Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
568
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GRAFEN V. TORRING.

bacli gehören, haben nach 1803 das Wappen der genannten Abtei in das ihrigeaufgenommen.

Das Wappen der Grafen v. Torring-Sccfeld weicht von dem beschriebenennur dadurch ab, dass das Schildeshaupt fehlt und der Schild anstatt mit vier nurmit drei Helmen bedeckt ist. Der beschriebene Hut steht auf dem rechten, derStern auf dem mittleren und der Pfau auf dem linken Helme.

Eins der ältesten, berühmtesten Geschlechter Bayerns, welchesEinige bis auf Albicus Torringer, welcher um 760 im Dienste des Her-zogs Tassilo II. von Bayern gestanden, zurückführen wollen. SichereNachrichten finden sich erst vom 12. Jahrhundert an, in welchem dasGeschlecht in den allen chiemgauischen Grafensitzen Torring und Tcng-ling am 'fachen- oder Waginger See, welche sonst zum Erzslifle Salz-butg gehörten, vorkommt. Die Familie, dynastischer Abkunft, erwarbin Bayern im 12. und 13. Jahrhundert die Burg Stein, den GrafensitzHedling, die Schlüsser Jettenbach, Tirrling und Pertenstein, und später,1472, die Herrschaft Seefeld. Von drei schon in sehr alter Zeit be-standenen Linien erlosch die ältere, von Cuno gestiftete Linie zu Türring,Tirrling und Pertenstein 1459, und die jüngere Linie zu Jettenbach,Medling und Scefeld, welche Alram stiftete, im Jahre 1555, woraufsämmlliche Güter auf das Haupt der mittleren, von Ulrich absteigendenLinie zu Stein, auf Caspar den Torringer, fielen. 1557 wurden dieseGüter auf die drei Söhne desselben vererbt, welche abermals drei Linienbildeten. Georg , der ältere Sohn, gest. um 1560, stiftete die Linie zuSeeherg, Adam , der zweite Sohn, die zu Stain und Pertenstein,und Hans Veit , der dritte Sohn, gest. 1582, die Linie zu Jettenba ch,Tirrling und Medling. Torring und Tengling wurden nicht verlheill;beide Besitzungen sind bis heute gemeinschaftliche Güter der Familie.Die zweite Linie, welche die Nachkommenschaft Adams umfasste, erlosch1744 im Mannsstamme, und die Fideicommiss-Güter derselben, Dürnbachund Pertenstein, kamen, den Ilausverträgen gemäss, an die dritte Linie,und so blühen jetzt zwei Linien, die zu Seefeld und zu Jettenbach;letztere im Ilauptaste Gutenzell. Seit der Mitte des 14. Jahrhundertsstand der Familie das Ober-Jägermeister- und Panner-Aml im Ilcrzog-tlium Bayern zu, für deren Erhaltung das Geschlecht nicht nur einebluLige Fehde gegen Herzog Heinrich von Bayern-Landshut, bei welcherdas Stammschloss Torring zur Ruine wurde, sondern auch einen langenl'rocess vor dem Vehmgerichte, doch ohne Erfolg, führte. 1614 belehnteHerzog Maximilian von Bayern die Familie von Neuem mit dem Erb-Oberst-Jägermeister-Amte des Herzoglhums, auch erhielt dieselbe 1618das Erb-Kämmerer-Amt des Erzsliftes Salzburg und 1665 das Erb-Marschall-Amt des Hochstifts Regensburg, welchem das Geschlechtmehrere Bischöfe gegeben hat. In der Seefelder Linie war, in derMitte des 16. Jahrhunderts, Georg der erste Freiherr und der Sohnseines Bruders, Ferdinand , wurde vom Kaiser Carl V. 1530 in denReichsgrafenstand erhoben. In der jetten bacli sehen Linie kommtJohann Vitus , gest. 1582, zuerst als Freiherr vor, und der Enkeldesselben, Georg Sigismund , erlangte vom Kaiser Ferdinand III. 1637die reichsgrälliche Würde. Seit 1818 besitzen die beiden Senioren der