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sie zu necken, so daß sie gar nicht wissen, wie sie mit ihm daransind, und eben dieses Neckspiel, dieses hänselnde Andeuten sollnicht nur die eigentliche Rache vorbereiten, sondern selbst dieStelle der Rache vertreten, und je länger dieses Spiel desWahnwitzes dauert, um so mehr muß es als eine Art Ersatz für dieRache selbst gelten. Wäre es nicht so, so wäre es unbegreiflich,daß Hamlet nie über die Art der Rache nachdenkt oder mitHoratio sich bespricht.
Freilich erhebt sich hier die Frage, ob Hamlet nicht wirk-lich wahnsinnig sei, eine Frage, die nicht so thöricht ist, wie sieManchem erscheint. Gervinus sagt: „Hamlets Wahnsinn ist nurder Scheinwahnsinn; er ist völlig bei Sinnen." Völlig beiSinnen ist Saxos Amleth, aber nicht Shakespeares Held. Vordem Zweikampf mit Laertes sagt Hamlet, er sei von sich selbstgeschieden und von schwerem Trübsinn geplagt gewesen; dreimalgebraucht er von diesem Zustand den Ausdruck „Wahnsinn". DieMöglichkeit des Todes vor Augen, Pflegt der Mensch nicht zulügen; Hamlet befindet sich nie in eigentlichem Wahnsinn, wohlaber häufig in einem dem Wahnsinn ähnlichen Zustande. WerWochen- und monatelang sdas ganze Stück mag drei bis vierMonate fassen) den Wahnsinnigen spielt, der muß sich immermehr in einen wahnsinnähnlichen Zustand hineinarbeiten, geradewie Der, der immerfort lügt, seine Lügen und Aufschneidereienzuletzt selbst, wenigstens halb zu glauben, für wahrscheinlich zuhalten genöthigt wird. Hamlet wandelt an schmaler Kante desWahnsinns dahin, entsetzt sich immerfort vor der Gefahr, seineLüge möchte zur Wirklichkeit werden und wird in diesem über-reizten, krankhaft gesteigerten Geistes- und Gemüthszustand voneinem Aeußersten zum anderen getrieben.
Jedenfalls hat Bischer Recht, wenn er behauptet, Shakespearehätte hier mehr motiviren sollen. Ein Monolog, in dem Hamletden Vorsatz saßt, sich wahnsinnig zu stellen und diesen Vorsatz
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