GRAFEN V. STRACHWITZ.
Wappen derer v. Strachwitz-Süssky oder Gross-Zauche, wohl auch Peterswalde).Ueber der Grafenkrone erheben sich drei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägteinen offenen, goldenen AdlersDug, dessen Flügel mit den Balken und Muschelndes 1. und 4. Feldes belegt sind (Strachwitz-Gross-Zauchescher Helm); der mittlereden prettssischen schwarzen Adler, welcher in der rechten Klaue den Scepter, inder linken das Schwert halt, und der linke Helm zwei Straussenfedern, von welchendie rechte silbern, die linke schwarz ist (Slrachwilz-Gebersdorfscher Helm). DieDecken sind rechts und links roth, schwarz und golden, in der Mitte schwarz undsilbern, und den Schild halten zwei auswärtssehende, goldene Löwen.
Sehr altes schlesisches Geschlecht aus dem gleichnamigen Stamm-hause im Liegnilzschen, welches nach Einigen aus Polen stammen soll.Nicolaus kommt 1331 als Domherr zu Breslau, und Ulrich 1420 alsBischof zu Breslau und Neisse vor, und Christoph war 1494 Oberster-Ilauptmann in Ober-Schlesien. Mit Hans, welcher sich 1505 mit einerv. Falckenhayn auf Massel vermählte, beginnt die fortlaufende Stamm-reihe. im Laufe der Zeil bildeten sich mehrere Häuser, von welchendas Ilaus Szygrod (Siegrod) den Beinamen Wilrich, das Haus Zauchaden Beinamen Sussky führte. Sinapius gieht an, dass die Slraehwitzemit viererlei Wappen vorkämen: die Slraehwitze mit dem Schweinskopfe(Strachwitz-Gebersdorf), die Strachwitze von der Ellgut, einem Sitze imOelsnischen, die Slraehwitze von Geroldschütz, ebenfalls im Oelsnischen,von Bucelini, Spener und Anderen fälschlich Strackwitz genannt, unddie Strachwitze von Peterswalde, nach Anderen von Gross-Zauche. —Im dritten Ueeennium des 17. Jahrhunderts blühten nur noch die HäuserGebersdorf hei Striegau und Gross-Zauche im Oelsnischen, welche 1627ihre Wappen vereinigten: eine Vereinigung, welche von dem KaiserFerdinand II. 20. Juli 1627 mit dem Beisatze bestätigt wurde, dassfortan die beiden Helme auf dem Schilde mit goldenen Kronen geziertgeführt werden sollten.
Der Reichsfreiherrenstand kam vom Kaiser Ferdinand II. 22. Sept.1630 in die Familie. Es wurde nämlich in denselben als Belohnungtreuer Dienste Christoph v . Strachwitz und Gross-Zauche, k. Rath,Prälat und Domherr zu Breslau und Gross-Glogau, des Bisthums Admi-nistrator und Mitstälthalter zu Neisse, so wie Maximilian v . Strachwitz,k. Rath, Hauptmann des Bisthums Breslau, mit seinen Nachkommenerhoben. Von diesen Nachkommen stiftete Mauritz Freiherr v. Strach-witz, Bischof zu Tiberias und Weihbischof und Administrator des Bis-Ibums Breslau, das Familien-Majorat Weigelsdorf, dessen erster Besitzerder Bruder desselben, Johann Friedrich, Herr auf Kostau und breslau-briegscher Landschaftsdirector, wurde. Der andere Bruder, Carl Joseph,Herr auf Kamminietz, erhielt vom König Friedrich Wilhelm III. vonPreussen 6. Juli 1798 mit seinen Nachkommen die Grafenwürde, welchevom Kaiser Franz II. 24. März 1799 bestätigt wurde. Letzterer, verm.mit Maria v. Bujakowska, hinterliess drei Söhne: Johann, Ernst Joachimund Carl Maria . Johann starb ohne Nachkommen, es wurde sonachErnst Joachim, welcher 1796 die Standesherrschaft Coslau erworben,Haupt des gräflichen Hauses und gleichzeitig erster Agnat des Majorats,dessen Besitzer in seiner Linie forlblühen. Die Nachkommen des GrafenIi. 34