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Hand- u. Adressbuch der Geschlechtsverbände u. Stiftungen
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Geschlechtsverbände und deren Entwickelung.

als einen Namensgenossen betrachtet, losgebunden. Dass das ge-meinsame Schildzeichen, dass das gemeinsame Wappenals das höchste und bedeutungsvollste aller Profan - Symbole denGliedern eines jeden Geschlechts, wenn anders dasselbe nochAnspruch darauf machen will einen Stein im Standesbau darzustellen,zum unlösbar sie umschliessenden Bande dienen — ihreInteressen unter allen Umständen in Leid und Freud — solidarischverknüpfen müsse — dafür war der Mehrheit des in der Schulungmechanistisch-liberalisirender und nivellirender Tendenzen gross ge-wordenen Geschlechts alles Verständniss verloren gegangen.

Der Egoismus spielte und spielt in diesen Fragen fort und fortseine gewichtigsten Karten aus. War es Lauheit hier und Indolenz,denen das „laisser aller" der bisherigen Zustände bequemer dünkte,sträubte sich dort das Misstrauen des reichen Grundbesitzers, vom„armen Vetter" ausgebeutet zu werden gegen die Zumuthung ineine enge noch dazu mit Opfern an Geld und Zeit verbundene Ge-meinschaft mit Leuten zu treten, die „ihn doch eigentlich nichts an-gingen."

Wie heute noch der „Deutschen Adelsgenossenschaft" gegenüberdie unglaublichsten Bedenken und Bemängelungen |laut werden, sodamals in der Zeit der „Geburtswehen der Geschlechtsver-bände" über diese. Gottes Gnade und Segen hat die in den Ge-schlechtsverbänden inaugurirte Adelsform bis auf diesen Tag durchmanche Klippe — manches Biff geleitet. Die Gründung der „DeutschenAdelsgenossenschaft" bedeutet nur eine weitere Etappe auf der neubetretenen Bahn korporativer Wiedergehurt, welche — wir möchtendies hier ganz besonders betonen — bei rechter Auffassung — dieNothwendigkeit der Geschlechtsverbände als, wenn man sosagen darf, erste Instanzen der korporativen Standes-Gliederung nurnoch schärfer präzisirt. Die Mitgliedschaft eines Geschlechtsverbandesschliesst darum die der Adelsgenossenschaft so wenig aus, wie etwadie des St. Johanniter-Ordens.

Geschlechtsverband und Adelsgenossenschaft berührensich vielmehr in ihren Interessen-Kreisen und Wirkungsgebieten —unter sich — wie mit der Thätigkeit des einzig und allein der ad-ligen Charitas gewidmeten Vereins Nobilitas in so ausgiebiger,ergänzen sich in so trefflicher Weise, dass wir meinen, es sollte einenjeden Standesgenossen, der mit warmem Herzen einer dieser Gemein-schaften seine Kräfte weiht, mit magnetischer Gewalt in die Reihenauch der anderen ziehen. Leider zersplittert sich die ethische undhumanitäre Thatkraft des Standes, die dem Grossen und Ganzenwahrlich nicht besser dienen könnte, als indem sie zunächst das