Vorrede.
In den Erzählungen der Vorzeit stößt man häufig auf dergleichen Zweifel,die nicht immer durch unbezweifelte Urkunden gelöset werden können, und woman doch seine eigene Meinung nicht statt der Wahrheit aufdringen darf.
Die handschriftlichen Vorarbeiten eines Giesemann und Kirchners, welchebeide langjährige Beamte dieses edlen Geschlechts von Schwicheldt gewesen find,haben zwar außerordentlich wesentliche Erleichterung der Arbeit verschafft. Dem-ohngeachtet hat durch die Urkunden sehr vieles berichtiget und ergänzt werdenmuffen, wasihnen unbekannt geblieben ist. Es konnte auch nicht füglich andersseyn, weil ihnen eine Menge von Hülfsquellen fehlte, die ste daher auch nichtbenutzen konnten, so wie denn auch noch viele vorhanden seyn können, welchemeinen Augen entgangen sind. Wie viele mögen noch hin und wieder imStaube begraben seyn, die manche Aufklarungen zu verschaffen im Stande sind?
So dürfte noch immer die Frage einer Untersuchung werth seyn: in wel,chem verwandtschaftlichen Verhaltnisse die von Levenstede vormals mit denenvon Schwicheldt gestanden haben möchten? Denn merkwürdig bleibt es dochimmer, daß solche in der Vorzeit, und namentlich im 13. Jahrhunderte, einganz gleiches Wappen geführt haben, wie man sich aus den Urkunden desKlosters Riddagshausen überzeugen kann. Eine dieser Urkunden vom Jahre1235 findet man in Pol. Leyser Gornrn. äs oontnasiAillis rnsäii 3,svi PÄA.5. verstümmelt, und in dessen Obs. äs fürs IsAiUrnÄS 6. vollständig,jedoch mit irriger Jahrzahl abgedruckt. Diese Familie von Levenstede, ange-sessen im Dorfe gleiches Namens im Amte Lichrenberg, führte nachmals denBeinamen Pil, wie aus einer Urkunde vom Jahre 1303., wo der RitterJohann von levenstede genannt Pil, mit Einwilligung seiner Gemahlin Mar-garetha und seiner Tochter Gisla einen Hof zu Levenstede an das j KlosterRiddagshausen verkaufte, hervorgehet. Jetzt scheint die Familie zu den ausge-storbenen Geschlechtern zu gehören, wenigstens habe ich über die Fortdauer ingegenwärtiger Zeit keine Kunde erhalten können.
In den beigefügten Stammtafeln des hochgräflich von SchwicheldtschenGeschlechts sind die Jahrszahlsn ihres Lebens beigefügt, und dadurch der gerügteMangel in dem von Behrschen Stammtafeln vermieden worden. In denLetztern hielt ich sie damals überflüssig, weil die Zahl des Paragraphs angege-