GRAFEN V. TIIÜRHEIM.
551
und Schwarzenstein); 2 und 3 in Roth drei schrügrechls gelegte silberne Rosen(Mautbner), und 4 in Schwarz ein rechtsaufspringendes silbernes Einhorn (Nuss-dorf). Ucber dem Schilde erheben sich vier gekrönte II ebne, der zweite mit einerDornenkrone. Auf dem rechten Helme liegen die drei Quuderstiicke des 1. Feldesvor einein offenen silbernen AdlersOuge (hoben- und schwarzensteinscher Helm);auf dem zweiten Helme steckt hinter der Dornenkrone eine aufwärtsgestellte schwarzeStandarte, deren nach einwärts lliegende Fahne mit dem Portale des Mittelschildesbelegt ist (Helm des Stammwappens); aus dem dritten Helme wächst einwärts-gehend das Einhorn des 4. Feldes auf (nussdorfscher Helm), und der linke Helmträgt einen offenen rolhen Adlersffug, dessen Flügel mit drei silbernen Rosen be-legt sind. Die Hclmdecken sind rechts schwarz und silbern, und links rotliund silbern.
Sehr altes, ursprünglich schwäbisches Adelsgeschleehl, welchesspäter den Freiherrensland erhielt, sich in Ober-Oesterreich ankaufteund die Reichsgrafenwiirde erlangte. Aribo von Thürheim, Ritter, sollum 883 auf dem gleichnamigen Schlosse in Baden gelebt, und der Enkeldesselben, Heinrich, 931 dem Turniere zu Constanz beigewohnt haben.Des Letzteren Enkel, Goswin , erstieg im dritten Kreuzzuge, 1191, dieBurg von Ptolemais und pflanzte auf derselben Oeslerreichs Banner auf.Er erhielt für seine Tapferkeit Burg und Banner zum Wappen, auchsoll Kaiser Heinrich VI. ihm die Grafenkrone angeboten, der frommeund demüthige Ritter aber, anstatt derselben, die Dornenkrone sichcrbeLen haben, welche der Erlöser getragen. So wäre denn das Stamm-wappen erklärt. Ein Enkel dieses Goswin war der bekannte Minne-sänger Ulrich, Wolfram v. Eschenbachs Zeitgenosse (um 1240). — Einspäterer Sprosse des Geschlechts, Johann Christoph ,, Herr auf Bihrachszell,welcher 1625 Freiherr geworden war, wandte sich nach Ober-Oesler-reich, kaufte von der Familie v. Zeiking, welche der Religion wegenauswanderte, die Herrschaften Weinberg, Dörnach und Warlberg undwurde unter die ober-österreichischen Stände aufgenommen. Vier seinerSöhne: Leopold, Franz, Christoph Leopold und Philipp Jacob , welchevom Kaiser Leopold 1. 30. Oct. 1666 in den Reichsgrafenstand erhobenworden waren, theilten durch ihre Nachkommen die Familie in vierLinien. Die von Leopold stammende Linie erlosch aber schon mit denKindern desselben; die von Franz gegründete starb 10. Juni 1782 mitdem Grafen Franz Ludwig aus; die von Christoph Leopold gestifteteblüht zum Theil noch jetzt, und die von Philipp Jacob gebildete Linieist, wie die beiden ersteren, ausgegangen. Was die von ChristophLeopold entsprossene, jetzt blühende Linie anlangt, so theille sich die-selbe durch zwei Söhne des Stifters in zwei Aesle: Christoph Wilhelmgründete den älteren Ast in Oesterreich oh der Ens, welcher in zweiZweige zerfiel, von welchen der erstere im August 1809 mit demGrafen Christoph Wilhelm erloschen ist, während der zweite blüht,Georg Sigmund aber den jüngeren Ast in der Oberpfalz und Bayern,welcher mit dem Grafen Julius Alexander um 1845 im Mannesstammeerloschen ist. So blüht denn jetzt nur noch der zweite Zweig desälteren Astes der von Christoph Wilhelm ausgegangenen Linie, welcherjetzt als älterer Ast in Oesterreich oh der Ens aufgeführt wird.
Die Abstammung der jetzigen Glieder dieses Astes ergiebt sich aus