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2,1 (1860) Vom Jahre 1400 bis zu den Jahren 1600 und 1700
Entstehung
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Kirche. Eine ganz besondere Lust hatten diese Mädchen daran,für arme Kinder Kleider zu machen und selten ging irgend einchristliches Fest vorüber, an welchem nicht arme Kinder vonihnen gekleidet mit ihnen zur Kirche gingen, und es ist Wohldie Frage, wer bei diesen Kirchgängen die vergnügtesten ge-wesen sind, die Kinder in ihren neuen Kleidern, oder dieKinder, welche die Kleider gemacht und gegeben hatten. Alsnun jenseits der Elbe die Väter, sie hießen Hans vonOerzen und Heinrich von Wietzendorf, ihre neu verliehenenBesitzungen in Frieden bewohnen konnten, da mußten dieFrauen mit den Kindern nachkommen. Das ist aber denKindern ganz besonders nahe gegangen, sich von ihren vielenkleinen Freundinnen zu trennen, denn damals war noch nichteine solche Trennung zwischen den Adeligen und Bauern, wiejetzt, sondern die Adeligen sahen die Bauern als Glieder ihrerFamilie an, und wurden von ihnen als Eltern geliebt undgeehrt. Als nun die Väter gekommen waren, ihre Frauenund Kinder abzuholen, da erhob sich viel Weinen und Klagenunter allen. Sie gingen noch einmal allesammt in die Kircheund wurden zu ihrem Ausgangs in das fremde Land einge-segnet. Nach dem Gottesdienste kam der Priester in die Burg,und da wurden ihm von den abziehenden Eltern 25 MarkSilber übergeben, welche Marie und Anna von ihren Väternerbeten hatten, damit auch nach ihrer Abreise die Kinder derArmen mit Kleidern versehen werden könnten."

Diese ganze Darstellung ist aber Wort für Wort einejunge Dichtung, welche keine einzige urkundliche und alteGrundlage hat. In allen hannoverschen Archiven ist keinWort davon zu finden, keine alte sichere Chronik redet davon,kein bewährter hannoverscher Forscher kann diese Ansicht stützen,so viel ich mich auch darum bemüht habe. Ich wandte michdeshalb an den Herrn Pastor Harmö zu Hcrmannsburg selbst,welcher mir folgende Aufklärung zu geben die Güte gehabthat.Die Chronik, ans welcher ich die im Missionsblatteerwähnten Nachrichten excerpirt habe, befand sich auf demGute Hermannsburg in der Schloßbibliothek. Bei dem Aus-Sterben des Geschlechts von Staffhorst im I. 1815 kam das