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Hand- u. Adressbuch der Geschlechtsverbände u. Stiftungen
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Geschlechtsverbände und deren Entwickelung.

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sozialpolitische Bedeutung seines Adels zu würdigen wusste, wie keinZweiter seines Hauses. Ihm, dem erleuchteten Fürsten, der die ur-eigensten Gedankenströme seiner vom tiefsten Verständniss fürchristlich-soziale Ordnung erfüllten Seele — in lehensvollster Weisein das rechte Bett zu leiten wusste, sollte der Adel schon darum einunzerstörbar Denkmal in seinem Herzen setzen.

Hit dem gelegentlich der Herrenhaus-Organisation einzelnenhervorragenden Geschlechtern der Mark und Pommerns verliehenenPräsentationsrecht für die höchste Vertretungs-Körperschaft desLandes erwachte nicht nur in diesen, nein auch in manchem anderemritterbürtigen Geschlecht der Geist der Einung und in ihm derWunsch, sich nach Väter Weise zu gemeinsamem Ringen in denStürmen des Lebens zusammen zu schliessen. Sah schon das sechsteJahrzehnt zahlreiche Geschlechtsverbände neu entstehen, die folgendenDecennien liessen die Bedürfnissfrage in so hohem Grade zum Durch-bruch gelangen, dass wir heute vor der vollendeten Thatsache einesan Gliedern schier nach dem Hundert zählenden, sich alljährlich ver-mehrendes Ringes sogenannter „geeinter Geschlechter" stehen.

Wo irgend ein Geschlecht des Uradels zahlreich genug gewesensich zusammen zu thun, da ist es geschehen in diesen Jahren undJahrzehnten, zumal in dem an sonstigen korporativen Standes-Bil-dungen weniger als West und Süd reichen Norden und Osten —und wo dies noch nicht geschehen, ist es entweder durch Spezial-Verhältnisse begründet, oder gehört zu den füglicher Weise nicht ebenlöblich zu nennenden Ausnahmen. Dass die Geschlechtsverbände, ihreGründung und Ausgestaltung im eigenen Lager vielfach heftigsterBefehdung begegnet, liegt einestheils in der selbstsüchtigen Schwächeder menschlichen Natur, anderntheils in der traurigen erziehlichenEntwickelung, die sich des Standes bemächtigt und ihn unter denzersetzenden Einflüssen der revolutionären Bahnen, auf welchen diemoderne Gesellschaft wandelt, als rechten und echten Bewusstseinsseiner Wesenheit und seiner Pflichten beraubte und leider theilweisenoch immer beraubt.

Die älteren Generationen traten mehrfach der „neuen" siewunderlich und seltsam berührenden „Erfindung" mit einem Gefühlder Beklemmung, wo nicht des Misstrauens gegenüber. Die von Auf-klärung und Rationalismus wahrhaft künstlich genährte Selbstsuchthatte ein Geschlecht gross gezogen, das durchaus nichts vonKorporation verstand, nichts von Verbrüderung und Daran-gabe des eigenen, Ichs an ein Ganzes wusste und wissenwollte. Man fühlte sich innerlich wie äusserlich von jeder Ver-pflichtung gegen den Stammesgenossen, den man überhaupt höchstens