392
Zugleich gab derselbe K. Karl IV. und sein SohnWenzel dem Grafen mehrere specielle Diplome übereinzelne Reichslehen wie Zölle, Münze, Geleit etc.K. Ruprecht zählt in dem Lehenbrief vom J. 1408die Reichslehen auf: die Münze zu Wertheim undCreutzwertheim, Zölle, Geleit und Juden.Näher und in grösserer Zahl gibt die Regalien derRrief K. Sigmund's v. J. 1417, nämlich: II als ge-eicht, Geleit, Centgericht, Zoll, Wildbann,Kloster schirm, Vogelweid, Münze, Berg-werk, Juden und Judenfreiheit, wobei zugleichauch die Bestätigung der frühern kaiserlichen Privile-gien der Wertheimischen Grafen in Bezug auf ihreFreiheiten, Herrschaften, Städte, Schlösser, Märkte,Dörfer, Lehen, Lehengründer, Lehenschaft, Häuser,Höfe, Felder, Wiesen, Hölzer, Wasser, gewonnenesHeu, Weide, Leute und Güter gegeben wurde. Inder Folge wurden von jedem Kaiser jedem Grafenvon Wertheim diese Lehenbriefe über die Regalienerneuert und in einem besondern Diplom die Bestäti-gung der frühern Gnaden, Freiheiten, Rechte, Briefe,Privilegien und Handvesten gegeben.
Was nun die Regalien insbesondere angeht,so sind namentlich anzuführen:
1) die Gerichtsbarkeit, die hohe wie die niedere:
a) Das Halsgericht oder der Bann über das Blutzu richten war die hohe Gerichtsbarkeit, welcheüber Leib und Leben ging und von Niemandin der Grafschaft als von dem regierendenGrafen gehegt werden durfte.