Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
110
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schlossenheit und Geschicklichkeit dazu, halb angezogen den gün-stigen Augenblick sofort erfassend, aus dem Fenster den Sprungin den dunkeln Garten zu wagen. Denn das Parterregeschoss lag,wie heute noch, über sehr hohen Gewölben des Souterrains undso weit über dem Erdboden, dass die erstaunten Musketiere nichtden Entschluss fanden, augenblicklich dein Flüchtling nachzuspringen.

Den Gedanken: wohin? mag Adam wohl manchmal schon beisich überlegt haben, wenn er es zu arg mit dem Gröben trieb.Aber er mag nicht geglaubt haben, in so hülflosem Zustand, Nachts,elend zu Fuss, in die Flucht getrieben zu werden. Sein Vater Hanstrabte wenigstens auf seinem Rosse und gefolgt von seinem Jägerin die Uckermark hinaus! Er aber drückte sich in der schwarzenNacht auf den seit Kindheit wohlbekannten Pfaden durch die«Kappe», über die Wurzeln stolpernd, fort, in unbehaglicher Näheder Wölfe, denen man dort Aas in jene Wolfsgruben geworfenhatte, deren Reste wir auf dem Wolfsberg am Lindsee noch heuteerkennen. Es war ein guter Platz für das Raubzeug, das sich gernin das Röhricht des Sees und der «Hirschlöcher» steckte. Ermusste den Musketieren einen guten Vorsprung während der Nachtabgewinnen, um davon zu kommen. Denn dass er sich, wie VaterHans, zu den Vettern Arnim in die Uckermark begab, das würdensie wohl ahnen können. Dort ist sein ganzer Anhang von Mutter-seite her, der ihm den Weg zu Vetter Hans Georg von Arnimzeigt, dem hochgebietenden kaiserlichen Feldmarschall.

In der That sehen wir Adam kurze Zeit darauf von dem Feld-marschall in Mission zu einem kaiserlichen General gesendet. Aberauf dem Rückwege wird er von einer akuten Krankheit erfasst undjäh vom Tode hinweggerafft.

Sein Bruder Jakob meldet dieses traurige Ereigniss dem Kur-fürsten in einem Schreiben de dato Liebenberg, 29. Oktober 1629,in welchem er sagt, dass Adam «sanft und selig verschieden sei».Jakob bat zugleich, «da er seinem Bruder auf dieser Welt keinegrössere Ehre mehr beweisen und erzeigen könne, als dass er seinenverstorbenen Körper ehrlich und adelig zur Erde bestatten lasse»,um Erlaubniss, die irdischen Reste Adams nach Löwenberg bringenzu dürfen. Diese Erlaubniss erfolgte auch mittelst Rescript vom2. November desselben Jahres.