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Hand- u. Adressbuch der Geschlechtsverbände u. Stiftungen
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G-escklecktsverbände und deren Entwickelung.

klärungs-Periode den verderklicksten Einfluss ausübte, so auck aufdem für dasselbe so besonders bedeutsamen Zusanimensckluss derStandes-Partikeln, das keisst, der einzelnen Geschleckter. Oede,Nüchternheit, Erkaltung jedes wärmeren Blutscklages im Verkehrder Geschlecktsgenossen untereinander wurde die Signatur einer Epoche,deren ungefähren Ausgang wir mit dem Jahre 1850 flxiren möchten,deren Wirkungen sich nur da weniger fühlbar machten, wo Mitgliederhochangesehener Geschlechter in grosser Zahl in der Stammeskeimatkauf reichem Grundbesitz neben einander sassen und in rechter Weisedie Machtmittel zu erfassen und zu würdigen verstanden, welcheihnen schon im blossen Zusammengehen in sozialen und poli-tischen Fragen förmlich in den Schooss fielen.

Der gerade in dieser Periode eintretende, weitgreifende Verlustdes ritterschaftlichen Grundbesitzes zerriss den meisten Ge-schlechtern gänzlich den letzten Rest der Interessen-Solidarität, dereinst ihre Glieder an gemeinsamem Bande durch das Leben geleitet.Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, welches einst dem Einzelnenim Anschluss an das Ganze die Pforte zu einer Bruderschaft erschlossen,erstarb mehr und mehr in den Söhnen und Töchtern der grossen undalten Geschlechter. Es kam die Zeit, in der man, deren ganzem Zugentsprechend, die passagere für die Kontinuität im höheren Ge-sichtspunkt gänzlich bedeutungslose, sogenannte Bluts-verwandtschaft als die einzig berechtigte hinstellte, — diehistorische Stamm- und Schild-Verwandtschaft hingegengänzlicher Negation anheimfallen liess. Gewiss gehören nun auchheute noch Phrasen wie diese: „Mit Dem oder Jenem sind wir garnicht verwandt", — oder „Der und Jener geht mich gar nichts an"— im Munde auch solcher Edelleute, von welchen man besseres Ver-ständniss für die Bedeutung der Geschlechtsverwandtschaft erwartenkönnte, keineswegs zu den Seltenheiten.

Der Rationalismus der Anschauung der letzten anderthalb hundertJahre lässt sich in seinen destruirenden Nachwirkungen nicht so raschniederwerfen. Wir stehen eben vor Trümmerfeldern, wohin wir auchschauen, da und dort, hie und da.

Aber wie manches im Standeslehen in den letzten Jahrzehntensich günstiger gestaltet, so hat ganz besonders auf dem Gebiet desZusammenschlusses der einzelnen Geschlechter in unverkennbarsterWeise eine Wendung zum Besseren Platz gegriffen. Die Wieder-geburt des Geschlechtsverbandes — eine Renaissance imbesten Sinne des Wortes — vollzog sich in den Stammlanden derPreussiscken Krone unter den Auspicien des hockgemutken viertenFriedrich Wilhelm, des unvergesslichen Monarchen, der die