Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
599
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GRAFEN VETTER V. 1). LILIE.

weisse Gartenlilie hält und oben rechts von einem silbernen Stern begleitet ist.(Abänderung des Stammwappens bei.der 1813 erfolgten Erhebung in den Grafen-stand.) 1 und 4 in Silber eine gekrönte, goldene, kreisförmige Sehlange, welchesich in den Schwanz beisst und hinter welcher schrägrechts ein grüner Lorbeer-zweig liegt. 2 und 3 in Schwarz ein schräglinks messender, silberner Strom,welcher oben von einein wachsenden, gekrönten, silbernen Adler und unten voneinem silbernen Doppelkreuze begleitet ist. Auf der Grafenkrone erheben sich dreigekrönte Helme, der rechte trägt einwärtsgekehrt den Greif des Mitlelscliildes, dermittlere einen schwarzen Adler, und der linke einen mit den Hörnern einwärts-gekeürlen Halbmond zwischen einem offenen, silbernen Fluge. Die Decken desrechten Helmes sind roth und golden, die des mittleren schwarz und golden, unddie des linken silbern und golden.

Die Grafen Vetter v. d. Lilie, welche in Steiermark und Mährenbegütert sind, stammen aus einer alten steiermärkischen Familie, welche15S7 unLer die steiermärkischen Landstände aufgenommen worden ist.Der Grafenstand kam in der Person Johann Balthasars in die Familie.Derselbe, dessen Urgrossvaler schon deutscher Ordensritter gewesen,wurde vom Kaiser Ferdinand III. 1653 mit seinen Nachkommen undder Erlaubniss, sich Grafen und Herren v. d. Lilie, Freiherren zu Burg-feistritz schreiben zu dürfen, in den Grafenstand erhoben. Bald nachder Erhebung in den Grafenstand wurde die Familie auch in Schlesienansässig, und Sinapius giebt Folgendes an: die Grafen v. Vetler werdenin Schlesien unter die ansehnlichsten Geschlechter gezählt und stammenaus Nieder-Steiermark, wo die Familie Schloss und Herrschaft Feistritz,unweit der Stadt Cillcy, zwei Meilen von Grätz, besessen. Dieselbenhaben im Oppelnschen Fürstenthum, im Coselschen Weichbilde, Scblossund Rittergut Mieslitz erhallen, doch wird nur Ferdinand ForlunalusGraf Vetter, Herr v. d. Lilien, angeführt, welcher 1672 mit seiner Ge-mahlin, einer verw. Freifrau v. Stillfried, lebte. Wie es dem sehrsorgsamen Sinapius gegangen, so gehl es noch jetzt: die genealogischenVerhältnisse der Familie sind unbekannt.

Vom Jahre 18451852 fasste das Gen. Taschenb. der gräfl. Häuserdie Grafen Vetter v. d. Lilie und die Grafen Vetter v. Lilicnberg unter derRubrik: Grafen v. Vetter zusammen, und gab unter I. die ersteren, unter II.die letzteren. Im Jahrg. 1853 kommen beide, wie früher, von einandergeschieden unter eigenen Rubriken vor. Jahrg. 1836, S. 517 giebtüber letztere an: unter Kaiser Maximilian II. wurde das reichsritterlicheGeschlecht, welches aus Holland stammte, früher Vetter van der Lilienhiess und sich in Rohmen sesshaft gemacht hatte, in den erbländischenAdel aufgenommen und vom Kaiser Ferdinand IL wegen Treue undTapferkeit des Rillers Eusebius Vetter v. Lilien, welcher als k. Oberst-Lieutenant gegen die böhmischen Aufständigen focht, sowohl dessenWappen, als auch das Prädicat, und IclzLeres in Lilienberg verändert.Später erhielt die Familie in der Person Wenzels, wegen vieler Aus-zeichnung vor dem Feinde, vom Kaiser Franz I. mil abermaliger Ab-änderung des Wappens den österreichischen Grafenstand. S. 667 desJahrg. 1846 führt an: als General Wenzel v. Vetter mit dem Prädiealev. Lilienberg 1813 in den Grafenstand erhoben wurde, ist das ursprüng-liche Familienwappen (s. die Beschreibung des Wappens der Grafen