Vorwort.
Nt-ach mehr als zehnjähriger, mühevoller und unverdrossenerForschung tritt die mittlere Geschichte des Geschlechts vonOertzen ans Licht. Trotz großer Vorbereitung und eines ver-hältnißmäßig ansehnlichen Materials war eö doch nicht möglich,früher etwas Zuverlässiges herauszugeben, da ich mich sehrbald überzeugen mußte, daß alle bisherigen Vorarbeiten fürdiesen Zeitraum völlig unsicher und unrichtig waren. Es gabdaher keinen andern Ausweg, als die Forschung von neuem zubeginnen, sämmtliches alteö Material zu verwerfen und einganz neues Gebäude aufzuführen, dessen Bausteine allerdingsvon unzähligen verschiedenen Orten her zusammengebracht sind,selbst für eine und dieselbe Person des Geschlechts. Die ganzevorliegende, schwierige Abtheilung ist daher fast in jedem Satzeans einzelnen, zerstreneten Nachrichten zusammengesetzt, da sichfast für keine Person und Thatsache irgend eine übersichtlicheDarstellung fand. So ist denn diese ganze Darstellung anslauter einzelnen, oft unbedeutend scheinenden Nachrichten inden Zusammenhang gebracht, waö der aufmerksame Forscherwohl bald erkennen mag. Es ist mir jedoch eine Freude, daßdas hauptsächlichste Unternehmen, den Zusammenhang darzu-stellen, ziemlich gelungen zu sein scheint.
Ich hoffte im Anfange, in den oft tüchtigen genealogischenArbeiten des Ministers von Gamm und seines Ueberarbeitersund Nachfolgers, des hochverdienten Hofmarschalls von Oertzen,die sich wohl mit Recht oft eines großen Ansehens erfreuen,eine kräftige Stütze zu finden. Aber ich konnte mich nicht ansie lehnen; denn theils war selbst in den Archiven zu wenig