Druckschrift 
Hand- u. Adressbuch der Geschlechtsverbände u. Stiftungen
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26

Geschlechtsverbände und ihre Entwickelung.

Adels aufgehoben, der sich durch Verleihung der meistens von Fürstengestifteten Orden in einer Art gegenseitiger Vereinigung erhielt.Diese Orden sind entweder wieder erloschen oder durch neuereStatuten auf andere Stände ausgedehnt worden, so dass nur nochder 1729 erneuerte bayrische St. Georgs-Orden neben demJohanniter, Maltheser- und Deutschen-Orden gegenwärtigals adelige Verbindung zu bezeichnen ist, da auch die im 16. Jahr-hundert und 1815 gestifteten Adelsketten bald wieder eingingen.

Spuren von Verbindungen der Mitglieder eines speciellenAdelsgeschlechts zur Förderung gemeinsamer Interessen findensich schon vereinzelt zeitig, und ist z. B. der älteste bekannteGeschlechtstag von der Familie von Watzdorf 1394 abgehaltenworden. Auf dem 16. Geschlechtstag zu Leipzig am 15. März 1626wurde die Geschlechts-Ordnung von 30 männlichen Mitgliedern unter-schrieben und 1631 landesherrlich confirmirt.

Aus der Zeit von 1500 bis 1700 können wir die Geschlechts-vereine der von Buenau 1517, von Bgloffstein 1557, von Maltitz1562 (ging aber später wieder ein), von Knobeisdorff 1597,von Pflugk und von Schwanberg 1675. 1774 erschien eineWillkür und Ordnung der adligen Geschlechter von Watzdorff,von Pflugk und von Buenau.

Zwischen 1800 und 1848 sind die Verbände der Carlowitz,Oertzen und Zitzewitz gestiftet worden, während alle anderenwohl erst später entstanden sind. Die meisten der verbundenen Ge-schlechter haben periodisch wiederkehrende Versammlungen undmachen Veröffentlichungen meist aus der Geschichte der Familie.

Wenn man die erspriesslichen Resultate dieser Verbände in denletzten Dezeneien verfolgt, möchte man jeder Adelsfamilie rathen, sichzu vereinen, da die gesammten Kräfte eines Geschlechtesmit wenigen Mitteln manche Glieder desselben vor dem Unter gangebewahren können, während dies für den einzelnen viel schwieriger ist.

Besonders aber ist es die Pflicht des altangesessenen Adels,der durch die Aufhebung der Lehne seine Zusammengehörigkeit theil-weise verloren hat, durch Stiftung von Geschlechtsverbändenund Befestigung ihres Grundbesitzes die Familie zusammen-zuhalten, da diese beiden Maassnahmen fast die einzigen Mittelsind, diesem Adel seine Stellung zu bewahren.

Für alle Adelsfamilien, auch die durch Geschlechts vereineverbundenen, ist aber ein Anschluss an die „Deutsche Adelsgenossen-schaft in Berlin" anzurathen.

Im Anfang des Jahres 1883 waren 79 Geschlechtsverbände bekannt.

Theilen wir noch Einiges über die Ganerben mit: