-lungsweise des Einzelnen ganz von selbst ausübt, vollzieht sich dieinnere Reform des Standes. Im Mittelpunkt der grossen socialenFrage stehend, bedarf die heute nur in schüchternen Anfängen ausder trüben Lage der Standes-Verhältnisse hervorleuchtende Adels-Bewegung gleich jedem Umschwung in der Welt- und Gesellschafts-Entwicklung, durchaus der bahnbrechenden Vorarbeit. Diese ihr zugewähren, haben sich weit über tausend selbstständige, allen Schichtenund Gliederungen des Standes angehörige Edelleute — Standesherren,Grossgrundbesitzer jeder Abstufung, active und inactive Offiziere undBeamte aus allen Gauen des Reiches — zu einer Deutschen Adels-Genossenschaft verbunden. Emporwachsend aus dem Bollwerkunseres theuren Christus-Glaubens, dem Apostolicum, dem das ersteGelöbniss des neu aufzunehmenden Genossen gehört, will die Genossen-schaft „in Einigkeit stark", der Zerfahrenheit die Geschlossenheitentgegen stellen und nach und nach in Vertiefung des historischenStandes-Gedankens dem christlichen Adel beider Confessionen eine ge-meinsame Werk- und Pflegestatt für die Förderung all der grossenAufgaben und Lehensgrundsätze eröffnen, die uns in dem Begriff„Christliche Ritterschaft" entgegenleuchten. Weichen Punktensie ihre Aufmerksamkeit vorzugsweise zuwendet, darüber bekundet § 2des Genossenschafts-Statuts Folgendes:

„Als Zweck der Deutschen Adels-Genossenschatt wird insbesondereaufgestellt:

1. treues Festhalten an dem apostolischen Glaubensbekenntnisse;

2. ehrlicher Kampf gegen den Materialismus und Egoismus unsererZeit, insbesondere auch durch Heilighaltung des Sonntags undSorge für das geistige und leibliche Wohl der Untergebenen;

3. die besondere Aufgabe des Adels ist nicht in der Geltendmachungesclusiver Rechte und Interessen, sondern in der Hingabe fürdas gemeine Wohl und in der Wahrung der überkommenenTreue für Thron und Vaterland zu suchen;

4. eine gewissenhafte christliche Erziehung der Kinder, gleich-zeitig gerichtet auf Anstand, Sitte, Ehrbarkeit, Arbeitsamkeit,wissenschaftliches Streben, Massigkeit in materiellen Genüssenund auf Ausbildung der körperlichen Kraft und Gewandtheit;