GRAFEN V. REIGERSRERG.
des Mitlelschildes mit der darüber schwebenden Krone, und der linke Helm einensilbernen, die Sachsen einwärtskehrenden Adlerstliigcl, welcher mit dem Querbalkenund den Lilien des 2. und 3. Feldes belegt ist. Die Helmdecken sind rechts blauund silbern, in der Milte schwarz und golden und links rolh und silbern. I)cnSchild halten zwei auswärtssehende schwarze Adler. — Nach Angaben Einiger zeigtder lteiher die natürliche Farbe, oder trägt, silbern tingirt, einen goldenen Ringim Schnabel. Der rothe Querbalken im 2. und 3. Felde kommt auch als schräg-rechter Balken vor und ist dann mit drei silbernen Lilien besetzt. — Siebmacher(V. 91. Fraenk. v. Raigersberg) giebt als Slatnmwappen einen quadrirten Schildmit Mittelschild. Mittfeischild und Feld 1 und 4, wie angegeben, nur trügt derReiher im Schnabel einen Ring. 2 und 3 in Silber ein rother, mit drei Lilienbelegter schrägrechter Balken. Der gekrönte Helm trägt den linkssehenden Reiherdes 1. und 4. Feldes. Helmdecken rechts blau und silbern, links rolh und silbern.
Die Grafen v. Reigcrsberg sind aus einer sehr angesehenen Familiedes ehemaligen mainzischen FürsLenlhums Aschaffenburg entsprossen, auswelcher Nicolaus Georg , lturmainzischer Rath und Stadtschullheiss inAschaffenburg, vom Kaiser Ferdinand II. 1635 den Reichsadel erhielt.Der Enkel desselben, Veit Franz , kaiserl. Rcichshofralh, erlangte vomKaiser Leopold I. 11. Mai 1705 den Reichsfreiherrenstand, und aufGrund dieses letzteren Diplomes wurde später der Sohn Johanns, —eines Bruders Nicolaus Georgs — Johann Heinrich , k. k. Oberlieulenant,10. Juli 1761 vom Kaiser Franz 1. ebenfalls in den Freiherrenstandversetzt. Von Letzterem stammten nach v. Lang vier Söhne: AntonGregor , fiirsll. Passatischer llofkammerralh und Hojcavalier in Passau,geh. 12. Jan. 1749, Franz ue Paula , k. hayer. Landbau-Direclor, geh.13. April 1751, Victor , k. hayer. Ingenieur-Major, geh. 16. Dcc. 1753,und Felix , k. hayer. Mauthbeamter in Passau, geh. 7. Sept. 1761. Inwelchem genealogischen Verhältnisse dieselben zu den jetzigen Grafenstehen, ist nicht aufzufinden.
Der Grafenstand ist in die Familie durch zwei Ernennungen ge-kommen. Zuerst wurde nämlich Heinrich Aloys , k. hayer. Geh. Slaats-micl Gonferenz-, dann dirigirender Minister des Geh. Juslizdeparlements,als damaliger Reichskammerpräsident vom Kaiser Franz 11. 3. Sept. 1S03in den Reichsgrafeßstand erhoben. Später erhielt vom König Maximilian I.von Bayern Friedrich Carl Joseph Franz , Besitzer des herrsch. GerichtsFechenbach, vormal. grossherzogl. würzburgscher Kämmerer, Geh. Rath,Gesandter, 12. Mai 1816 den Grafensland des Königreichs Bayern undwurde in die Grafenclasse 17. Mai 1816 immatriculirt.
Die gräfliche Familie scheidet sich jetzt in die ältere reichsgräflicheund die jüngere gräfliche Linie.
Der älteren Linie Haupt ist:
Graf HEINRICH Aloys , geh. 30. Jan. 1770 (nach v. Lang, währenddas Gcneal. Taschenh. der gräfl. Häuser als Geburtsjahr 1764 angiehl),lt. hayer. Kämmerer, Geh. Rath und Staatsminister, früher Minister derJustiz, lebenslänglicher Reichsralh, Wiltwer von Therese Gräfin v. Lodron,geh. 14. Aug. 1772. — Die zwei Söhne aus dieser Ehe sind: GrafJoseph , geh. 1796, lt. hayer. Kämmerer und Rath hei dem Appellalions-Gericlil von Oberbayern in Freysing, und Graf Franz , geh. 18. Nov.1800, Priester.
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