Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
36
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Von Wickerschen Hof aber und Kuilen-Gut*) die Hälfte desStrohs, Aepfel, Birnen und Knollen, dazu Elsen, Birken undWilligen**) Holz gewachsen in dem hintersten Kamp und Holzpassdes Holtappels, auch wie alles Uebrige ihr Lebenlang gemessenund haben.

Sechstens: Sollen unsere Söhne, wenn unverheirathet undihnen nicht Colck zu Theil geworden, in Egeren bei ihren Schwesterneinziehen und in der Kammer über dem Saal und in der oberstenThurmkammer, doch ohne Last und Kosten ihrer Schwestern,logiren, auch für ihre Pferde den Stall benützen und sich gegen-einander liebevoll, wie es Brüdern und Schwestern gebührt, betragen.

Siebtens: Wenn aber durch Gottes Schickung von unsernTöchtern eine heirathet oder stirbt, soll die Uberlebende unver-heirathete alles, wie es oben angeführt ist, ihr Leben lang besitzenund gemessen.

Achtens: Wenn auch die letztlebende unserer Töchterheirathet oder stirbt, soll Egeren mit oben specificirten Parcellenunter unsere sämmtlichen Kinder per capita und Kindeskinder aberper Stirpes theilbar sein.

Zum Neunten: Nachdem wir Eheleute unserem älterenSohne Elbert Adrian sei, als er sich mit Mechtilde Henriettevon Hövel verehelichte, die jährlichen Renten und reditus derHerrschaft Neuland von der Zeit ab, da unsere Nichte, Frau zuNeuland sei. gestorben, sowie auch die 600 Gulden, welche unserVetter, Herr zu Nazarette, uns noch von verkauftem Gute schuldig, unser Sohn soll sie auf seine Kosten eintreiben und fordern,bis auf den Tag unseres Todes zu gemessen, mitgegeben; nachdemauch seiner erwähnten Hausfrau das Usufructuarrecht daran

*) Der Wicker'sche Hof soll eine Kathstelle gewesen sein, die zwischenKlikhövel Käthe und Theilenhof (beide zu Kolk gehörend) gelegen hat. «Kuilen»ist ein alter plattdeutscher Ausdruck für Löcher. In dem tieferliegenden Theile desTheilenhof fanden sich früher eine Menge Löcher und auch heute sind sie nichtganz verschwunden. Es dürfte ein Theil des Theilenhofes früher so benannt gewesensein. Umsomehr als das Kuilen-Gut mit Knollenlieferung in Verbindung gebrachtist, die in der Uedemer Gegend besonders gut gedeihen. Die Kirmes ist desshalbauch so spät gelegt, dass sie mit der Knollenernte zusammenfällt und desshalb spott-weise ,,Knollenkirmes'' genannt wird. (Mittheilung von R. Paulus, Cleve.)

« : *) Willigen Holz = Holz von geknoteten Weiden.