Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
99
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Es war trotz der schwierigen Verhältnisse, unter denen dieErbschaft des Vaters 1598 angetreten war, die Lage für die Söhnenicht aussichtslos, denn auch von mütterlicher, Arnim'scher Seitewar Vermögen und bei ruhiger, umsichtiger Verwaltung die Mög-lichkeit vorhanden, aus der Verschuldung einen Ausweg zu finden.

Aber weder Caspar, der Anfangs der Armee angehörte, nochseine Brüder verstanden es, sich nach der gegebenen Lage zustrecken. Sie waren die echten Söhne ihres Vaters und in denTraditionen des Hauses Liebenberg aufgewachsen, d. h. bei starkerEigenwilligkeit und bei grösserer Freude an Jagd und Sport als anernster Arbeit.

Der jüngste Bruder Caspars, Hans, trat wenig in der traurigenEntwicklung hervor, welche die Liebenberger nahmen. Er hattesich dem Militärstande gewidmet und starb 1621 zu Meissen injugendlichem Alter. Wahrscheinlich in Voraussicht des nahendenTodes vermachte er per testamentum militare dem damaligenCapitain im Fuchs'schen Regiment, nachmaligen Kaiserlichen Oberstenvon Ihlow, 600 Thaler. Es mag ein Akt der Dankbarkeit desjungen, einsam in der Fremde lebenden Liebenbergers gewesen sein,für Freundschaft und Fürsorge in Krankheit und Noth.

Der zweite Bruder Caspars, Jakob, war der «Gelehrte» derFamilie. Zuerst scheint er es, den alten Traditionen des Löwen-berger Hauses der Bredow's folgend, versucht zu haben, in denkurfürstlichen Hofdienst zu treten. Wir finden ihn in jungen Jahrenals Hofjunker aufgeführt. Dann bemüht er sich um die Mitglied-schaft des Collegiat-Stiftes zu Magdeburg und erreicht daselbst 1630die Stellung eines Dechanten.

Jakob vermehrte, ebenso wie seine Brüder, die väterlicheSchuldenlast um ein Bedeutendes, wozu unzweifelhaft der langwierigeund grosse Prozess beitrug, von dem weiter unten die Rede seinsoll. Seine Gattin war Ottilie von Pfui, Tochter des Branden-burgischen Kriegsobersten Heine von Pfui auf Garzin etc.*) undder Anna von Streunren. Söhne hinterliess er nicht. Eine Tochterist unverlieirathet gestorben.

*) Dessen Porträt der Verfasser dieser Mittheilungen auch unter den Getreuendes schwedischen Keldmarschall Graf Wrangel im Schlosse Skokloster am Mälarseegesehen hat.

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