50Ö
Pfalzgraf Ludwig, betrieb mit dem Erzbischof vonTrier und dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg-eifrigst die Wahl des ungarischen Königs Sigmund ausdem Hause Luxemburg, obwohl der abgesetzte König-Wenzel von neuem die Krone in Anspruch nahm unddie Erzbischöfe von Mainz und Köln mit allen Kräf-ten gegen die Erwählung Sigmund's sich erklärten,und es endlich auch dabin brachten, dass die Majori-tät der Kurfürsten Jobst, Markgrafen von Mähren,zum König erhoben. Als aber nach dem baldigenAbsterben desselben, die Parteien sich dahin vereinig-ten, den von dem Pfalzgrafen und seinen Freundenauf den Thron erhobenen Sigmund auch zu wählen(1411), so kamen an den Wahl ort nach Frankfurt,wie gewöhnlich die Sitte es erheischte, die angese-hensten fränkischen Grafen, ihm zu huldigen: unterdiesen befand sich auch unser Graf Johann und seinOheim, der Graf Eberhard, Domherr zu Bamberg 8 ).
Als König Sigmund im J. 1414 in Franken undam Rhein herumreiste, so waren Grafen von Wert-heim in seiner Begleitung 9 ): es ist wahrscheinlich,dass sie auch seiner Krönung in Aachen (Nov.) bei-wohnten. Auf dem Concilium in Constanz, das baldnachher eröffnet wurde, fanden sich unter den deut-schen Fürsten und Prälaten drei Grafen von Wertheim
8) Frankfurter Stadtarchiv. Olenschlager Erläuter. d. gold. Bulle.Urk. n. 106. S. 231.
9) Bei dem Reichstag, den Sigmund in Coblenz im Sommer 1414 hielt,wird als anwesend Michel Graf von Wertheim angegeben. Frank-furter Stadtarchiv.