Die Stammgenossen der Grafen von Valkenslein. 107
calcus niiles de Gabelizo genannt wird *)• Wir haben bereitsoben (S. 62) angedeutet, wie wir ihn für denjenigen Golschalkhalten, der einziger Sohn und allem Anschein nach letzter männ-licher Sprosse des Grafen Wilhelm von Ludesburch und der GräfinMalhilde war, die eine Schwägerin eben jenes Grafen Helperich ge-wesen ist.
Unverträglich erscheint nun aber mit dem Jahre 1117 die An-nahme, dass ein deutscher Krieger aus dem Herrenstande den Nameneiner Burg geführt haben sollte, die in so entfernten, noch nichteroberten wendischen Gebieten, wo wir die Städte Böltzig und Be-litz finden, gesucht werden könnte.
Aber auch noch anderweitige Betrachlungen zwingen uns beimSuchen des Ortes, anderen Gegenden unsere Blicke zuzuwenden.Beim Jahre 1139, mit welchem der Sächsische Annalist seine Jahr-bücher schliesst, spricht derselbe von Belagerung und Zerstörungdes dem Grafen Bernhard gehörigen Schlosses Plötzke durch Erz-biscliof Conrad von Magdeburg und Herzog Heinrich den Löwen *#)•Er gedenkt dann ferner des zwischen eben diesem Heinrich undAlbrecht dem Bären ausgebrochenen Kampfes, wobei jener des letz-teren Städte und Burgen zerstört habe, ohne diese weiter namhaftzu machen. Die Namen dieser Vesten erfahren wir nun aber glück-licherweise durch den Chronographus Saxo ***), der das Ereignissin das Jahr 1140 setzend, die belagerten und eroberten Befesti-gungen Groninge, Anehalt, Gebelinzi und Witekke; während desBotho chron. piclurat. f) die dem Markgrafen Albrecht bei dieserGelegenheit abgenommenen Burgen: Gronick, Anhalt, Witeke, Ghe-belitzc und Plötzke nennt. Die Lage von Groningen bei Ilalber-stadt, von Witekke, einem gänzlich eingegangenen Orte an der
*) Beckmann Anhalt. Gesch. III. 434.
**) Ap. Pertz mon. VIII. 776.
***) Leibnitz access. bist. I. 296.
f) Desselben Scrp. rer. Brurisw. III. 341.