Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

29

geilen 32 ). Die alten Nachrichten nennen ihn theilsGraf, theils Herzog der Franken, obwohl er letzteresim eigentlichen Sinn des Wortes nicht war. Jedochwar es üblich, dass die zu der Konradinischen Fa-milie gehörigen Mitglieder auch den Titel Herzogführten, gewissermassen um sie als Erhgrafen von denGaugrafen oder Beamten-Grafen auszuzeichnen 33 ).

Es ist zu beklagen, dass die historischen Quellenuns nichts über die unmittelbaren Erben Udo's IL,seine Söhne und Enkel berichten, wiewohl überseine Vettern, welche an der fränkischen Saale unddem obern Main, mächtige Grafen waren und ebenfallsden Titel »Herzog« führten, ja selbst in Schwabenund Kärnthen das Herzogthumsamt verwalteten, genea-logische Nachrichten vorhanden sind. Fehlten überUdo's H. Nachkommen (vom J. 982—1100) nicht dieNachrichten, wir würden dann vollständige historischeGewissheit haben, dass die Grafen von Wertheim undRieneck von ihnen abstammten; so aber veranlasstdiese Lücke, dass nur aus manchen Umständen wahr-scheinlich gemacht werden kann, wer die Stammväterder Grafen von Werlheini gewesen.

32) Annalist. Saxo u. Khegino. Chr.

33) Schlosser's u. Bercht's Archiv II. Heft, worin die Aldi.:Hat Franken im 10. Jahrli. Landesherzoge gehabt? S 192. Dassnamentlich in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderls, also kurzvor der Zeit der Entstehung der erblichen Grafen mit Ceschlechts-namen, es keine Landesherzoge in Franken gab, sagt Ekkehard,jun. de Casib. S. Galli, der um 1071 schrieb ausdrücklich: Noudumilio adhuc tempore (Imperatoris Arnulfi) Suevia in ducatum erat re-dacta, sed fisco regio parebat, sicut liodie et Fraupia.