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habe nur im Lustspiel, nicht in der Tragödie Raum; von einemdramatischen Helden erwarten wir so viel Intelligenz, daß erfür seine Zwecke kein unpraktisches Mittel wähle; unmöglichkönne das die Absicht Shakespeares gewesen sein, eine bloße Un-zulänglichkeit, das auszuführen, was man eigentlich will, zuschildern; schon Aristoteles nennt unter allen Fällen einer dra-matischen Handlung denjenigen den unbrauchbarsten für den tra-gischen Dichter, in welchem die tragische Person den Vorsatzhabe, etwas zu thun, ihn aber nicht ausführe. Allein Hamletführt ja den Vorsatz, etwas zu thun d. h. das Verbrechen zurächen, aus; er thut sogar mehr als er thun sollte. Das Zweck-widrige besteht also bei ihm darin, daß er nicht zu rechter Zeitd. h. sogleich, eine Handlung sondern zu unrechter Zeit d. h. zuspät zu viele Handlungen vollbringt. Zweckwidrig handelt ingewisser Weise auch der tragische Held, ein Oedipus, ein Mac-beth; sie handeln aber in einer Weise, daß sie das Ziel, nachdem sie trachten, verfehlen; die tragische Zweckwidrigkeit wirdunsere Furcht und unser Mitleid, die komische unser Lachen er-regen. Hamlet greift zu Maßregeln, um seinen Zweck zu er-reichen; hierher gehört der verstellte Wahnsinn, die Aufführungdes Schauspiels, das Gespräch mit der Mutter, der gegen Po-lonius geführte Stoß, der dem Könige galt. Aber diese Mittelsind dem Zweck nicht vollkommen, sondern nur halb entsprechend;die rechten Mittel läßt er bei Seite, und zwar aus Mißtrauen,Menschenscheu und Menschenverachtung, Furcht vor einer raschabschließenden That. Weiter lesen wir: „Die retardirenden(zurückdrängenden) Momente sind für eine Tragödie so unerläß-lich als die Hemmung für eine gute Uhr. Wenn Hamlet gleichnach Erscheinung des Geistes den Akt der Rache vollzöge,so wäre das Stück in der zweiten Scene zu Ende." In derThat handelt Hamlet ununterbrochen im Stück. Seine wieder-holten Selbstanklagen zeigen nur, wie sehr ihn der Gedanke an
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