Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
319
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GRAFEN V. RUMERSKIRCH. 319

Hügel ein goldenes, 8 speicliiges Wagenrad, welches ohen in jeder Ecke von einemgoldenen, 6eckigen Slern beseitet wird; 2 und 3 in Gold ein rechtssehendcr, ge-krönter, schwarzer Adler. Auf der Grafenkrone erheben sich drei gekrönte Helme.Auf dem rechten Helme steht ein einwärtsgekehrter, gekrönter und doppeltgeschweifter, rother Löwe; auf dem mittleren der Adler des 2. und 3. Feldes, undauf dein linken ein die Sachsen einwärtskehrender, geschlossener, goldener Adlers-flug. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern, die des mittlerenschwarz und golden, und die des linken blau und golden, lind den Schild haltenzwei auswärtssehende, doppelt geschweifte, rothe Löwen. In Siehmachers Wappen-buche zeigt (V, 341) das Wappen derer v. Rumerskirch im rollten Schilde die Kirche,und auf dem Schilde zwei gekrönte Helme, von denen der rechte einen gekröntenschwarzen Adler, der linke einen stehenden rothen Löwen trägt. Dasselbe Wappenkommt in den Supplementen (VI, 26) als freiherrliches Wappen vor, und wird nochjetzt so von den Freiherren v. Rumerskirch geführt. Wahrscheinlich ist Ersteresauch das freiherrliche, nicht das adelige, und so liesse sich annehmen, dass derrechte Hehn hei Erhebung in den erbländ. österreichischen Freiherrenstand hinzu-gekommen, der linke aber der Helm des Stammwappens sei. Das reichsfreiherrlicheWappen ist genau nicht bekannt, und es kann sonach über die Vermehrung des-selben bei Erhebung in den Grafenstand keine Auskunft erlhcilt werden.

Die Familie, aus welcher die Grafen und Freiherren v. Rumerskirchstammen, wurde schon von Rodel (Sehenswürdiges Prag, p. 103) zuden angesehensten höhmischen Familien gerechnet und dürfte wohl ausRühmen nach Schlesien und nicht, wie Einige annehmen, aus Schlesiennach Rühmen gekommen sein. Dieselbe erhielt 11. Aug. 1533 einenWappenbrief, 9. Mai 1590 den Reichsadel und 23. Jan. 1681 denböhmischen Ritterstand: von den Erhebungen in den Freiherren- undGrafenstand wird weiter unten die Rede sein. Der erwähnte Wappen-brief wurde vom Kaiser Carl V. an Johann Rumerskirch, einen SohnGebhards und der Anna Peccalel, im Dienste des Rischofs Christoph zuRremen erlheilt. Johanns Sohn aus der Ehe mit Agnes Mitterhuberv. Ellingen, Dietrich , des Erzherzogs Max von Oesterreich, erwähltenKönigs in Polen, Leihdiener, erlangle vom Kaiser Rudolph II. denReichsadel, und vom Sohne desselben, Johann Gebhard , verm. mit AnnaKock v. Grünblatt, stammte Johann , welcher als k. k. Oberst-Lieutenant1652 bei der Belagerung von Mainz lieh Des Letzteren Ehe mit EvaLelgc v. Albedyl enlspross Johann Dietrich , welcher Pruhonitz in Böhmenund Zhorz und Berenau in Mähren erwarb, am obengenannten Tage denerbländischen Rillersland erhielt und als ältester k. k. Hof-Kaiiimerralh1707 starb. Derselbe war mit Maria Franziska Victoria v. Büchenbergund Ullersdorf vermählt und hinlerliess, nach Gaulie, drei Söhne: JohannChristoph , Domherrn, Prälaten, Dechanlen, bischüfi. Rath, Präsidentender schles. Deputation ad publica elc., Ignaz Leopold , k. hölim. Ilofralh,und Ferdinand Joachim , Herrn auf Chanowitz, Augetzd und Nendorf, k.böhm. Rath, Kammer- und Hof-Lehn-Rechls-Beisitzer, wie auch Haupt-mann des Berauner Kreises. Letzterer soll nach Gaulie (welcher auchangiebt, dass um 1740 zwei Bruder, Johann Joseph und Johann Wenzelvon Rumerskirch, lebten) vier Söhne gehabt haben, von welchen derälteste Sohn gleiches Namens Vater eines eben so benannten Sohnesgeworden wäre. Hier irrt Gaulie, wie sich aus nachstehenden neueren,sehr genauen und gewiss von der Familie selbst gegebenen Nachrichten