GRAFEN V. WERTHERN-B EICKLINGEN. 663
frühere reichsgräfliche Wappen beibehalten. — Das Wappen der Freiherren v. Werthern beschreibt v. Meding (I, 663) wie folgt: Schild von sechs Feldern in zweiReihen mit Mittelschild. Im rothen Mittelschilde zwei ins Andreaskreuz gelegteSchlüssel, deren Ringe unterwärts, die Kämme auswärts gelegt sind. 1 des Haupt-schildes in Silber drei rothe Querbalken; 2 in Gold ein schwarzer, doppelter Adler;3 in Silber ein einfacher, blauer Adler; 4 in Gold ein Strauss, welcher in derrechten Klaue einen Pfeil schräg aufwärts hält; 5 der gevierte adelig v. werthern-sche Schild (Mittelschild des gräflichen Wappens), und 6 in Gold ein Elephant mitThurm und Führer. Den Schild deckt eine 7 perlige Krone. Wie beschrieben,ergeben Lackabdriicke von älteren Petschaften dieses Wappen. Die von neuerenPetschaften zeigen nur einfach Feld 5 des beschriebenen freiherrlichen Wappens.
Uraltes und sehr berühmtes thüringisches Herrengeschlecht, welchessich weit ausgehreitet und sich vielfach, namentlich in sächsischenStaatsdiensten, ausgezeichnet hat. Nach Peter Albins bekannter „Historieder Grafen und Herren v. Werthern" wurde Odorald , eines thüringi-schen Helden Illibrand Sohn, welchen Kaiser Carl der Grosse 802,wegen seiner erwiesenen trefflichen Kriegsdienste, mit dem unweit desHarzes, wie Einige angehen, gegen Nordhansen zu, gelegenen Schlosseund Herrschaft Werthern beschenkte, zum Herrn v. Werthern erklärt,eine Angahe, welche sich auch in v. Falkensteins thüring. Chronik(II. 834) findet. Odohaids Sohn, aus der Ehe mit Judilha Gräfinv. Kaefernburg (Kefernburg) war Carl , welcher 864 im Kampfe gegendie Wenden fiel. Von dem Enkel des Letzteren, Jonoc.us, welcher sich968 unter den Genossen des Turniers zu Magdeburg findet, stammteJonocus (11.), welcher 1019 zu Trier lurnierte und als Oberster desKaisers Otto II. 983 in einer Schlacht mit den Saracenen blieb. DerEnkel desselben, H ugo , fiel 1055, gegen die Wenden kämpfend. —Mit diesem Hugo soll, nach einigen Stammregislern, das Geschlecht er-loschen sein und Kaiser Heinrich IV. soll die Herrschaft Werlhern, alsReichslehn, dem jüngsten Sohne des Grafen Ludwig in Thüringen,Hermann , welcher mit dem Beinamen der „Wachsame" vorkommt,wegen treu geleisteter Dienste überlassen und denselben 1086 mit dem,später allen drei Hauptlinien als gemeinschaftliches Seniorats- Vorrechtzukommenden Erb-Käminerer-Thürhüler-Amte des IL IL R. beliehenhaben. Doch führt Albin diesen Hermann als Sohn des erwähntenHugo aus des Ehe mit Mechlhildis Gräfin v. Arnstein auf. Gewiss istnur, dass Hermann der erste genauer bekannte Ahnherr aller jetzigenGlieder der Familie ist. Dieselbe breitete sich sehr früh in verschiedeneLinien aus, welche sich in Friedrich , gest. 1396, wieder vereinigten.Der Letztere ist der nähere Ahnherr aller späteren und jetzigen Gliederdes Geschlechts. Nach zwei seiner Söhne, Johann , Herrn in Werthern,gest. 1437, und Thilo , Herrn in Baitenhausen, gest. 1435, verbreitetesich dasselbe wieder in zwei Linien: in der Johannschen und inder Thilo sehen Linie. Die Thilosehe Linie erlosch 6. Nov. 1710mit dem Freiherrn Johann Heinrich, die Johannsche aber blüht nochjetzt und hat sich durch drei Söhne Johanns, Georg, Georg Tiiilo undJohann Heinrich in drei Hauptlinien geschieden: in die Georgscheoder beichl ingcnsche, die Georg-Thilosche oder brücken-sclie und in die J ohann-Heinriehsche oder wie lies che. —