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Stammbaum der Familie des Dr. Martin Luther
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sagen, daß er und sein Enkel, der Stiftsrath Johann Martin Luther1. als die bedeutendsten Persönlichkeiten unter den männlichen Nach-kommen des Reformators erscheinen, und er noch weit über seinemEnkel steht. Auch er, geb. den 28. Januar 1533, wendete sich nachWeimar, als er seine Studienlaufbahn vollendet hatte, und wardordentlicher Professor der Medizin an der jungen Universität, (Doctorzu Wittenberg am 29. Juli 1557). Hier konnte er sich aber als glau-bensfester Mann und als Sohn des Reformators bei den theologi-schen Zänkereien zwischen Flacius und Strigel (den Johann Friedrichder Mittlere am 27. März 1562 durch 300 Soldaten nach der Leuch-tenburg bringen ließ) so wenig Wohlgefallen, daß er eine Anstellungals Leibarzt in Weimar suchte und sogleich bekam. In dieser Eigen-schaft harrte er bei Johann Friedrich dem Mittlern bis zur Capitula-tion des Grimmensteines treu aus, und durfte dies auch, weil er durchseine Thätigkeit sich keine politische Verantwortlichkeit, wie sein Bru-der der Rath Johannes Luther, zuziehen konnte. Nachher erst folgteer diesem nach Berlin, und ward, obgleich dieser die Aerzte nur Her-gotts Flicker nannte, doch sogleich Oberarzt und blieb bei demselbenin dieser Eigenschaft vier volle Jahre bis an dessen Tod (den 3. Jan.1571). Dann aber ging er noch in demselben Jahre zu dem KurfürstenAugust nach Dresden als Leibarzt, bei welchem er sich der ausgezeich-netsten Gunst zu erfreuen hatte. (Vgl. Beilage über Catharina v.Bora). Um nicht alle Gnadenbezeigungen zu erwähnen, führe ich nurdie Mitbelehnung in Dona und Anwartschaft vom 7. Juni 1581auf das große Sornzig an, obgleich weder er noch seine Nachkommendiese geltend machen konnten. Denn wenn auch Johann Georg I. dieVerbindlichkeit gegen dessen Enkel Johann Martin I. anerkannte, sowußte doch die Kammer sein Versprechen in der Decurtation des im30jährigen Kriege ruinirten und noch ziemlich hoch von ihm bezahltenHoburg sehr zu schwächen. Er blieb aber Leibarzt an dem Sächsi-schen Hofe nach Augusts Tode (den 11. Februar 1586) auch bei dessenNachfolger Christian I. vier Jahre lang, und wendete sich erst 1590,wo er eine Pension von 300 Gulden erhielt, als ihm das Leben inDresden wegen des Kryptocalvinismus unangenehm wurde, nachLeipzig, wo er am 8. März 1593 starb und in der Paulinerkirchefeierlich beigesetzt wurde.