Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
257
Einzelbild herunterladen
 

GRAFEN V. REDERN.

257

sehen lind Anhaltschen, im Voigllande, Sachsen, Schlesien und Oesterreichvorkommenden Herren und Grafen v. lloeder, Rödern, Raedern undReder hat. Das Geschlecht soll, nach den Angaben Einiger, ursprünglichein französisches sein und sich, wohl aus dem Anhaltschen, in der MarkBrandenbürg niedergelassen, später aber in zwei Zweigen in Oeslerreichund Schlesien verbreitet haben (s. unten die Grafen v. Rödern). Dieeinzelnen Stämme sind zweifelsohne früher vielfach unter einander ver-wechselt worden und so kann leicht auf einen Stamm 'das ihm nichtZustehende bezogen werden. Hierher dürfte Nachstehendes gehören.Als gemeinschaftlicher Ahnherr aller gleichnamigen Geschlechter, mögendieselben sich schreiben, wie sie wollen, wird von Mehreren IfannihalHeinrich Röder angenommen, welcher vom Kaiser Heinrich I. in derersten Hälfte des 10. Jahrhunderts den Ritterschlag erhielt und derErste dieses Namens ist, welchen die Geschichte nennt. SebastianHeinrich, k. Oberst, fiel 10S0 bei Merseburg und Apel starb 1161 zuErfurt. Ein Zwist mit seinem Bruder Adam soll den ersten Anlass zuden Theilungen der Familie gegeben haben. Arnold v. Reder ver-kaufte 1218 das Gut Vicerolh im Anhaltschen, welches, laut Verkauf-briefes, schon seit langen Zeilen den Vorfahren des Verkäufers zuge-standen halte, und Falk und Conrad, Markgraf Dietrichs zu Landsberglind Meissen Anführer im Kriege gegen den Erzbischof zu Magdeburg,eroberten 1278 den Giebichenslein hei Halle. Von diesen Beiden sollendie v. Redern in der AlL-Mark stammen, welche die Güter Wollerslage,Königsmark, Langen, Linden, Löwenberg, Kerkow etc. besassen. Heinrichwurde 1459 Heermcisler des Johannilerordens zu Sonnenburg; Heinzwar 1506 Kurfürst Joachims von Brandenburg Rath, und Erasmus, Sohndes Nic.las, Herr auf Schwandt in der Mark, ging 1521 nach Oesterreichund erlangte durch Heirath die Herrschaft Perg. Von den Söhnendesselben zog Georg wieder auf das ererbte Gut Schwandt und setztein der Mark durch vier Söhne das Geschlecht fort, von deren Nach-kommen Claus 1614 Hofmeister des Markgrafen Siegmund in Bran-denburg und Georg um dieselbe Zeit Hofmeister bei den markgräilichenPrinzen von Brandenburg war. Der ältere Solln des Erasmus, Hans zuPerg, pflanzte in Oesterreich den Stamm fort, und von den Nachkommendesselben wurde Wolf Dietrich , k. Rath, Landralh und Rilterstands-verordneler, passauscher Lehnpropst etc., nach vorhergegangenerErneuerung des Freiherrenstandes, 29. Juni 1612, mit den stammver-wandten Freiherren v. Rödern in Schlesien vom Kaiser Leopold I.4. Aug. 1669 in den Reichsgrafenstand erhoben. Bei dieser Erhebungwurden die Wappen beider Familien so vereinigt, dass der österreichischeStamm zu dem schräglinken, mit drei goldenen Sternen belegten silbernenQuerbalken in Roth das Rad des schlcsischen Stammes, letzterer aber zudem Rade den Querbalken mit den Sternen fügte. Der österreichische Stammerlosch 1743, und so blüht (s. unten die Grafen v. Rödern) nur nochder schlesische Stamm. Sonach enthält der Miltelschild und der mittlereHelm des Wappens der hier in Rede stehenden Grafen v. Redern daseigentliche Slammwappen derselben. Der Grafenstand kam von Neuem

Ii. 17