Die Stammgenossen der Grafen von Valkenstein, 65
im Hosgau belegenen Güter betreffenden Urkunde vom Jahre 1089die Reihe der Zeugen eröffnet*)» dürfen wir mit Sicherheit demOuerfurtschen Gcscldechte, schon wegen der Besitzungen seinesSohnes Wichmann zu Querfurt und Seeburg beizählen, und zwaram passendsten für einen Bruder des Grafen Cristin hallen, weilsowohl des Grafen Cristin Sohn, Wichmann, wie auch des GrafenBerno Sohn, beide des Bischof Reinhards cognati genannt werden.Aeltere Genealogen**) haben darum sich veranlasst gesehen, denBischof Reinhard selbst zu einem Edlen von Querfurt und zwar zueinem Sohne Burchards I. und Bruder Gebhards zu machen; diesist nun aber gewiss nicht richtig; andere dagegen machten ihn zueinem Grafen von Blankenburg und Bruder der Cunigunde, GemahlinWichmanns ***). Die dem Kloster Kaltenborn geschenkten Gülerim Orlagau sind die Ursache gewesen, in der Gemahlin Berno'sdie Gräfin Adelheid von Orlamünde zu erkennen f), welches jedochauch seine erheblichen Bedenken hat ff).
In einer zweiten Kaltenborner Urkunde, gleichfalls vom 16. April1120 und wiederum im Beisein des Bischof Bruno von Speier, derauch dem Querfurtschen Stamme anzugehören scheint, ausgestellt,heisst es: presentibus suis heredibus et devote laudantibuS Eg-berto clerico, Herimanno ac Gunzelino laicis fff). Dassdiese Erben keine Descendenten des Grafen Wichmann gewesensein können, das folgt aus der ausdrücklichen Erklärung, dass er
*) Lepsius Gesch. der Bischöfe von Naumburg I. 232.
**) Hennings geneal. de com. et dorn. Querf. p. 102.
***) G e b h a r d i genealog. Abhandl. IV. 22. 117.f) Eckhard tria diplom. areb. "Vinariens. p. 32.ff) Die Gräfin Adelheid von Orlamünde war nämlich ausserdemnoch vermählt mit dein Grafen Adelbert von Ballenstädt (f ums Jahr1080) an den Grafen Hermann von Luxemburg (f 108S) und an denPfalzgrafen Heinrich v. Laack (fl095), und starb zu Rom am 28. März1100. (v. Raumer histor. Tabellen No. XIII.)jff) Schöttgen und Kreysig II. 690.