236 Stargardische Linie.
Im I. 1585 war Lippold s ältester Bruder Heinrich ge-storben und hatte schwere Gntsschulden hinterlassen. Die Vor-münder seiner unmündigen Kinder konnten ihren ererbten Antheil an Helpte nicht halten, sondern mußten ihn veräußern.Nach vielen Verhandlungen nahm sich endlich der jüngste Bru-der Mathias, welcher bis zum I. 1586 Hauptmann zu Wesen-berg gewesen war, des Antheils des Gutes an und nahm am11. Sept. 1587 denselben auf 20 Jähre zu Pfande (vgl. obenHeinrich §. 193, S. 223). Auf diese Weise kamen die beidenjüngsten Brüder Lippold und Mathias beisammen auf Helptezu wohnen.
In dem Verzeichnisse des Adels ungefähr vom I. 1597werden im Amte Stargard nur Mathias und Lippold dieOertzen zu Helpte und im Amte Strelitz nur Jacob derjüngere aus Grammertin aufgeführt.
Lippold'S Leben neigte sich jetzt zum Ende. Am Endedes I. 1590 begann Poppo v. Blankenburg zu Wulfshageneine Klage beim H. u. L.-Gericht gegen Lippold v. Oertzen zuHelpte und Georg v. Tepling zu Kreckow. Otto v. Blanken-burg Mailand, Poppo's Bruder, welcher sein Lehnfolgcr war,hatte von Marten Dewitz zu Woldeck etlich Geld geliehenund dafür Oertzen und Tepling zu Bürgen gesetzt, welchenach einem Urtheil vom 24. Jan. 1586 jeder 155 Ft. 5 ßl.hatten bezahlen müssen. Marten Dewitz aus Paselich warBürger und Fuhrmann, früher zu Straßburg, damals zuWoldeck. Er war 1583 Stadtrichter zu Straßburg und1590 Bürger zu Woldcck. Für diese Summe hatten Oertzenund Tepling sich im I. 1586 laut ausgebrachten Befehls inzwei Bauern und einen Kossäten in Mildenitz und einenBauern zu Dabcrkow immittiren lassen, welche sie bisMichaelis 1590 innegehabt und benutzt hatten. Die Oertzenund Tepling hatte» aber die Dienste der Bauern, neben denPächten, viel höher jährlich benutzt, als ihre Forderung war,und Blankenburg hatte die Abtretung der Bauern verlangt,jedoch vergeblich, und deshalb die Klage angestellt. Die Be-klagten wandten ein: „Otto Blankenburg habe von ihnen noch313 Fl. geliehen und sie in vielen Schaden gebracht, so das;