derungen der weiblichen Mitglieder des Hauses Liebenberg auf etwa40,000 Thaler belaufen mochten.
Sein Tod und die hieraus entspringende, durch die Ansprücheder Allodialen hervorgerufene Vermehrung der Schulden, gab denAnlass zur förmlichen Eröffnung des Concurses, in welchem dasPrioritätsverhältniss bei dem damals durch das Kriegselend ver-zögerten Rechtsgange erst am 15. September 1645 erfolgte. Nachmehrfachem, fruchtlosen Subhastationsverfahren, wie es der Gangder Angelegenheiten und die allgemeine Finanznoth damals mitsich brachte, wurde endlich am 5.—7. April 1652 ein Adjudikations-bescheid erlassen, durch welchen Liebenberg nebst Antheil Löwen-berg, Bergsdorf, Grüneberg, Teschendorf und andere Pertinenzen fürii,900 Thaler an den Oberjägermeister Jobst Gerhard von und zuHertefeld überging.
Das im vorigen Kapitel abgedruckte Inventarium Liebenbergsund seiner Pertinenzen zeigt uns ein Bild von dem Zustande, indem sich der Besitz gegen Ende des Lebens und nach dem TodeCaspars befand. Ein erschütterndes Beispiel für den Zusammen-bruch einer Familie, die in der Unbill der Zeiten stehend, nichtEntsagung zu üben verstand, um den Kindern das kostbare Gutder «Heimaterde? zu erhalten — sondern trotzend und ohne Selbst-beherrschung den Kampf gegen das Schicksal aufnahm, das allezeitstärker als die Menschen bleiben wird.*)
•) Die vorstehende Darstellung basirt auf persönlichen Mittheilungen des Grafenvon Bredow-Liepe sowie auf der von ihm herausgegebenen Urkundensammlungund Geschichte des Geschlechtes von Bredow. Auch haben Akten des GeheimenStaatsarchivs und des Archivs zu Liebenberg werthvolles Material geliefert.