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2 (1853) L - Z
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GRAFEN V. WEI.SPERG.

dem rechten Helme steht vor einem geschlossenen, die Sachsen einwärtskehrenden,schwarzen Adlersflnge der Löwe des 1. und 4. Feldes auf dem grünen Boden(michaelsburgscher Helm); der zweite trägt zwei von Silber und Schwarz mit ge-wechselten Tincturen quergetheille Elephanlenriissel (Helm des Stainmwappens);der dritte einen hohen, rothen, mit dem silbernen, eckigen Querhaiken des 2. und3. Feldes belegten und gekrönten Spitzhut, welcher an jeder Seite mit drei Straussen-federn, silbern, roth, silbern, besteckt ist und dessen Krone drei Straussenfedern,roth, silbern, roth, trägt (villanderscher Ilelml; auf dem linken Helme steht aufeinem von Schwärz und Silber geschachten Kissen mit silbernen Quasten einegrosse schwarze Kugel, welche mit fünf Straussenfedern, wechselnd silbern undschwarz, besteckt ist (raitenauseber Helm). Die Decken des rechten Helmes sindgolden und schwarz, die des zweiten schwarz und silbern, die des drillen roth undsilbern, und die des linken schwarz und silbern. Die Spitze mit der Kugel undder linke Helm (das Wappen der Grafen v. Raitenau, welche 1671 erloschen)wurden mit Genehmigung des Kaisers Maximilian II. schon 1571 eine Angabe,für welche die Redaction Kaiser Leopold 1. 1671 setzen möchte dem freiherrl.Wappen zugesetzt, welches vorher aus dem quadrirten Schild mit drei Helmen be-stand. Der Löwe im 1. und 4. Felde steht oft auf drei schroffen Felsen, und zwarsehr leicht richtiger als auf Rasen. Im Wappenbuche der durchlauchtigen Welt(IV, 445) sind weder Felsen noch Rasen zu sehen. Das Wappen des Adelsge-schlechtes ergab einen quadrirten Schild: 1 und 4 waren von Silber und Schwarzgeviertet, 2 und 3 zeigte in Roth einen spitzgezogenen, silbernen Ballten, welcherin Form eines lateinischen doppellen V oben eine ganze und zwei halbe, untenaber zwei ganze Spitzen hatte: eine Form, welche ebenfalls richtiger sein könnte,als die neuerlich gewöhnlich angenommene. Nach dem Wappenbuche der durch-lauchtigen Welt seheint der Balken viermal der Länge nach von Grün und Silbergetheilt.

Die Grafen v. Welsperg zu Raitenau und Primör stammen, wie dieFamilie selbst annimmt, aus Etrurien oder Toscana. Die Vorälternwurden verlrieben, suchten in den Schluchten der rhiilischen Alpen eineZuflucht und hauten unweit Chur am Rhein das Schloss Faganio, deutsch:Welsperg, dessen wenige Ruinen noch jetzt diesen Namen führen. DasSchloss wurde bald ein Raub des unterwühlenden Rheins, und so be-gaben sich denn die Resilzer 1060 nach Tirol und Friaul. Ruprecht v.Welsperg, gest. 1188 in Wilkau bei Insbruck, wurde 1152 von AlbrechtGrafen zu Görz mit dem Grund und Boden belehnt, auf welchem nochjetzt Schloss und Dorf Welsperg bei Brunecken im Pusterthale stehen.Heinrich und Otto, Gebrüder, Nicolaus und Hans v. Welsperg kommen1269 urkundlich vor; Hans wurde 1318 vom Grafen v. Görz mit demOberhause zu Welsperg belehnt; Nicolaus wurde liebst seinen Brüdern1321 vom Grafen v. Görz und Tirol mit neuen Lehen belehnt, undNicolaus machte 1322 zet ßrixen eine grosse Stiftung.

Sigmund Johann , später des Kaisers Ferdinand I. Geh. Rath undKämmerer, wurde vom Kaiser Carl V. 3. Juli 1539 in den erbländisch-österreichisehen Freiherrenstand mit dem Titel: zu Primör und Langen-stein und dein michaelburgschen Wappen gesetzt, und die Söhne desselben,Jacob Hannibal und Sigmund Wolf , erhielten vom Kaiser Maximilian IL9. Juni 1567 den Reichsfreiherrensland. 1571 kam das Erb-Land-Ivüchen- und Stabelmeisteramt in Tirol, welches 16. März 1816 neubestätigt worden ist, in die Familie; die Erb-Marschallwürde im Hoch-stifle Brixen wurde dem Geschlechte 1625 verliehen, den erbländisch-österreichischen Grafenstand erhielt vom Kaiser Leopold I. 15. April