Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

144

GRAFEN V. MÜNNICH.

Annecke v. Einsiedel und hinlerliess drei Söhne, von welchen der mitt-lere, H ermann , das (leschlecht fortpflanzte. Derselbe, verm. mit Calharinav. Harras, wurde 1526 im Bauernkriege von Ramspauer vertrieben. Vonden drei Söhnen desselben setzte der mittlere, H ermann , verm. mit einerv. Schmied, den Stamm durch den zweiten Sohn, J ohann , fort, welchersich wahrscheinlich zuerst in Oldenburg niederlicss und als gräfl. olden-burgischer Amtsvogt im sogenannten wüsten Lande und als Herr aufBrockdeich vorkommt. Derselbe hinlerliess aus der Ehe mit Lucreliav. Damm zwei Söhne, von welchen der jüngere, R udolph , Herr aufBrockdeich und Neuenhüntorff, ebenfalls Amtsvogl im wüsten Lande undOberdykgraf in Oldenburg war. Derselbe erhielt durch seine GemahlinElisabeth v. Nutzhorn, der Letzten ihres Geschlechts, das StammhausNutzhorn im Oldenburgischen, so wie 1686 die Erlaubniss, das Nutz-hornsehe Wappen dem seinigen beizufügen, und das Indigenat in Dane-mark. Von den fünf Söhnen desselben war A nton G ünther , Herr derGüter Neuenhüntorff und Grüneck, k. dän. Rittmeister und Deichgräfein den Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst, und erhielt 24. Mai1688 nach dem Geneal. Taschenbuch der gräfl. Häuser, doch wohlnicht richtig, 24. Mai 1680- vom König Christian V. von Dänemark,dem damaligen Besitzer der genannten Grafschaften, ein verbessertesWappen und die Erlaubniss, sich v. Münnich schreiben zu dürfen. DurchDiplom des Kaisers Leopold I. vom 4. Mai 1702 wurde der Adel alsReichsadel anerkannt und das Wappen abermals durch einen Mittelschildmit dem Reichsadler vermehrt. Anton Günther hatte sich mit SophiaCalharina v. Oetken vermählt und starb 14. Febr. 1721 als fürstlichoslfriesl. Drost zu Ejcns mit Hinterlassung dreier Söhne. Der mittlerederselben war der in der russischen Geschichte so bekannt gewordeneB urchard C hristoph v. Münnich, geb. 15. Mai 1683, gest. 16. Oct.1764, k. russ. General-Feldmarschall etc., welchen zuerst Kaiser Peter II.von Russland 1728 in den russischen Grafenstand, später aber, 4. Febr.1741, König August III. in Polen als Kurfürst von Sachsen und Reichs-vicar in den Reichsgrafenstand erhob. Derselbe hinlerliess aus ersterEhe mit Christiana Lucrelia v. Witzleben, gest. 1727 aus zweiterEhe mit der verw. Gräfin Soltikow, vorher verw. und auch geborenenGräfin v. Maltzan, stammte nur eine Tochter von 13 Kindern nur,neben drei Töchtern, einen einzigen Sohn, E rnst , geh. 1708, k. russ.Ober-Hofmeister, Senator und w. Geb. Rath, welcher sich 1739 miteiner Freiin v. Mengden vermählte. Der älteste Sohn aus dieser Ehe,Johann Gottlieb, starb ohne männliche Nachkommen, und so fielen denndie Güter in Oldenburg an den jüngeren Sohn, E rnst G ustav , gest. 1812als k. russ. General-Major, welcher Stifter der oldenburgischen Haupt-linie geworden ist.

Der Sohn desselben ist das jetzige Haupt der Familie:

Graf FRIEDRICH FRANZ, geh. 1. Oct. 1788, grossherz. oldenbur-gischer Ober-Hofmarschall und Kammerherr, verm. 14. Oct. 1811 mitChristine Luise v. Plessen, geb. 21. April 1791, aus welcher Ehe sechsTöchter stammen. Derselbe hat drei lebende Schwestern, und von dem