Druckschrift 
Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

198

Dritter Abschnitt.

Vorstehenden erzählt wäre, wurden die Gebrüder von Schwicheldt schon amDonnerstage nach Mauritii 1521 gezwungen, mittelst einer unter Vermittlungdes Grafen Albrecht von Manntfeldt geschlossenen Capitulation (Nro. 233.),die Liebenburg an die Herzoge Erich und Heinrich jun. zu übergeben. Hierwurde versprochen, daß die von Schwicheldt ihren Pfandschilling und dieverwandten Baukosten nach vorgängiger Abschätzung erstattet erhalten, dieUnterthanen des Gerichts Liebenburg aber bis Martini desselben Jahrs 2000 st.Brandschatz zahlen sollten, wofür man sie unverbrannt und unverwüstet lassenwollte. Man versprach denen von Schwicheldt einen Pfandbrief über dieihnen zu zahlende Summe, und ließ sie bis zur Ablösung im Besitze. DenPfandbrief haben sie aber nicht erhalten, welches nachmals zu Zwistigkektenüber die ihnen gebührende Summe bei der Ablösung Anlaß gab, wie späterhinwird erzählt werden.

Im Jahre I52tr verbürgte sich Ludewig von Schwicheldt für die Grafenvon Hoya zu Gunsten derer von Heimburg. *)

Auf einen sichern Zufluchtsort in den jetzt bedrängten Zeiten denkend,kaufte sich Ludewig im Jahre 1526 ein Haus zu Goslar in der Gasse an derKnochenhauerstraße von Hans von Bornem allda, und verglich sich mit demMagistrate wegen der bürgerlichen Abgaben dieses Hauses auf jährliche 15 Mst.

Die bisherigen Kriegsunruhen hatten auch zu mehreren Unordnungen inHinsicht der Verwaltung zu Liebenburg und Einziehung der Gutsgefälle Anlaßgegeben, weshalb Unfrieden zwischen den Brüdern Conrad und Ludewig vonSchwicheldt einspönnen war. Schon hatten sie des lieben Friedens halber dieLiebenburg mit allen ihrem Zubehör in zwei Hälften getheilt, um weniger naheBerührungspuncte zu Zwistigkeiten zu haben. Wie aber dennoch dergleichen

*) Treuer von Münchhausenschc Geschichte, in den Beilagen i>ag. rZi».