56
GRAFEN V. LOG AU.
man gewöhnlich 20, in der linken 17 lilaue Rauten. Den Schild deckt die Gra~fenkrone, und auf derselben erhebt sich ein Helm, welcher ein viereckiges, untenetwas zugespitztes Schirmbret trägt. Dasselbe ist, wie der Schild, vun Blau undSilber gerautet, nnd von einem schrägrechten rothen Balken durchzogen. Die oberenEcken sind beide mit einem Eie besetzt, die rechte mit einem rothen, die linkemit einem grünen. Auf der Milte des Schirmbrcles stehen 6 schwarze Hahnen-federn, von denen drei rechts, drei links wehen. Die Helmdecken sind rotli undsilbern. — Wie angeführt, gab das Wappenbuch der durchlauchtigen Welt (III., 241)das Wappen der Grafen v. Logau und so wurde, wenn auch bekannt ist, dass indiesem Werlte oft nur die Stammwappen als gräfliche aufgeführt sind, das in Redestehende Wappen bis auf die neueste Zeit, z. II. im Wappenbucbc der österr. Mo-narchie (IV., 05) und noch im Geneal. Taschenbuch der gräflichen Häuser für 1852beschrieben. Im Jahrgänge 1853 ist ein vermehrtes Wappen angegeben, dessenBeschreibung hier genügen mag, da, so genau auch im Ganzen diese Beschreibungist, doch einige Zweifel, namentlich über den Mittelschild und den linken Helm,weder durch Abbildungen, noch durch Lacltabdriicke, die nicht vorzufinden waren,sich lösen Messen, und da die genaue Angabe des ursprünglichen Stammwappensjedenfalls bei der durch die Vermehrung des Wappens erfolgten Veränderung vonWerthe ist. Am angeführten Orte ist das vollständige Wappen, wie folgt, erwähnt:quadrirter Schild mit silbernem Herzschild, in welchem 3 schwarze einfache Adlers-flügel erscheinen. 1 und 4 von Grün und Weiss geschacht und von einem rubin-farbigen Schrägbalken durchschnitten, in jedem Balken ein zum Grimmen geschick-ter silberner Lowe mit aufgerissenem Rachen, rotli ausgeschlagener Zunge undmit über dem Rücken gewundenem doppellen Schweife; 2 und 3 in Gold einblauer Fluss, woraus sich ein silberner rechts gewendeter Schwan mit rothemSchnabel, rothen Füssen und ausgebreiteten Flügeln erhebt. Den Schild deckendrei gekrönte Helme. Der rechte trägt den Balken und Löwen mit einer schach-weise abgethcilten Panier - oder Turnierdecke, worin auf jedem oberen Eckfelde einweisses Straussenei, und zwischen diesen beiden in der Mitte fünf aufgestecktelange Straussenfedern, golden, rubinfarbig, silbern, rubinfarbig und blau, zu sehensind; der mittlere Helm trägt den Schwan im Flusse, und der dritte ein silbernesRad mit den fünf Straussenfedern. Die Helmdecken sind rechts rotli, links blau. —Heraldiker von Fache, welchen namentlich die ganz ungewöhnliche Veränderung desStammwappens auffallen dürfte, werden durch den Mittelschild und den linken Helmsogleich an die Wappen der Herren und Freiherren v. Lüttwitz erinnert werden.Das Wappen derer v. Lüttwitz zeigt nämlich in Silber drei schwarze Adlerflügel,den obersten mit den Federn quer gegen den Helm, und unter diesem zwei voneinander gekehrte Flügel. Auf dem Helme stehen zwei neben einander gestelltesilberne Mühlräder mit Zähnen und hinter denselben drei Straussenfedern, schwarz,silbern, schwarz.
Sehr alte schlesische Ritterfamilie, welche später theilweise denFreiherren- und dann den Grafenstand erlangte. Der adelige Zweigwar nach Sinapius früher namentlich im Briegischen, der freiherrlichcim Liegnilzischen begütert, und die. Familie, welche jetzt nicht mehrviele Glieder zu zählen scheint, war vor Zeiten ziemlich gliederreich. AlsStammhäuser finden sich Altendorf, Schlaupilz und Jenschwitz aufge-zeichnet, und Krayn hei Strehlen, Ullersdorf bei Glatz, Rosenthal undKünsberg bei Schweidnitz, Diersdorf bei Nimptsch, Sümilz und Oberbie-lau bei Liegnitz, Olbersdorf hei Frankenstein und das Städtchen Micskoim Teschenschen waren sonst im Besitze der Familie. Heinrich Logau,Ritter, dessen Burg int Schweidnitzischen lag, lebte nach Thebesius umdas Jahr 1341. ILans v, Logau, 1342 Burggraf zu Hayn und Hofrich-ter zu Jauer, kommt 1367 in einem vom Herzoge Ilolco in Schlesiender Stadt Guben verliehenen Privilegium urkundlich vor; Nicol war nachSinapius 1424 Landeshauptmann der Standesherrsehal't Wartenberg, und