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Die Stiftungen und deren Entwickelung.
sich dem Kenner der Verkältnisse das Bewusstsein ein: der deutscheGrundbesitz, wie er noch heute besteht, wird dem Tode geweiht, undentgehen kann dem herannahenden „grossen, gigantischen Schicksale",auf welches wir die dichterische Auffassung keineswegs anzuwendenvermögen, „dass es die Menschen erhebt, indem es sie zermalmt," —nach menschlichem Ermessen nur der durch fideicommissariscke Fest-legungen stabilisirte Grundbesitz. Wie für die alten landgesessenenFamilien im Allgemeinen, so ganz besonders für den grundbesitzendenAdel Deutschlands, gilt daher die ernste und dringende Mahnung:„Vertheidigt Euere Scholle, befestigt Euere Heimstätten, Euereererbten oder erworbenen Güter, die Zielpunkte Eueres treuenFleisses, Euerer steten Sorge, Euerer unentwegten persönlichenHingabe!" In unserer, von dem Geiste der Heimath- und Ruhelosig-keit, der socialen Verschiebungen aller Art, beherrschten Zeit, ist jeder,selbst der kleinste, eigene Besitz, für die materielle, wie die sittlicheEntwickelung und Erhaltung des Einzelnen, wie der ganzen Familie,von einem AVerthe, den erst Derjenige, so dünkt uns, voll und ganzzu erkennen vermag, der ihn einst besessen, nun aber verloren hat, —ein Spielball in der Hand des Schicksals, eine Nussschaale auf demWogenmeere des Lehens! Das ist wahrlich nicht zu viel gesagt, woklassische Zeugnisse alljäklick zu hunderten aus den Statistiken zumHimmel schreien. Eine, Gott sei's geklagt, fast tägliche Erscheinungist es in unserer Zeit des landwirtksckaftlichen Niederganges geworden,dass der adelige Grundbesitzer, der meist erst nach Jahren an-gestrengten Militärdienstes das väterliche Gut übernimmt, oder sieh„ankauft" in der Meinung, nach den Strapazen des Dienstes ein an-genehmes, sorgenfreies Ruheleben führen zu können, sich schon nachwenigen Jahren bitterer Enttäuschung und wirtkschaftlichen Rück-ganges, wenn nicht Zusammenbruches, nach der Grossstadt zieht, derenFreuden er in den Jahren seines einsamen Landlebens nur tropfenweisund darum als ein um so gefährlicheres Gift geniessen lernte. Ersagt sich: „Ach, was soll ich mich da auf der „Klitsche" noch weiterquälen, von früh bis Abend auf den Beinen sein und dann noch nichtwissen, wovon die Wochenlöhne bezahlen? Und dafür schlechte Ernten,fortgesetzten Aerger uud Aufregung mit den Dienstleuten und Arbeitern;— ich wende mich an einen Agenten, der soll mir „das Ding" verkaufen,oder gegen ein Haus in Berlin oder Dresden in guter Lage vertauschen;da bin ich wenigstens die Quälereien und den fortgesetzten Aergerlos und lebe doch „viel angenehmer", versumpfe und verbauere nichtzwischen meinen Krautköpfen und das Leben der Grossstadt bietetmir doch „geistige Anregungen" aller Art; na, und wenn ich auchnur wenig oder nichts übrig behalte, ich habe ja meine kleine Pension