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GRAFEN V. PAUMGARTEN.
Straussenfedcrn stehen (Taufer v. Sinchingscher Hehn). Auf dem dritten Helmeerheben sich zwei Böffelshörner, von welchen das rechte von Roth, Silber undGold, das linke aber von Gold, Silber und Roth quergetkeilt ist (zu Feld 2 gehö-riger Helm), und auf dem linken Helme, zu Feld 4 gehörig, steht das aufbäumendeKoss des 4. Feldes. Die Helmdecken sind rechts blau und golden, links rollt undsilbern, und den Schild halten zwei einwärtssehende goldene Greife, von denenjeder in den Vordcrklauen eine goldene Standarte hält, auf deren blauen, mitgoldenen Fransen besetzten Fahnen ein einwärtsgekehrter, gekrönter, doppelt ge-schweifter, goldener Löwe sich zeigt. — Nach Abdrücken von neueren Petschaftenwächst im 1. Felde der Löwe nicht hinter dem Zaune empor, sondern schreitetauf demselben nach einwärts.
Sehr altes bayerisches Ritlergeschlecht, welches vom Anfange des12. Jahrhunderts an in Turnierbüchern oft genannt wird, in den Monu-mentis boicis vielfach vorkommt und nach Wigulius Hund von dem alten,im Ilzthale bei Passau ansässigen, 1375 ausgestorbenen Dynastengeschlechteder Grafen v. Hals stammen soll. —- Nach neueren Angaben erhielt eineLinie des Geschlechts 1330 das Patriziat zu Nürnberg, gehörte dort zuden allen Geschlechtern, besass die Güter Lonerstedl, Hohenstein undGrünsberg hei Nürnberg und erlosch 1726. 'Die andere Linie warfrüher in Tirol ansässig, erwarb 1508 die Herrschaften Erneck, Eh ring,Frauenstein und Stubenberg, später Grafensee, Malching, Pöcking undPilham in Niederbayern, 1540 die unmittelbare Reichsherrschaft Hohen-schwangau, und besass auch das Erbmarschallamt im Hochstift Augsburg.— Der Reichsfreiherrenstand kam, nach den gewöhnlichen Angaben,5. Febr. 1629, das ungarische lndigenat 10. Juni 1715, der Grafenstand10. Sept. 1745 durch Diplom vom Kurfürsten Max Joseph in Rayern alsReiehsvicar in der Person Carl Sebastians , k. k. Kämmerers, Hofralhsetc., und das Erb-Landmarschall-Amt in Niederbayern 1768 in dieFamilie. — Dass die erwähnte nürnberger Patrizierfamilie Paumgartner(Paumgärtner) und die, dem Wappen nach von derselben abstammende,oder wenigstens mit derselben in Verbindung stehende augsburger FamiliePaumgartner (Paumbgärlner, Raumgaerlner) mit dem hier in Rede stehendenGcschlechte nicht im Zusammenhange stehe, lässt sich, namentlich vomheraldischen Standpunkte aus, annehmen. Die Wappen dieser Patrizier-familicn haben bekanntlich nicht die geringste Achnlichkcit mit demStammwappen der Paumgartenschen Familie, welches letztere übrigensnach Siehmacher (1. 84. Bayr. die Paungartneri nachstehendes ist: imblauen Felde auf einem, den Schildesfuss nicht berührenden Zaune einnach der linken Seite schreitender Löwe. Aus dem Helme wächst einlinks gekehrter blaugekleideter Mann mit blauem Spitzhule, dessen Stülpeund Ueberschlag golden ist, auf. Derselbe hält mit der Linken eineauf der Schulter liegende Hellebarde und stützt die Rechte in die Seile.Die Helmdecken sind blau und golden. Daher sagt wohl auch v. Wölckern,einer der kundigsten Ileraldiker, ganz kurz: „von den Grafen Baumgarten(v. Wölckern schrieb nach v. Lang u. A. nicht Paumgarten) ist dieabgestorbene Familie der Paumgärtner zu Nürnberg, sowie die Familieder augsburger Raumgaertner, von welchen die Freiherren Baumgartnerv. Hohenschwangau herkommen, zu unterscheiden," wonach das, inFolge der gewöhnlichen Angaben, oben Mitgelheilte wohl einer Sichtung