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Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
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"Will man aus diesen Zahlen die Grösse der Temperaturschwankung in den ver-schiedenen Bodenschichten, sowie die Zeiten ableiten, in denen die Temperatur-Extremeeintreten, so muss noch besonders darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Werthdes Minimums der Temperatur und seiner Eintrittszeit durch die Schneedecke imWinter wesentlich beeinflusst ist. Um dafür ein besonders in die Augen fallendesBeispiel anzuführen, sind in der folgenden Tafel die fünftägigen Mitteltemperaturen,welche sich aus den Beobachtungen im Freien in Fritzen für den Januar 1879 für dieTiefe von 0,15 m ergaben, mit der Schneehöhe und der Lufttemperatur zusammengestellt.

J a n u a i

1 8 7 9.

Datum.

1.-5.

6.-10.

11.-15.

16.20.

21. 25.

26.-30.

Sehneehöhe in cm

Temp. in 0,15 m Tiefe in Graden C.Lufttemperatur in Graden C. . . .

5

0,410,51

240,39 7,84

200,40 5,13

19

0,36 4,95

220,19 7,46

230,17 6,94

Ebenso ergab die Beobachtung im Freien in Melkerei:

Januar

1 8 7 8.

D a t u m .

1.-5.

6. 10.

11.15.

16.20.

21.-25.

2G.30.

Schneehöhe in cm

Temp. in 0,15 m Tiefe in Graden C.Lufttemperatur in Graden C. . . .

201,02 3,66

450,94 5,10

480,74 9,38

350,78 3,61

320,70 3,38

800,72 8,77

Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, dass trotz der nicht unerheblichen Schwankungender Lufttemperatur in der Tiefe von 0,15 m nur unbedeutende und viel kleinere Tem-peraturschwankungen auftraten, als nach den Beobachtungen im Sommer zu erwartenwar, dass also sowohl die Grösse des Temperatur-Minimums als auch seine Eintritts-zeit von der Schneedecke beeinflusst ist.

Ueber diesen Gegenstand liegen übrigens auch eine Reihe direkter Beobachtungen vor.So hat zunächst Herr Wollny') in den Jahren 18741876 in den Monaten, in welchender Boden mit Schnee bedeckt war, die Temperatur in 1 dm Tiefe auf einer mit Schneebedeckten und einer vom Schnee befreiten Fläche beobachtet und nachgewiesen, dass beiFrostwetter die Temperatur im ersteren Fall bedeutend höher ist als im letzteren und dassdie Temperaturschwankungen in dem ersteren stark abgeschwächt sind gegen die Schwan-kungen im schneefreien Boden. Aehnliche Beobachtungen sind in dem verflossenenWinter vom 26. November bis 25. December von den Herren Edm. und Henri Becquerel

9 Wollny, der Einfluss der Pflanzendecke und Beschattung auf die physikalischen Eigen-sch a ften und die Fruchtbarkeit des Bodens. Berlin. Wiegandt, Ilempel und Parey 1877. p. 2436.cf. Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft für Meteorologie Band XV. p. 39.