284
Streitigkeiten mit dem Bischöfe und den Herren vomfränkischen Adel nicht dem Landgerichte zu Würzburgunterwerfen, sondern von dem Kaiser gerichtet seyn 22 ).Besonders hartnäckig betrieb er diese Sache, als er mitdem Herrn Georg von Rosenberg in Streit gerathen war.Der leichtfertige Graf hatte mit dem nicht minder leicht-sinnigen Rosenberger aus Mulhwillen und Eifersucht(deim auch die Minne soll mit im Spiel gewesen seyn),einen Zweikampf unternommen, und voraus dabei fest-gesetzt, dass der unterliegende Theil von dem Siegernach Gefallen behandelt werden dürfte. Der Zweikampfging in einem, in der Nähe der Tauher gelegenenGarten vor sich, welcher noch heuligen Tages denNamen des Küras-Gartens (von der Rüstung derStreitenden hergenommen) trägt. — Als der Kampfbegann, welcher sehr ernsthaft zu werden schien, ge-riethen die, auf der Burg zurückgebliebenen Schwe-stern des Grafen, so in Angst, dass ihrem Bruderetwas geschehen könne, dass sie nach der Burg-capelle eilten und die Glocke daselbst anzogen,um die Bürger Werlheims zu veranlassen, ihremHerrn, wenn es nöthig wäre, beizustehen. — Indessenhatte sich der Zweikampf günstig für Asmus gestaltet;er blieb über Rosenberg Sieger; und — nicht nachdem Leben seines Gegners trachtend, sondern nur denWunsch hegend ihn zu demüthigen, fasste er ihn mitstarker Hand an der Brust, und trug ihn wohl überhundert Schritte weil, schwebend, bis an die Ufer derTauber; tauchte ihn dreimal unter, und warf ihn dann
22) Urk. im gr. Werth. Aroh. v. 17. Mai 1505.