«RAPEN V. WALLIS.
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den Vorderpranken das Castell. Neben dem Hauptschilde schwebt noch auf beidenSeiten ein ausgeschweifter, kleiner Schild mit Helm und Helmschmuck. Der rechts-stehende Schild zeigt in Roth den geharnischten Arm des 3. Feldes, und derselbewiederholt sich auch auf dem gekrönten Helme. Im linksstehenden Schiide erscheintdas Wappenbild des Mittelschildes, und auf dem gekrönten Helme wächst der ge-krönte, doppelt geschweifte Lowe empor. Die Helmdecken des Hauptschildes sindrechts rotli und silbern, links blau und silbern, und die der Nebenschildc rotliund silbern. Ueber dem Wappen [liegt ein silbernes Rand mit der Devise: Quodero spero.
Wappen der zweiten Linie (reichsgräfliches Diplom vom 14. Juli 1724):Schild mit Mittelschild ganz wie oben bei dem Wappen der ersten Linie beschrieben.Auf dem Schilde erheben sich vier gekrönte Helme. Der rechte trägt den gekröntenund doppelt geschweiften, silbernen Löwen des Mittelschildes, mit dem von Silberund Roth der Länge nach gelheilten Querbalken belegt, einwärtssehend und wach-send, der zweite das Castell, auf dessen Zinnen der beschriebene Schwan sitzt;der dritte einen geharnischten Arm, welcher in der Hand ein nach oben und aussengerichtetes Schwert hält, und der linke Helm einen einwärtssehenden, gekrönten,doppelt geschweiften, blauen, wachsenden Löwen. Die Decken sind rechts rotliund silbern, links schwarz und golden, und den Schild hallen zwei auswärtssehende,doppelt geschweifte Löwen, welche auf einem Bande mit der angeführten Devisestehen.
Sein' alle, ursprünglich französische Familie, welche schon in derzweiten Iliilfle des 12. Jahrhunderls, zur Zeil König Heinrichs 11. vonEngland, das Schloss und Gebiet von Karighmain in Irland, von welchemdieselbe noch jetzt den freiherrlichen Titel führt, so wie schollischeGüter am Abhänge des Walliser Gebirges besass. Unter den schotti-schen Baronen, welche im Erhfolgestreile der Häuser Baliol und Brucezum Hause Baliol standen und als Johann v. Baliol 1291 als König vonSchottland anerkannt worden war, mit demselben gegen England auf-standen, wird William Walsh genannt, welcher in Folge der Schlachthei Irwine und bei Sterling (1297) vom Volke den Namen: Held vonSchollland erhielt. Wegen der kühnen Vertheidigung der Brücke vonSterling forderte der König von Schottland denselben auf, sich eineGnade zu erbitten. William hob sein weisses, mit Blut beflecktes Fehl-zeichen empor und sagte: quod ero — spero, worauf der König befahl,dass das Wappenbild: der aufgerichtete, silberne Löwe in Blau mit einerqueren, halb silbernen, halb rolhen Ehrenbinde belegt, und die Worte:quod ero spero von den Herren zu Karighmain als Wahlspruch ange-nommen werden sollten. — Später blühten die Herren zu Karighmainin Schott- und Irland mehrere Jahrhunderte hindurch und waren durchVermählungen mit den vornehmsten Häusern verbunden. — 1622 ver-liess Bichard Wallis auf Karighmain mit seinen Söhnen, Theobald undOlivier , um der Verfolgung, welche die Katholiken betraf, zu entgehen,die angestammten Güter und wendete sich nach Deutschland, wo alledrei Kriegsdienste im Heere Kaiser Ferdinands II. nahmen. Richard,k. k. Oberst, starb an den in der Schlacht hei Lützen erhaltenenWunden zu Magdeburg. Nach Richards Tode begab sich Theobald nachGrossbritannien zurück, wo mit der Regierung Carls 1. günstigere Ver-hältnisse für die katholischen Vasallen eintraten und wo der Name Wallis(Walsh) noch in der englischen und irischen Baronage fortlebt; Olivieraber, der jüngere Sohn Richards, blieb in Deutschland und stieg im